Vorab-Probefahrt Skoda Octavia Combi
Die vierte Generation des Skoda Octavia soll wieder ein Bestseller werden. Skoda lieà uns sein wichtigstes Modell vor der PrÀsentation probefahren. Dabei lieà es alte Tugenden durchscheinen und zeigte neue QualitÀten
Die vierte Generation des Skoda Octavia soll wieder ein Bestseller werden. Skoda lieà uns sein wichtigstes Modell vor der PrÀsentation probefahren. Dabei lieà es alte Tugenden durchscheinen und zeigte neue QualitÀten.
Bei Skoda haben sie es momentan nicht einfach. Zum einen soll die Marke endlich den lange erhofften Erfolg in Indien bringen und damit das erreichen, was der Mutter Volkswagen nicht gelungen ist, zum anderen dĂŒrfen die Fahrzeuge aus MladĂĄ Boleslav nicht zu nah an Golf, Passat & Co. heranrĂŒcken. Der Abstand wird indes immer kleiner: Ein Skoda bietet lĂ€ngst nicht nur viel Auto fĂŒrs Geld, sondern auch aktuelle VW-Technik. Wer nicht unbedingt Wert auf den letzten KonnektivitĂ€ts-Kniff legt, ist in einem Skoda gut aufgehoben.
Vorab-Probefahrt Skoda Octavia Combi (0 Bilder) [1]
Gewohnte Umgebung
Das bedeutet nicht, dass der Octavia die Digitalisierung verschlĂ€ft. Im Gegenteil: Ein zehn Zoll-Infotainment-Touchscreen, ein ebenfalls zehn Zoll groĂes virtuelles Cockpit, das verschiedene Ansichten bereithĂ€lt und ein Head-Up Display sind im Octavia zu haben. Die Bedienung erfolgt per Apps und bietet dem Kunden eine gewohnte Smartphone-Umgebung.
DarĂŒber hinaus setzen die Tschechen wie Volkswagen beim Golf auf den Touch-Schieberegler, der die Form einer Regenrinne hat (im VW-Konzern Jargon: Touchslider) und sich unterhalb des Infotainment-Displays befindet. Damit lĂ€sst sich die LautstĂ€rke mit einem Finger bedienen und die Navigationskarte mit zwei Fingern vergröĂern beziehungsweise herauszoomen. Im Skoda ist diese Idee benutzerfreundlicher umgesetzt, da die Rinne lĂ€nger und damit besser zu bedienen ist. Traditionalisten nutzen fĂŒr die LautstĂ€rke die Rollregler im Lenkrad. âDafĂŒr haben wir gekĂ€mpftâ, sagt Skoda-Technikchef Christian Strube und ergĂ€nzt: âBei uns wird der Kunde nicht an der Bedienung verzweifeln.â
Der Aufwand ergibt fĂŒr die Tschechen jede Menge Sinn. SchlieĂlich ist der Octavia das beliebteste Importauto Deutschlands und die Kombi-Variante europaweit die Nummer eins. Das erklĂ€rt auch die Reihenfolge des Marktstarts: Erst kommt der Combi im zweiten Quartal 2020 auf den Markt, ein paar Wochen spĂ€ter folgt die Limousine. âDieser Schuss muss sitzenâ, sagt Skoda-Chef Bernhard Maier. Um weiterhin ins Schwarze zu treffen, legen die Tschechen bei den Assistenzsystemen ebenfalls nach:
Voll-LED-Licht ist wie beim Golf 8 serienmĂ€Ăig (auf Wunsch Matrix-Scheinwerfer), dazu kommt noch der Travelassist 2.0 mit teilautonomen Fahrfunktionen, ein Ausweichassistent und ein Ausstiegswarner, der eingreift, wenn sich von hinten ein Fahrradfahrer oder ein anderes Fahrzeug nĂ€hert. Das berĂŒhrungsempfindliche Lenkrad ĂŒberprĂŒft, ob der Fahrer das Steuer noch im Griff hat und kann mit dem Emergency-Assist einen Nothalt einleiten.
Beim Fahren besinnt sich der Octavia (Test) [3] auf seine traditionellen FĂ€higkeiten, man ist im positiven Sinne unspektakulĂ€r unterwegs. Das Fahrwerk ist ausgewogen abgestimmt, kann aber auch ĂŒber die Fahrmodi straffer geschaltet werden, sofern man in adaptive DĂ€mpfer investiert hat. Wir waren sowohl mit dem 2.0 TDI Evo als auch mit dem 1.5 TSI Evo mit jeweils 110 kW / 150 PS unterwegs. Vor allem der Benziner machte einen guten Eindruck und lieĂ sich auch durchaus sportlich bewegen. Die Lenkung ist prĂ€zise und gibt genug RĂŒckmeldung ĂŒber die Traktion der VorderrĂ€der.
AuffÀllig leise
AuffĂ€llig ist, wie leise es im Octavia zugeht. Das liegt zum einen an der guten DĂ€mmung der Aggregate und zum anderen an der verbesserten Aerodynamik. âDer Cw-Wert ist im Schnitt um 14 Prozent gesunkenâ, erklĂ€rt Christian Strube stolz â beim Combi betrĂ€gt er 0,26, bei der Limousine sind es 0,02 weniger. Davon werden auch der 2,0 TSI mit 140 kW / 190 PS und die Diesel mit bis zu 147 kW / 200 PS profitieren. Die SelbstzĂŒnder mit mindestens 110 kW / 150 PS können auch mit einem Allradantrieb kombiniert werden.
Wie zum Beispiel im Golf 8 [4] werden auch im Octavia der 1,0 Liter-Dreizylinder mit 81 kW / 110 PS sowie der 1,5-Liter-Vierzylinder mit 110 kW / 150 PS als Mildhybrid mit 48 Volt-Riemen-Starter-Generator [5] angeboten. Bei den Plug-in-Hybriden stehen zwei Leistungsstufen zur Auswahl: Die Basis bildet jeweils der 1,5-Liter-Ottomotor, der mit einem Elektromotor kombiniert wird. Eine Version hat eine Systemleistung von 150 kW / 204 PS, die andere 180 kW / 245 PS. âWir kĂ€mpfen fĂŒr alternative Antriebeâ, sagt Christian Strube und verweist auf den CNG-Antrieb, den es auch im Octavia geben wird. Die Erdgas-Variante namens G-Tec basiert auf dem Vierzylinder-Ottomotor mit 96 kW / 130 PS.
Innere GröĂe
Wer Skoda sagt, meint immer auch innere GröĂe: Mit einer LĂ€nge von 4,69 Metern ist der neue Octavia Combi vier und die Limousine um gut zwei Zentimeter lĂ€nger als der VorgĂ€nger. Darum verwundert es nicht, dass die Passagiere auch in diesem Octavia fĂŒrstliche PlatzverhĂ€ltnisse vorfinden. Das gilt auch fĂŒr den Kofferraum, dessen Volumen auf 640 Liter anwĂ€chst. Allerdings kommen diese ganzen Vorteile auch mit einer bitteren Pille, die es fĂŒr Octavia Kunden zu schlucken gilt. Aufgrund der AufrĂŒstung wird der neue Octavia teurer sein, als der VorgĂ€nger, der als Combi mindestens 23.680 Euro kostet. Es ist davon auszugehen, dass die 25.000 Euro-Grenze fĂ€llt. (fpi [6])
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[3] https://www.heise.de/news/Im-Test-Skoda-Octavia-RS-3878107.html
[4] https://www.heise.de/autos/artikel/Vorstellung-VW-Golf-8-4564270.html
[5] https://www.heise.de/news/Wiener-Motorensymposium-Volkswagen-hybridisiert-den-Golf-VIII-4035531.html
[6] mailto:fpi@heise.de
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