Alphabet gibt Mehrheit an Glasfasertochter GFiber ab, behält aber Beteiligung
Vor 16 Jahren hat Google begonnen, in US-Städten Glasfaseranschlüsse zu verlegen, das dann aber deutlich zurückgefahren. Jetzt wird GFiber abgegeben.
(Bild: asharkyu / Shutterstock.com)
Alphabet verkauft so viele Anteile der Glasfasertochter GFiber (vormals Google Fiber) an eine Investmentfirma, dass der Google-Konzern danach nur noch ein „bedeutender Minderheitsaktionär“ bleiben wird. Das hat der US-Konzern jetzt mitgeteilt und erklärt, dass GFiber im Rahmen der Übernahme mit dem Provider Astound Broadband zusammengeführt werden soll. Das neue Unternehmen soll vom bisherigen Management von GFiber geleitet werden. Damit werde eine „spannende“ nächste Phase des Wachstums eingeleitet, verspricht man sich bei Alphabet von dem Schritt. GFiber hat den Ausbau des eigenen Glasfasernetzes zuletzt massiv heruntergefahren.
Wechselvolle Geschichte
Google Fiber wurde 2010 gegründet, als Google-Tochter hat das Unternehmen in verschiedenen Regionen der USA Glasfaseranschlüsse verlegt, um Menschen einen schnellen Internetanschluss anzubieten. Angefangen hat das Unternehmen in Kansas City, es folgten weitere Kommunen, die nach strengen Kriterien ausgewählt wurden. Eine Stadt musste den Konzern in mannigfaltiger Weise unterstützen, um den Zuschlag zu bekommen. Zudem wurden soziale Organisationen in ärmeren Stadtteilen dazu gedrängt, ausreichend kostenpflichtige Voranmeldungen für Google Fiber zu sammeln. Wenn sich nicht genügend Anwohner oder Anwohnerinnen für einen Anschluss registriert haben, ließ Google Fiber die Stadtteile beim Ausbau links liegen. Ein kostenloses Angebot für Sozialwohnungen wurde nach kurzer Zeit abgeschafft.
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2016 hat das Unternehmen dann den Ausbau der Glasfaseranschlüsse drastisch zurückgefahren und fast alle damals angekündigten Projekte auf Eis gelegt. Teilweise waren da alle geforderten Vorleistungen erbracht und Baufirmen für die nötigen Arbeiten angeheuert worden. Erst 2021 hat das Unternehmen den Glasfaserausbau wieder aufgenommen, und jetzt gibt es Netzwerke in 19 US-Bundesstaaten. Astound Broadband bietet Glasfaseranschlüsse in 10 US-Bundesstaaten und Washington D.C. an. Zusammen soll der neue Provider nun weiter wachsen und Alphabet versichert, dass der Minderheitsanteil das Vertrauen in die Zukunft widerspiegeln würde.
(mho)