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12 und 16 GByte Speicher: Nvidia enthüllt zwei Varianten der Pascal-Rechenkarte Tesla P100

Martin Fischer
Nvidia stellt zwei Varianten der Pascal-Rechenkarte Tesla P100 vor

(Bild: Nvidia)

Die Tesla P100 will Nvidia als 12- und 16-GByte-Variante anbieten. Beide sind besonders bei Deep-Learning-Berechnungen rasend schnell und sollen höchstens 250 Watt schlucken.

Nvidia hat im Rahmen der Supercomputing-Konferenz ISC [1] zwei neue PCIe-Rechenkarten mit Pascal-Grafikchips vorgestellt. Im Unterschied zur im April präsentierten NVLink-Variante [2] schluckt die PCIe-Karte Tesla P100 höchstens 250 statt 300 Watt – und ist deswegen auch ein wenig langsamer.

Wobei das Wörtchen "langsam" relativ ist: Die Tesla P100 schafft theoretisch bis zu 18,7 Billionen Berechnungen pro Sekunde (TFlops) bei 16-bittiger Genauigkeit (Half Precision/HP). Half Precision eignet sich etwa für Deep-Learning-Berechnungen oder für bestimmte Texturoperationen. Bei einfacher Genauigkeit (Single Precision/SP) packt die Tesla P100 9,3 TFlops, bei den besonders fürs Finanzwesen wichtigen doppeltgenauen Berechnungen (Double Precision/DP) immerhin noch 4,7 TFlops. Zum Vergleich: Die NVLink-Variante erreicht 21/10,6/5,3 TFlops.

Die Tesla-P100-Karte verkauft Nvidia in zwei Varianten, die sich lediglich im Speicherausbau und der Transferrate voneinander unterscheiden. Die 16-GByte-Version erreicht mit 720 GByte/s die gleiche Transferrate wie die NVLink-Platine; die 12-GByte-Version packt dagegen nur 540 GByte/s. Die Speicher beider Karten sind jeweils vollständig ECC-geschützt.

Nvidia hat einige Benchmark-Ergebnisse in Form von Säulendiagrammen veröffentlicht und insgesamt drei Systeme mit (1) zwei Tesla-K80-Karten, (2) zwei P100-Karten und (3) vier P100-Karten verglichen. Die Werte beziehen sich auf die Anwendungen NAMD, VASP, MILC, HOOMD Blue, AMBER und Caffe/Alexnet. Dabei zeigt sich, dass besonders AMBER und Caffe/Alexnet von den neuen P100-Karten profitieren sollen.

Die Tesla P100 soll laut Nvidia ab dem vierten Quartal an Erstausrüster (Original Equipment Manufacturer/OEM) ausgeliefert werden. Bis die Karten tatsächlich im Einzelhandel auftauchen, könnte es noch bis zum kommenden Jahr dauern. Im April erklärte Nvidia-Chef Huang noch, dass OEMs erst im ersten Quartal 2017 mit Tesla-P100-Karten bedient werden sollen. (mfi [3])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3241868

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Supercomputer-China-ueberholt-die-USA-3241342.html
[2] https://www.heise.de/news/GTC-2016-Nvidia-enthuellt-Monster-Chip-Pascal-mit-16-GByte-HBM2-und-bis-zu-3840-Kernen-3163143.html
[3] mailto:mfi@heise.de