BIOS-Update behebt Datenkorruption mit Linux auf Asrock DeskMini X600

Mit einer SSD im ersten M.2-Slot des Mini-PC-Barebones DeskMini X600 kann es zur Datenverfälschung unter Linux kommen. Betroffen ist auch ein c't-Bauvorschlag.

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Asrock DeskMini X600 auf grĂĽnem Hintergrund

Der DeskMini X600 ist etwas größer als etwa NUC-Mini-PCs, beheimatet dafür aber austauschbare Prozessoren.

(Bild: c't)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Thorsten Leemhuis

Asrock hat die BIOS-Version 4.10 für den DeskMini X600 veröffentlicht, mit dem Linux beim Schreiben auf NVMe-SSDs keine Daten mehr verfälscht. Das passierte in einigen Konfigurationen mit früheren BIOS-Versionen des Mini-PC-Barebones, den c’t in Ausgabe 17/2024 unter anderem für den Bauvorschlag für einen 10-Watt-Mini-PC verwendet hat.

Die Datenkorruption trat mit früheren BIOS-Versionen bei Ryzen-8000G-Prozessoren auf, sofern eine NVMe-SSD im ersten Slot steckte. Das Problem ließ sich mit zahlreichen Linux-Distributionen beobachten, nicht aber unter Windows 11, wie die c't-Redaktion herausfand. Mit einem 7000er- oder 9000er-Ryzen zeigte sich die Datenverfälschung ebenso wenig. Das Gleiche galt, wenn die SSD im zweiten Slot saß oder dort gleichzeitig ein zweiter Datenträger eingebaut war. Auch ein Deaktivieren der IOMMU (Input–Output Memory Management Unit) via BIOS-Setup oder den Linux-Bootparameter amd_iommu=off vermied das Problem bei vielen Betroffenen. Ferner ließ sich die Datenverfälschung auch durch den Rückbau einer älteren Kernel-Änderung umschiffen; allem Anschein nach war das aber nur ein glücklicher Zufall.

Einige c't-Leser entdeckten die Datenkorruption beim Einsatz des Dateisystems Btrfs bereits Mitte 2024: Dank seiner Checksummen-Funktion erkennt es Datenfehler beim Lesen, was etwa Ext4 nicht beherrscht. Das Problem offenbarte sich zudem oft schnell bei Tests mit der Testsoftware f3 (Fight Flash Fraud), das vom c't-Windows-Tool h2testw inspiriert ist.

Einige Betroffene haben die Datenkorruption der c’t-Reaktion, den Linux-Entwicklern und Asrock gemeldet. Nachdem der Hardware-Hersteller das Problem zunächst nicht nachstellen konnte, gelang das vor einigen Wochen schließlich doch; Mitte Februar 2025 stellte das Unternehmen Betroffenen dann die BIOS-Version 4.10 bereit, die laut mehreren Testern und Versuchen der c't-Redaktion das Problem beseitigte. Dieses BIOS verteilt das Unternehmen seit Kurzem auch öffentlich über seine Support-Webseite.

Linux konfiguriert die PCIe-Geräte durch das neue BIOS jetzt anders und reserviert zusätzlichen Arbeitsspeicher zum Datenaustausch mit Geräten.

(Bild: c't / Thorsten Leemhuis)

Konkrete Informationen zur Problemursache bleibt Asrock schuldig und spricht nur von "optimierter Systemkompatibilität". Ein Vergleich der beim Linux-Start ausgegebenen Informationen zur Hardware-Konfiguration offenbart unter anderem Unterschiede bei der Konfiguration des PCI-Express-Bus. Dadurch baut der Kernel die Topologie jetzt unter anderem unterschiedlich auf und knapst dabei einen weiteren Speicherbereich des für Anwendungen nutzbaren Arbeitsspeicherbereichs für den Datenaustausch mit Geräten ab.

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