Terabytes im Netz
Network Attached Storage steht fĂŒr mehr als nur eine riesengroĂe Datenablage fĂŒr viele Anwender im LAN. Externe Festplatten mit Netzwerkanschluss streamen als Medienserver auch Filme und Musik oder stellen Dateien im Internet bereit.
Um innerhalb der Familie oder Studenten-WG Daten auszutauschen, kann man auf einem beliebigen Rechner im Netzwerk mit ein paar Mausklicks Dateien freigeben. Einen leistungsstarken PC 24 Stunden am Tag durchlaufen zu lassen, nur damit jemand dort ab und zu zugreift, ist jedoch unwirtschaftlich. Er verbrÀt wenigstens 60 Watt und Ihr Stromanbieter bedankt sich am Jahresende mit einer saftigen Rechnung.
GĂŒnstiger ist es, in ein NAS-GerĂ€t (Network Attached Storage) zu investieren. Das ist ein kleiner Server, der eine oder mehrere Festplatten ins Netz bringt. Man bekommt solche GerĂ€te heute schon fĂŒr rund 150 Euro inklusive 1 Terabyte Speicher. Sie nehmen kaum mehr Leistung auf als eine USB- oder FireWire-Platte, also nur etwa 10 Watt, arbeiten leise, sind kompakt gebaut und einfach zu konfigurieren.
Die Kehrseite der Medaille: Obwohl sich die meisten Netzwerkfestplatten mit einer Gigabit-Ethernet-Schnittstelle schmĂŒcken, haben die dort verbauten Embedded-Prozessoren nicht genĂŒgend Bums, um Daten mit echtem Gigabit-Tempo zu ĂŒbertragen Bei 20 Megabyte pro Sekunde ist oft Schluss. Viele schaffen nur um die 10 MByte/s oder noch weniger. Um einen Film zu streamen reicht das zwar aus, doch beim Kopieren groĂer Datenmengen spĂŒrt man die Bremse deutlich.
Von einem Massenspeicher fĂŒr das kleine Netz darf man auch keine ausgefeilte Benutzerverwaltung erwarten. Das Authentifizieren gegen einen anderen Server per Windows-DomĂ€ne fehlt meist. Einige EinstiegsgerĂ€te können nicht einmal Zugriffsrechte fĂŒr verschiedene Benutzer verwalten, geschweige denn fĂŒr ganze Gruppen von Benutzern. Oft arbeiten die Netzspeicher nur mit einer Festplatte und sind daher bei den aktuellen FestplattengröĂen auf maximal 1,5 Terabyte beschrĂ€nkt. Wer darauf und auf schnelles Tempo nicht verzichten kann und etwa viele Festplatten in einem RAID-Verbund betreiben möchte, muss sich nach einem mindestens 1000 Euro teuren Profi-NAS umsehen [1] [1] oder sich ein NAS selbst bauen. Selbstschrauben ist allerdings auch nicht viel billiger, wenn die Leistung stimmen soll. Bei der Auswahl der richtigen Hard- und Software lauern viele Fallstricke und nicht zuletzt erfordert ein Selbstbau-NAS erheblichen Konfigurationsaufwand [2] [2] .
Wir konzentrieren uns in diesem Artikel auf 13 energiesparende Netzwerkfestplatten fĂŒr kleine Gruppen, die die Haushaltskasse höchstens mit 400 Euro belasten. Mit dabei sind Fertig-NAS-Systeme mit eingebauter Platte sowie NAS-LeergehĂ€use. Alle GerĂ€te sollten besonders einfach zu konfigurieren sein. ErgĂ€nzend zu diesem Test finden Sie ab Seite 114 einen Artikel, der sich mit der Datensicherung auf NAS-GerĂ€te beschĂ€ftigt. AuĂerdem geben wir Tipps zur richtigen Konfiguration von NAS-GerĂ€ten (siehe c't 5/09, S. 118).
Dieser Test erhebt keinen Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit. So fehlen etwa NAS-LeergehĂ€use von Qnap und Synology. Beide Hersteller bringen wohl schon zur CeBIT neue Einstiegsmodelle mit und verkaufen ihre â zum Teil von uns bereits vorgestellten GerĂ€te Ă€lterer Generation â derzeit nur noch ab. Testergebnisse zu einigen dieser Modelle finden Sie in [3, 4] [3].
Bauplan
NAS-LeergehĂ€use werden gerne gekauft, weil der Anwender hier selbst entscheiden darf, welche Festplatte er hineinschraubt. So bestimmt er Preis, KapazitĂ€t und Energieverbrauch des GerĂ€tes mit. AuĂerdem kann man die Platte spĂ€ter gegen eine gröĂere austauschen, was bei einem KomplettgerĂ€t so nicht ohne Weiteres möglich ist. Ein Bausatz erfordert dafĂŒr mehr Konfigurationsaufwand: ZunĂ€chst muss man die Platte in das GehĂ€use schrauben und anschlieĂend noch die Firmware von CD aufspielen.
Die Geschwindigkeit des Laufwerks spielt bei einfachen NAS-GerĂ€ten keine Rolle, denn die schwachbrĂŒstige Hardware bremst jede moderne Festplatte aus. Daher empfiehlt es sich nicht, die schnellsten Platten zu kaufen, sondern lieber das Augenmerk auf Energiesparfestplatten zu lenken. Wir haben alle GehĂ€use in diesem Test mit 1-Terabyte-Platten der Reihe Caviar Green von Western Digital (WD10EADS) bestĂŒckt. Die Platten drehen nur mit 5400 U/min und benötigen dadurch im Leerlauf (idle) nur um die 3 Watt und bei Zugriffen lediglich knapp 6 Watt â sparsamere Modelle gibt es derzeit nicht zu kaufen. Zwar arbeiten sie deutlich langsamer als moderne Laufwerke mit 7200 U/min. Doch selbst sie erreichen beim sequenziellen Lesen und Schreiben fast 100 MByte/s und damit vielfach höhere Transferraten als die schnellsten NAS-GehĂ€use im Test. AuĂerdem arbeiten die Caviar-Green-Laufwerke sehr leise. Wie unsere Tabelle zeigt, bevorzugen aus diesen GrĂŒnden offenbar auch einige Hersteller von NAS-KomplettgerĂ€ten diese Modelle.
Mehr Platz
In die meisten der hier vorgestellten NAS-GerÀte passt nur eine Festplatte. Einige erlauben aber auch den Einbau mehrerer Laufwerke, etwa das Thecus N3200 (drei Platten) oder die MightyBox von One Technologies sowie das Promise NS2300N (je zwei Platten). Dort ist es möglich, die Festplatten zu einem logischen Verbund zusammenzufassen.
Ein RAID (Redundant Array of Independent Disks) kann man dabei auf verschiedene Art und Weise konfigurieren: Beim RAID 0 (Striping) werden die Daten ĂŒber alle Platten verteilt. Wenn dann auch nur eine ausfĂ€llt, ist alles im Eimer. Dem steht bei Profi-GerĂ€ten ein Performance-Gewinn gegenĂŒber, von dem einfache NAS jedoch nicht profitieren, weil hier das Nadelöhr der Prozessor ist und nicht der Plattenzugriff.
Beim RAID 1 (Mirroring) liegen auf allen Platten dieselben Daten. Das hilft zwar beim Totalausfall einer Platte, doch Fehler im NAS selbst oder versehentliches Löschen betrifft alle Kopien, sodass ein RAID 1 das Backup wichtiger Daten nicht ersetzt, aber doppelte Festplattenkosten bringt.
RAID 5 kombiniert im High-End-Segment die Vorteile beider Verfahren, indem es die Daten so auf mindestens drei Platten verteilt, dass sich bei Ausfall eines Laufwerkes aus den ĂŒbrigen die gesamte Information rekonstruieren lĂ€sst. Doch dazu muss der Prozessor zusĂ€tzlich rechnen, sodass einfache NAS-GerĂ€te durch RAID 5 eher langsamer werden. Und fĂŒr die Redundanz gilt dasselbe wie bei RAID 1: Sie ersetzt das Backup nicht.
Sie sollten daher den Modus âJust a Bunch Of Disksâ (JBOD) wĂ€hlen. Er fasst alle Platten zu einer groĂen logischen zusammen. Wenn eine ausfĂ€llt, bleibt immerhin eine Chance, die auf den anderen Platten abgelegten Daten zu retten.
Sicher ist sicher
RAID erhöht generell die Ausfallsicherheit und damit die VerfĂŒgbarkeit eines Systems, ersetzt aber niemals eine Datensicherung. Die sollte aus SicherheitsgrĂŒnden auf einem Speichermedium erfolgen, auf das das NAS nicht stĂ€ndig zugreift. In Frage kommen hierfĂŒr wechselbare DatentrĂ€ger wie etwa USB-Festplatten oder -Sticks, die man an viele NAS ĂŒber die vorhandenen USB-2.0-Host-Buchsen anstöpseln kann. DrĂŒckt man den bei einigen NAS vorhandenen âBackup-Knopfâ, kopieren sie sogar selbststĂ€ndig Daten von der eingebauten Platte auf ein USB-Laufwerk.
Ăber die USB-2.0-Host-AnschlĂŒsse lĂ€sst sich bei manchen NAS auĂerdem eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) oder ein Netzwerkdrucker andocken. Wenige GerĂ€te bieten darĂŒber hinaus noch eine USB-2.0-Device-Schnittstelle, um das NAS auch einmal direkt an den Rechner zu stöpseln â beispielsweise, um es erstmalig mit Daten zu betanken. Das gelingt dann meist schneller als ĂŒbers Netzwerk. eSATA-Buchsen gibt es bei Netzwerkfestplatten nach wie vor sehr selten, und wenn, dann nur, um Festplatten anzudocken. Der Speicherplatz der dort angeschlossenen Platten lĂ€sst sich dann im Netz freigeben.
Angeschlossen
HĂ€ngt man ein NAS ins lokale Netz, beschafft es sich eine IP-Adresse selbststĂ€ndig, idealerweise per DHCP. LĂ€uft im LAN kein entsprechender Server, fĂ€llt es auf APIPA zurĂŒck. FĂŒr diesen Fall besitzen manche GerĂ€te einen eigenen DHCP-Server, der dem Konfigurations-PC eine IP zuweist. Um das NAS dann per Webbrowser administrieren zu können, muss man zunĂ€chst die IP-Adresse herausfinden. Den meisten GerĂ€ten liegt dafĂŒr ein Windows-Programm bei, das ĂŒber ein proprietĂ€res Protokoll versucht, die Adresse der Netzwerkfestplatte zu ermitteln. Das gelingt jedoch nicht immer so zuverlĂ€ssig wie von den Herstellern im Handbuch beschrieben. Besonders wenn Netzwerk-Einstellungen von NAS und Client-PC gar nicht zueinander passen, geht es meistens schief. Dann ist Handarbeit erforderlich, wie der Artikel auf Seite 118 beschreibt.
Basisarbeit
Auf den meisten NAS-GerĂ€ten lĂ€uft heute ein Mini-Linux mit dem Open-Source-Server Samba, das auf den jeweiligen Prozessor angepasst ist. Damit eröffnen sich Bastlern interessante Möglichkeiten: Einige Hersteller wie Promise oder Thecus bieten an, ihr GerĂ€t noch um weitere Funktionen, etwa einen Download-Client oder Ăhnliches aufzumotzen. Bevor man mit dem Programmieren von Zusatzprogrammen beginnt, lohnt ein Blick auf die Hersteller-Homepage oder die einschlĂ€gigen NAS-Fan-Gemeinden im Internet, wo es bereits einige fertige Module zum Download gibt. Die Erweiterungen lĂ€dt man dann meist bequem in Form von Programmmodulen per Browser auf das NAS.
Nur wenige Exoten, etwa die GerĂ€te von Freecom oder Vosstronics arbeiten mit einer Spezial-Firmware des taiwanischen Chipsatz-Zulieferers RDC und sind Erweiterungen gegenĂŒber nicht aufgeschlossen.
Protokolle
Alle hier vorgestellten Netzwerkfestplatten beherrschen zum Dateiaustausch mindestens das Protokoll der Windows-Dateifreigabe (Server Message Blocks, SMB) beziehungsweise den Microsoft-Dialekt CIFS (Common Internet File System). Damit können sich alle Client-PCs im Netz â unabhĂ€ngig, ob auf ihnen Windows, Linux oder Mac OS lĂ€uft â mit dem NAS verbinden. Nur einige bessere GerĂ€te beherrschen darĂŒber hinaus noch das Apple-Dateiprotokoll AFP (Apple Filing Protocol) oder das in Linux- und Unix-Umgebungen beliebte NFS (Network File System).
Spricht ein NAS auch FTP (File Transfer Protocol), kann man nicht nur aus dem lokalen Netz, sondern auch von auĂerhalb ĂŒber das Internet auf die Netzwerkfestplatte zugreifen â sofern alle Router auf der Netzwerkstrecke mit dem heiklen Protokoll zurechtkommen. Einfacher ist es, wenn das NAS auch noch einen integrierten Webserver bietet. Dann kommt man auch von Neuseeland oder Amerikanisch-Samoa per Browser und ohne Installation eines FTP-Programms an die Daten daheim. Umgekehrt kann das NAS automatisch die eingebaute Festplatte mit neuen Daten aus dem Internet befĂŒllen, wenn auf dem GerĂ€t ein Download- oder Tauschbörsen-Client lĂ€uft.
Bild- und Tongeber
NAS-GerĂ€te arbeiten nicht nur als einfacher Dateiserver, sondern eignen sich auch hervorragend zum Aufbau eines Heimunterhaltungsnetzes. Mit Hilfe eines integrierten Medienservers reichen sie das aufgezeichnete FuĂballspiel ĂŒber einen Streaming-Client auf den Fernseher weiter oder beliefern das Internetradio im Badezimmer mit MP3s.
Als Standard fĂŒr das Streaming von Audio- und Videodateien, hat sich UPnP AV (Universal Plug-and-Play Audio Video) durchgesetzt. Von NAS-GerĂ€ten, die dieses Protokoll beherrschen, kann beispielsweise der Windows Media Player Musik und Filme direkt abspielen. Meistens liefern die NAS auĂerdem Musikdateien an iTunes-Clients aus.
Die meisten Hersteller werben mit UPnP AV, doch einige lassen den Standard links liegen und drehen ihr eigenes Ding. Dann kann es â wie beispielsweise bei den GerĂ€ten von Vosstronics oder Level One â zu InkompatibilitĂ€ten mit Streaming-Clients kommen. Das NAS von Vosstronic war fĂŒr unsere Streaming-Clients nicht sichtbar, das Level-One-NAS tauchte zwar auf, aber es lieĂen sich keine Dateien von dort abspielen.
Ist ein NAS dagegen nach den Richtlinien der Digital Living Network Alliance (DLNA) zertifiziert, soll es ideal mit ebenfalls DLNA-zertifizierten Streaming-Clients zusammenarbeiten. Die Zertifizierung durch die Digital Living Network Alliance umfasst UPnP V und legt zusĂ€tzlich Standardformate und -protokolle fest, die DLNA-GerĂ€te beherrschen mĂŒssen: Sie streamen per HTTP und mĂŒssen mindestens LPCM fĂŒr die Audio-, JPEG fĂŒr die Foto- und MPEG-2 fĂŒr die Videowiedergabe unterstĂŒtzen. Obwohl dieser DLNA-Standard schon eine Weile existiert, gibt es nach wie vor sehr wenige DLNA-kompatible Streaming-Clients.
In diesem Test entpuppten sich die DLNA-zertifizierten NAS-GerÀte als pflegeleichter als alle anderen. Nur das Promise NS2300N hinterlieà trotz DLNA-Zertifizierung keinen guten Eindruck. Es verweigerte die Wiedergabe von HD-Filmen und gewÀhrte keinerlei Zugriff auf Musik.
Hochauflösende Filme mit bester TonqualitĂ€t belegen locker mehrere Gigabyte auf der Platte. Doch nur moderne Linux-Dateisysteme wie die in den meisten NAS verwendeten ext2/ext3, ReiserFS und XFS sowie Microsofts NTFS können mit Dateien jenseits von vier GByte umgehen. Wenn der Netzwerkspeicher jedoch das alte FAT32 nutzt, ist schon bei vier oder zwei GByte Schluss â so beispielsweise bei den bereits angesprochenen GerĂ€ten mit RDC-Chip. Vosstronics warnt in der technischen Spezifikation immerhin, dass das NAS VTG-KC31NS+ keine Dateien gröĂer als vier GByte vertrĂ€gt. Bei Freecoms Network Hard Drive fehlt ein Hinweis diesbezĂŒglich. Immerhin liefert es eine Fehlermeldung, wenn man versucht, eine Datei dieser GröĂe anzulegen. Als Videoablage oder fĂŒr riesige Datei-Images taugen diese Laufwerke somit nicht.
Recht haben
Eine Rechteverwaltung darf bei einem NAS nicht fehlen. Wer Filme, SteuererklĂ€rung oder Haushaltsrechnung vor den Augen seines Nachwuchses oder der WG-Mitbewohner verbergen möchte, braucht einen Zugriffsschutz fĂŒr Ordner. Doch es gibt dramatische Unterschiede dabei, was die Hersteller unter einer Zugriffsrechteverwaltung verstehen. Die Schere klafft zwischen Einfachst-Netzwerkplatten, die zwar fĂŒr FTP eine Nutzerverwaltung erlauben, aber SMB-Shares nur mit einem einzigen Passwort geschĂŒtzt exportieren, bis hin zu professionelleren GerĂ€ten mit echter Nutzerverwaltung, die Benutzer sogar in Gruppen verwalten oder zur Authentifizierung einen Windows-DomĂ€nen-Server befragen können.
FĂŒr den Fall, dass mehrere Benutzer oder Programme versuchen, auf ein und dieselbe Datei in einem Ordner zuzugreifen, sollte ein NAS File und Record Locks beherrschen. Ăber diese Aufrufe sperrt das NAS eine Datei oder Teile davon, wenn ein anderer sie gerade bearbeitet. Das beherrschten immerhin alle GerĂ€te im Test.
Auch die maximale Anzahl der Verbindungen, die ein GerĂ€t halten kann, sind ein wichtiges Kriterium. FĂŒnf gleichzeitige Verbindungen beim Allnet ALL6260 reichen zwar fĂŒr einen kleinen Haushalt mit einigen Windows-Clients, doch schon wenige Linux- oder Mac-OS-Rechner im Netz ĂŒberfordern das NAS. Letztgenannte Systeme öffnen fĂŒr jede Freigabe eine eigene Verbindung.
Die maximale Anzahl gleichzeitig offener Dateien sollte idealerweise im vierstelligen Bereich liegen. Eine Netzwerkfestplatte hĂ€lt nĂ€mlich oft mehr Dateien offen als nur die, die gerade vom Anwender bearbeitet werden â besonders, wenn auf dem NAS auch Konfigurationsdateien oder temporĂ€re Files lagern.
Damit das NAS den Dateien beim Abspeichern auch den richtigen Zeitstempel verpassen kann, braucht es eine richtig tickende Uhr. Sie lÀsst sich bei allen GerÀten manuell einstellen. Viele NAS holen sich die aktuelle Zeit auf Wunsch aber auch von einem frei konfigurierbaren NTP-Server (Network Time Protocol) aus dem Internet.
Messmethoden
Die Geschwindigkeit von NAS-GerĂ€ten haben wir wie ĂŒblich beim Kopieren von Dateien mit smbclient 3.2.4 unter Linux gemessen. ZusĂ€tzlich finden Sie auĂerdem Ergebnisse, die wir mit einem Benchmark unter Windows ermittelt haben, der den Windows Explorer simuliert.
Das BetriebsgerĂ€usch maĂen wir in unserer schalltoten Messkammer aus einer Entfernung von einem halben Meter in Bereitschaft und unter Last. Dabei bewerten wir alle Netzwerkspeicher anhand der linearen Sone-Skala wie Silent-PCs, denn hĂ€ufig werden sie im Wohn- oder Arbeitszimmer aufgestellt. ZusĂ€tzlich finden Sie zum Vergleich einen Wert fĂŒr den Schalldruck in dBA.
DarĂŒber hinaus geben wir fĂŒr jedes GerĂ€t die Leistungsaufnahme an. Sie ist ebenfalls ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf eines Netzspeichers, da dieser typischerweise 24 Stunden am Tag lĂ€uft und Energie verbraucht. Betrachtet man optimistischerweise die Leistungsaufnahme im Leerlauf (idle) und setzt einen Stromtarif von 20 Cent pro Kilowattstunde, dann verursacht das sparsamste Modell im Testfeld (D-Link DNS-313, 8,7 Watt) jĂ€hrlich nur etwa 15 Euro Stromkosten, der Spitzenverbraucher (Thecus N3200, 25 Watt) dagegen bis zu 43 Euro.
ZusĂ€tzlich Strom sparen kann man, wenn das NAS eine Option bietet, um Festplatten bei ausbleibenden Zugriffen schlafen zu legen. Manche GerĂ€te beherrschen auch ein zeitgesteuertes Hoch- und Herunterfahren. Das heiĂt, wenn der Anwender weiĂ, dass zu bestimmten Tageszeiten niemand auf das NAS zugreift, kann er es entsprechend konfigurieren, damit es sich in diesen Zeiten automatisch komplett abschaltet. So kann sich das NAS beispielsweise nachts in den Tiefschlaf legen und Energie sparen und erst morgens wieder in den Dienst gehen. Praktisch ist, wenn es sich trotzdem bei Bedarf aus der Ferne per Wake-On-Lan wecken lĂ€sst.
Den vollstÀndigen Artikel finden Sie in c't 5/2009.
[4]Literatur
[1] Boi Feddern, Drei Musketiere, Netzwerkspeicher fĂŒr gehobene AnsprĂŒche, c't 3/09, S. 156
[2] Boi Feddern, Christof Windeck, Dr. Oliver Diedrich, Datenpumpe, Tipps zum Bau eines schnellen Netzwerkspeichers, c't 26/08, S. 196
[3] Eingenetzt, Neun Netzwerk-FestplattengehĂ€use zum SelbstbestĂŒcken, c't 20/06, S. 152
[4] Abhörsicherer Server, c't 15/07, S. 58
"Terabytes im Netz"
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| GĂŒnstige Netzwerkfestplatten im Test | S. 104 |
| Automatisches Backup auf NAS-GerÀte | S. 114 |
| Tipps und Tricks zum souverÀnen Umgang mit NAS | S. 118 |
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