Alte Laptop-Akkus bringen Licht ins Dunkel
Viele der Zellen in ausrangierten Akkus lassen sich noch verwenden. Forscher von IBM in Indien bauten daraus ein einfaches und billiges System, mit dem sich Strom fĂŒr das Betreiben von Lichtquellen in armen LĂ€ndern speichern lĂ€sst.
Viele der Zellen in ausrangierten Akkus lassen sich noch verwenden. Forscher von IBM in Indien bauten daraus ein einfaches und billiges System, mit dem sich Strom fĂŒr das Betreiben von Lichtquellen in armen LĂ€ndern speichern lĂ€sst.
Pro Jahr werden nach SchĂ€tzungen allein in den USA 50 Millionen Lithium-Ionen-Akkus aus Computern entsorgt. Laut Forschern von IBM könnten sich viele davon noch nutzen lassen, um Strom fĂŒr elektrisches Licht in armen LĂ€ndern zu speichern.
Anfang Dezember stellten Forscher von IBM Research India auf einer Konferenz in San Jose [1] die Ergebnisse einer Studie dazu vor. Demnach wies eine Stichprobe von 32 entsorgten Laptop-Akkus im Durchschnitt noch 64 Prozent ihrer NennkapazitĂ€t auf. Schon damit lieĂe sich eine LED-Lampe mehrere Stunden lang mit Strom versorgen.
Die Kombination von Solarmodulen, wiederaufladbaren Batterien und LED-Licht gilt grundsĂ€tzlich als gute Möglichkeit fĂŒr Orte, die nicht an ein Stromnetz angeschlossen sind. Mit dem Einsatz ausrangierter Akkus könnte dieses Konzept deutlich billiger werden.
"Die Batterie ist oft die teuerste Komponente in diesen Systemen", sagt Vikas Chandan, Forscher in der Smarter Energy Group des IBM-Labors, der das Projekt [2] geleitet hat. "In diesem Fall könnte der teuerste Teil der Lösung aber aus dem Abfall kommen."
Bei dem Projekt arbeitete IBM mit RadioStudio zusammen, einer Forschungs- und Entwicklungsfirma fĂŒr Hardware. Zur Optimierung der KapazitĂ€t wurden die GehĂ€use von ausrangierten Laptop-Akkus geöffnet und die einzelnen Speichereinheiten, die so genannten Zellen, herausgenommen. Diese wurden von den Forschern einzeln getestet, um die besten davon zu identifizieren, die dann zu neuen Akkus zusammengesetzt wurden. Hinzu kamen noch Stecker zum Aufladen und eine Schaltung, die Ăberhitzung verhindert, dann gingen die Akkus an fĂŒnf Nutzer in Bangalore, die in Slums leben oder kleine StraĂenverkaufskarren betreiben.
Drei Monate spĂ€ter sagten die Tester, die Akkus hĂ€tten gut funktioniert. Am hĂ€ufigsten Ă€uĂerten sie den Wunsch nach rattensicheren Kabeln und helleren Lampen, sagt Mohit Jain, ein Forschungsingenieur bei der Gruppe. Inzwischen wird eine ĂŒberarbeitete Version getestet.
IBM sieht das Projekt nicht als kommerziell an, Nach Angaben des Unternehmens könnte die Technologie armen LĂ€ndern kostenlos zur VerfĂŒgung gestellt werden. (bsc [3])
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[1] http://acmdev.org/
[2] http://www.dgp.toronto.edu/~mjain/UrJar-DEV-2014.pdf
[3] mailto:bsc@heise.de
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