"Adware-Trojaner" rooten heimlich Android-GerÀte
Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen Form von Android-Adware, die neben der Einblendung von Werbung auch GerÀte rooten und ausspionieren kann.
20.000 Klone von populÀren Apps, wie etwa Facebook und Whatsapp, sollen Android-Smartphones und -Tablets mit Werbung verseuchen und sogar rooten [1] können. Davor warnen Kryptologen von Lookout. Sie bezeichnen die Malware als Adware-Trojaner.
Die bösartigen Klon-Apps sollen sich ausschlieĂlich in App Stores von Dritt-Anbietern finden. Lookout zufolge verhalten sich die verseuchten Apps wie die Original-App, sodass der Nutzer keinen Verdacht schöpft. Von den Adware-Trojanern sollen auch Nutzer in Deutschland betroffen sein.
Unter den 20.000 Funden befinde sich auch ein bösartiger Klon der Zwei-Faktor-Authentifizierungs-App von Okta, die in Firmen zum Einsatz kommen soll. Lookout warnt an dieser Stelle vor möglicher Spionage durch den Trojaner-Teil des SchÀdlings.
Vom Rooten bekommt der Nutzer nichts mit
Das Rooten soll ĂŒber bereits bekannte Exploits, wie etwa Framaroot, ExynosAbuse und Memexploit, vom Nutzer unbemerkt stattfinden. Welche Android-Versionen anfĂ€llig sind, erlĂ€utern die Sicherheitsforscher nicht.
Lookout zufolge sollen die bösartigen Klon-Apps von verschiedenen Malware-Entwicklern stammen. Der Code sei aber gröĂtenteils identisch und es kommen auch die gleichen Exploits zum Einsatz. Lookout schlieĂt daraus auf eine Kommunikation der Entwickler untereinander.
(Bild:Â Lookout [2] )
Malware fest im System verankert
Zudem soll sich der Adware-Trojaner als System-Applikation festsetzen, Lookout zufolge lĂ€sst sich die bösartige App nicht mehr entfernen. Das bestĂ€tigt ein Kommentar-Verfasser gegenĂŒber dem Technikportal Arstechnica [3], der sich als Sicherheitsforscher ausgibt, der die Malware analysiert hat.
Ihm zufolge modifiziert der Shedun-Abkömmling der Adware-Trojaner die install-recovery.sh, um sich dauerhaft im System festzusetzen. Eine andere Variante verĂ€ndere zudem Dateien ĂŒber den Linux-Befehl chattr, sodass diese sich nicht ohne Weiteres entfernen lassen. Dem Kommentar-Verfasser zufolge könnte in naher Zukunft ein Whitepaper mit weiteren technischen Details erscheinen.
In der Vergangenheit hat sich eine, bis auf die Adware-Komponente, Àhnlich gestrickte App zum heimlichen Rooten von Android-GerÀten [4] sogar in Google Play geschlichen. Ob es einen Zusammenhang mit den neu entdeckten FÀllen gibt, ist nicht bekannt. (des [5])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2878360
Links in diesem Artikel:
[1] https://blog.lookout.com/blog/2015/11/04/trojanized-adware/
[2] https://blog.lookout.com/blog/2015/11/04/trojanized-adware/
[3] http://arstechnica.com/security/2015/11/new-type-of-auto-rooting-android-adware-is-nearly-impossible-to-remove/?comments=1&post=30069359
[4] https://www.heise.de/news/Google-Play-Malware-rootet-Android-Geraete-2823455.html
[5] mailto:des@heise.de
Copyright © 2015 Heise Medien