Kein HDR bei Disney+: Verbraucherschützer raten, Geld zurückzufordern

Nach dem Wegfall verschiedener HDR-Formate bei Disney+ raten Verbraucherschützer dazu, Abo-Geld zurückzufordern. Es liege ein rechtlicher Mangel vor.

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Disney+-Logo auf Fernseher, auf den eine Fernsteuerung gerichtet ist

(Bild: Ivan Marc / Shutterstock.com)

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Laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen haben Kunden von Disney+ das Recht, einen Teil ihrer gezahlten Abo-Preise zurückzufordern. Das teilte eine Sprecherin der Verbraucherzentrale der dpa mit. Hintergrund sind fehlende HDR-Formate beim Streaming-Dienst, die aus Sicht der Verbraucherschützer einen rechtlichen Mangel darstellen.

In den vergangenen Wochen hatte Disney zuerst die HDR-Formate Dolby Vision und HDR10+ von Disney+ entfernt, bis zwischenzeitlich sogar das HDR10-Standardformat folgte. Nutzer konnten vorübergehend keine Filme und Serien in HDR sehen – obwohl HDR-Support zu den wichtigsten Verkaufsargumenten des teureren Premium-Abos zählt. Mittlerweile hat Disney zumindest das Standardformat zurückgebracht, HDR10+ und Dolby Vision fehlen weiterhin. Ob und wann diese Formate zurückkehren, ließ Disney offen.

Disney begründet den Wegfall der HDR-Formate mit einem „Gerichtsverfahren vor einem deutschen Patentgericht“. Dabei dürfte es um einen Patentrechtsstreit mit dem US-Unternehmen InterDigital gehen. Das Landgericht München entschied im vergangenen November, dass Disney+ beim Streaming von Videos mit dynamischem HDR-Bild gegen Rechte von InterDigital verstößt. Das Gericht erließ eine einstweilige Verfügung gegen den Streaming-Dienst.

Der genaue Grund für den Wegfall der HDR-Formate sei für Kunden aber unerheblich, sagte eine Sprecherin der Verbraucherzentrale Niedersachsen der dpa. „Rechtlich ist allein Disney+ als ihr Vertragspartner dafür verantwortlich, die beworbene und bezahlte Qualität zu gewährleisten.“

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Aus Sicht der Verbraucherzentrale können betroffene Abonnenten daher für die Zeit, in der ihnen nur eine geringere Streaming-Qualität zur Verfügung steht, ihr Entgelt mindern und einen Teil ihres bereits gezahlten Abo-Preises zurückfordern. Das muss bislang offenbar jeder Kunde individuell machen – die Verbraucherschützer stellen aktuell keinen Musterbrief bereit.

Dass fortgeschrittene HDR-Formate und 3D-Videos in Disney+ plötzlich fehlen, fiel ersten Nutzern Anfang des Jahres auf. Eine Begründung dafür blieb Disney den eigenen Nutzern lange schuldig. Man habe so schnell wie möglich an Lösungen gearbeitet, sagte Disney schließlich heise online. Man könne den Frust der Kunden verstehen.

(dahe)