"Doom: The Dark Ages": Das Ende ist nah!

Knapp zwei Monate vor Release konnten wir "Doom: The Dark Ages" anspielen. Kurzfazit: Es wird heftig.

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Screenshot aus Doom the Dark Ages

(Bild: id Software)

Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Andreas MĂĽller
Inhaltsverzeichnis

30 Jahre "Doom" sind 30 Jahre Videospielgeschichte. Anno 1993 definierte id Software das Genre des Egoshooters neu. Das Reboot 2016 und der Nachfolger "Doom Eternal" schraubten das Tempo noch mal deutlich nach oben und verpassten dem rasanten Geballer ein paar Rollenspielelemente und so etwas wie eine Story. Mit dem Prequel "Doom: The Dark Ages" soll jetzt alles nochmal größer werden.

Und platsch! Wieder einmal stolzieren wir knietief im Blut über das Schlachtfeld und zerlegen ein Monster nach dem anderen. Mal mit dem Streitkolben, mal mit einer Art Shotgun oder einfach mit unserem Kettensägenschild. Vielleicht hätten wir moralische Bedenken wegen des ganzen Blutbads, wenn alles nicht so schnell wäre und die Bösen sich nicht als wahre Ausgeburten der Hölle entpuppt hätten. Schon wenige Sekunden nach dem Anspielen wissen wir: Wo "Doom" draufsteht, ist auch "Doom" drin.

Das Prequel "The Dark Ages" ist vielleicht nicht ganz die Geburtsstunde des Doomguys oder später Doomslayers, aber es führt uns weit in die Vergangenheit. Rabiate Mittelalter-Vibes treffen auf Mechs und Maschinengewehre. Laut Bethesdas PR Manager soll das Gemetzel mehr Story bieten als die Vorgänger. Davon haben wir bei der pausenlosen Action aber kaum etwas mitbekommen.

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Wir konnten bei dem Anspiel-Event vier Missionen spielen, die aber im Vergleich zur fertigen Version noch deutlich gekürzt waren. Die erste Mission diente vor allem dazu, die vermutlich wichtigste spielerische Neuerung einzuführen: den Schild. Mit ihm kann der Doomslayer nicht nur Angriffe blocken, sondern sich auch direkt zum Gegner katapultieren und ihn im Idealfall mit einem der berüchtigten "Glory Kills" erledigen. Später wird der Schild noch mit einer Kettensäge ergänzt, die zusätzlich Schaden austeilt.

Neben den üblichen Fernkampfwaffen wie Heavy Shotggun & Co gibt es auch schräge Knarren wie eine Kette, die durch die Gegner pflügt. Ein paar Upgrades sorgen für ein bisschen Rollenspiel-Gefühl, ohne dass es hier zu komplexen Fertigkeitsbäumen kommt. Ob sich das bis zur fertigen Version noch ändert, ist schwer einzuschätzen. Bethesda hielt sich da bedeckt. Ohnehin sind das nur die oberflächlichen Fakten. Viel wichtiger: Wie spielt sich das Ganze?

In einer Mission durften wir uns auf den Rücken eines Drachen schwingen und Geschütztürme ausschalten. Eine perfekte Ausweichrolle sorgte für eine Art "Bullet-Time", bei der sich die Zeit kurz verlangsamte. Erst wenn die Geschütztürme zerstört waren, konnten wir landen und uns im üblichen "Doom"-Stil weiterkämpfen. Dennoch ist der Mix für die altehrwürdige Reihe eine ungewöhnliche Spielidee, die Abwechslung in das übliche Kill-Arena-Geballer bringt. Gut.

Auch im Cockpit eines Riesenroboters weicht das neue "Doom" von früheren Spielen ab. Das Problem: Simpler geht’s nicht. Wir stampfen durch eine Stadt, hauen um uns und das war's. Das war weder abwechslungsreich noch originell. Hoffentlich ändert sich das bis zum Release. Wir durften übrigens von dieser Mission und der Drachenmission keine Screenshots erstellen.

Ganz anders in der letzten und größten Mission, die der Maßstab für "The Dark Ages" sein sollte. Auf einem großen Schlachtfeld sprinteten wir von einem Kampfplatz zum nächsten. Scharen von kleinen Gegnern, die wir mit unserem Streitkolben zerplatzen ließen oder große Gegner, bei denen wir erst den Panzer zerstören mussten – ein unglaubliches Actionfeuerwerk, bei dem es keine Zeit zum Luftholen gab. Sich mit dem Schild zum Gegner katapultieren, gleichzeitig perfekt den Nahkampfangriff kontern und dann Lebenspunkte einkassieren. Kurz, all die Dinge, die das Reboot und seinen Nachfolger zu einem Action-Hit gemacht haben.

Allerdings gibt es auch hier etwas zu entdecken. Abseits des Schlachtfelds gab es eine kleine Höhle, in der wir sogar ein kleines Rätsel lösen mussten. Wie schon bei den beiden Vorgängern bietet "The Dark Ages" einiges zu erkunden und einige Geheimnisse zu lösen. Die Gehirnzellen werden dabei aber nicht überstrapaziert. Ganz anders als die Reflexe am Gamepad oder an Maus und Tastatur. "Doom: The Dark Ages" verspricht schnell und stressig zu werden.

"Doom: The Dark Ages" in der Vorschau (5 Bilder)

Schnell, brutal und spannend: "Doom: The Dark Ages" verspricht ein groĂźes Action-Spektakel (Bild:

heise online

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Zur technischen Seite können wir nur wenig sagen. Die Anspiel-Stunden fanden auf Windows-PCs mit einer Nvidia RTX 5090 und AMD 7800X3D CPU statt. Kein Wunder, dass dieses Setup das Spiel in 4K mit maximalen Details locker ruckelfrei darstellen konnte. Übrigens bietet "The Dark Ages" ausschließlich eine Solo-Kampagne. Die Fans müssen auch diesmal auf einen Multiplayer-Modus verzichten.

Etwas mehr als drei Anspielstunden aus vier eingeschränkten Missionen lassen noch einige Fragen offen. Auch die Dauer der gesamten Spielzeit bleibt vage. Laut Bethesda soll "Dark Ages" das größte und längste "Doom" werden. Von der Story war kaum etwas zu sehen, und besonders der Abschnitt mit einem Riesenroboter wirkte spielerisch unausgereift. Bahnbrechende Neuigkeiten sollten die Spieler nicht erwarten. Trotz ein paar neuer Ideen wird "Doom: The Dark Ages" ein Ego-Shooter der alten Schule.

Entwicklerstudio id Software lässt an seiner Kernkompetenz keine Zweifel aufkommen und bietet temporeiche Action, die durch den ständigen Wechsel zwischen Nah- und Fernkampf für Tempo und Spannung sorgt. Wie schon bei den unmittelbaren Vorgängern entsteht eine Sogwirkung, der sich Actionfans kaum entziehen können. Kompromisslos, brutal und schnell.

"Doom: The Dark Ages" erscheint voraussichtlich am 15. Mai 2025 fĂĽr Windows, PS5 und Xbox Series.

(dahe)