2013 wird Testjahr fĂŒr Anti-Zensur-Projekte
Tests möglicher Anti-Zensur-Infrastrukturpakete sind wichtig, um deren Sicherheit gegen Angriffe abzuschÀtzen.
Im kommenden Jahr stehen einige Tests fĂŒr Anti-Zensur-Projekte an. Den Anfang macht Detroits "Cass Corridor" im Januar 2013 [1]. Es bildet das Testfeld fĂŒr ein mobiles Adhoc-Netz, das es ermöglichen soll, sich in Notfallsituationen per Handy, Laptop oder Tablet zu vernetzen. Gedacht ist dabei auch an "politische Notfallsituationen", also staatliche Restriktionen fĂŒr die Netznutzung, etwa in LĂ€ndern wie Syrien. Geld gibt es fĂŒr "Commotion [2]" in Detroit von verschiedenen US-Stiftungen sowie dem US-AuĂenministerium, das eines der in den vergangenen beiden Jahren gestarteten staatlichen "digital-freedom"-Projekte gestartet hat. Das AuĂenministerium hat in den vergangenen vier Jahren rund 100 Millionen Dollar in solche Projekte gesteckt.
Auch in der EuropĂ€ischen Union wird an "zensurfreien Notfallnetzen" und Tests möglicher Produkte gebastelt. Im Rahmen des Forschungsprogramms "Community Networks Testbed for the Future Internet" (Confine [3]) werden laut einer Kommissionsbeamtin derzeit NeuantrĂ€ge geprĂŒft. Bis Januar 2013 soll auch externen Mesh-Netz Forschern ein Testnetz mit 40 Teilnehmerknoten bereit stehen, dazu kommt ein Team von Confine fĂŒr die Beratung zu den ProbelĂ€ufen. Weitere Testmöglichkeiten fĂŒr Tools soll zudem das von der EU geförderte OpenLabs bieten. DafĂŒr lĂ€uft derzeit eine zweite Bewerbungsrunde [4].
Tests möglicher Anti-Zensur-Infrastrukturpakete sind deshalb wichtig, um deren Sicherheit gegen Angriffe abzuschĂ€tzen. In der Vergangenheit seien Tools fĂŒr Internetaktivisten, die aus den gut gefĂŒllten Staatstöpfen finanziert worden seien, immer wieder wegen SicherheitsmĂ€ngeln auseinandergenommen worden, meinen die US-BĂŒrgerrechtler der Electronic Frontier Foundation und raten zu einer besseren Vernetzung zwischen des Förderprojekten und technischen Experten und Aktivisten.
UnterstĂŒtzung fĂŒr die Beschaffung von Werkzeugen fĂŒr gefĂ€hrdete Aktivisten soll aus dem im Herbst angekĂŒndigten Extratopf "Digital Defenders Partnership [5]" kommen. Insgesamt 2,5 Millionen Euro spendieren die Mitglieder der "Coalition for Freedom Online" fĂŒr diesen von der niederlĂ€ndischen Entwicklungshilfeorganisation Hivos verwalteten Topf. Die von den Niederlanden und den USA ins Leben gerufene Koalition lĂ€dt 2013 wieder zum Jahrestreffen der staatlichen Netzfreiheits-KĂ€mpfer, dieses Mal nach Tunesien. (anw [6])
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[1] http://newamerica.net/pressroom/2012/advisory_detroit_breaking_ground_as_lab_for_wireless_innovation
[2] https://code.commotionwireless.net/projects/commotion/wiki/Newbie_How_It_Works
[3] http://confine-project.eu/open-call-1/
[4] http://www.ict-openlab.eu/home.html
[5] http://www.hivos.org/news/digital-defenders-partnership
[6] mailto:anw@heise.de
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