Aktuelle Trojaner-Welle: Emotet lauert in gefÀlschten Rechnungsmails
(Bild: CERT-Bund)
Offensichtlich hat es der Emotet-SchÀdling nun auf Privatpersonen abgesehen. Derzeit sind gehÀuft gefÀlschte Amazon-, Telekom- und Vodafone-Mails unterwegs.
Der Multifunktionstrojaner fĂŒr Windows Emotet ist wieder im Umlauf und versteckt sich in vermeintlichen Telekom- und Vodafone-Rechnungen. Zudem sind vermehrt Fake-Amazon-Mails unterwegs. Wer dieser Tage so eine Mail bekommt, sollte auf keinen Fall den Anhang öffnen oder auf Links innerhalb der Nachricht klicken.
BSI und LKA warnen
Das CERT-Bund hat ein vermehrtes Aufkommen dieser BetrĂŒgermails beobachtet und warnt davor auf Twitter [1]. Die Mails orientieren sich beim Layout und Text an Originalen und sie wirken auf den ersten Blick glaubhaft. Erst wer sich den Absender genau anschaut, erkennt, dass die Mail von einem kompromittierten Server und nicht von der Telekom oder von Vodafone versendet wurden.
Die Macher der BetrĂŒgermails zielen darauf ab, dass Opfer den Dateianhang in Form einer unechten Rechnung öffnen. In der Regel sind das Word-Dokumente mit eingebetteten Makrofunktionen. Wer so ein Dokument öffnet und darin die Makros aktiviert, hat seinen Computer infiziert. Ein Hintergrundartikel von heise Security zeigt, wie man sich vor so etwas schĂŒtzt [2] und wie man sich im Ernstfall am effektivsten verhĂ€lt.
Das LKA Niedersachsen verzeichnet momentan ein enormes Aufkommen von gefĂ€lschten Amazon-Mails. In diesen finden sich Links, die ebenfalls zu Word-Dateien mit Makros fĂŒhren, die nach dem AusfĂŒhren Emotet auf den Computer holen.
Neu ausgerichtete Emotet-Kampagne
Emotet sorgte Ende 2018 fĂŒr Schlagzeilen [3], als der Trojaner ganze Firmen lahmlegte und SchĂ€den in Millionenhöhe verursachte. Auch zu dieser Zeit warnte das CERT-Bund vor einer Infektionswelle. Zu diesem Zeitpunkt waren Unternehmen das Hauptziel der Kriminellen. Dabei setzten sie auf extrem gut gemachte Phishing-Mails, die angeblich von Arbeitskollegen oder sogar dem eigenen Chef stammten. Zum Teil griffen die Mails sogar aktuelle Projekte in Firmen auf, um die GlaubwĂŒrdigkeit zu steigern. Die Drahtzieher haben dafĂŒr akribisch Informationen ĂŒber Opfer zusammengetragen und daraus eine neue Generation von Phishing-Mails gestrickt. Die maĂgeschneiderten Nachrichten (Spear Phishing) werden in groĂer Zahl verschickt und man kann hier von Dynamit-Phishing sprechen.
Nun scheinen Privatpersonen im Fokus zu stehen und die Emotet-Drahtzieher setzen auf altbewĂ€hrte Phishing-Mails mit gefĂ€lschten Rechnungen. Die Masche mit Makroviren ist gefĂŒhlt uralt â funktioniert aber offensichtlich immer noch.
Emotet ist Ă€uĂerst gefĂ€hrlich und perfide, weil er vielseitig einsetzbar ist. Zum Beispiel holt er nach einer Infektion beispielsweise den Banking-Trojaner Trickbot auf Computer. AuĂerdem kopiert er Passwörter aus Browsern und Mail-Clients, kann sich wurmartig in Netzwerken verbreiten und effektiv vor Schutzsoftware verstecken. DarĂŒber hinaus soll sich die weiterentwickelte aktuelle Version noch effektiver durch Spamfilter mogeln, erlĂ€utern Sicherheitsforscher von Cisco Talos in einem Beitrag [4].
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(des [6])
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- https://www.heise.de/hintergrund/Dynamit-Phishing-mit-Emotet-So-schuetzen-Sie-sich-vor-der-Trojaner-Welle-4243695.html
- https://www.heise.de/news/Achtung-Dynamit-Phishing-Gefaehrliche-Trojaner-Welle-legt-ganze-Firmen-lahm-4241424.html
- https://blog.talosintelligence.com/2019/01/return-of-emotet.html
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