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Android-Apps laufen im Chrome-Browser

Alexander Spier
Android-Apps starten im Chrome-Browser

Die "App Runtime for Chrome" von Google startet beliebige Android-Apps im Chrome-Browser. Schon mit der frĂŒhen Beta-Version sind Apps nach ein paar Klicks fĂŒr Windows, Mac OS, Linux und Chrome OS fit.

Schon im September hatte Google die App Runtime fĂŒr Chrome (ARC) auf Chrome OS [1] veröffentlicht, doch liefen damit zunĂ€chst nur wenige Android-Apps auf Googles eigenem Desktop-Betriebssystem. Spannender wurde es wenige Tage spĂ€ter mit der inoffiziellen Erweiterung ARChon [2]. Diese öffnete die Android-Emulation fĂŒr beliebige Apps und macht zudem ARC auf allen Desktop-Betriebssystemen zugĂ€nglich. Nun zieht Google mit der neusten Beta-Version von ARC [3] offiziell nach: Damit starten Android-Programme unter Windows, Linux, Mac OS X im Chrome-Browser ab Version 41.

In der frĂŒhen Betaphase ist ARC nur fĂŒr Entwickler gedacht. Mit der passenden APK-Datei kann aber jeder Anwender versuchen, seine Lieblings-Android-App im Browser zum Laufen zu bringen. Aktuell ist ARC auf dem Stand von Android 4.4 und arbeitet mit der Dalvik-Runtime. Die neuere Android Runtime (ART) wird noch nicht unterstĂŒtzt.

Auch die c't-App lÀuft nun im Chrome-Browser unter Mac OS X.

Auch die c't-App lÀuft nun im Chrome-Browser unter Mac OS X.

ZusĂ€tzlich zum App-APK wird die Chrome-Erweiterung ARC Welder [4] benötigt. Sie liefert die notwendige Android-Umgebung mit und wandelt die Android-App in eine Chrome-App um. Im Unterschied zu ARChon muss man hierfĂŒr nicht die Kommandozeile bemĂŒhen. ARC lĂ€uft als sogenannter Native Client in einer Sandbox. Von dort aus soll die Runtime vollen Zugriff auf CPU und Grafikkarte erhalten und damit ausreichend Performance bereitstellen.

Programme können die regulĂ€ren Android-APIs nutzen; Entwickler mĂŒssen sie also nicht an die Browser-Umgebung anpassen. Die neueste Beta unterstĂŒtzt einige Elemente der Google-Play-Dienste, darunter die Maps-API, Google Cloud Messaging und Google Ads. Damit diese in ARC funktionieren, muss der Entwickler spezielle Metadaten in der App unterbringen; Anwender können sie nicht von außen aktivieren. Komplexere Apps stellen ihren vollen Funktionsumfang nicht ohne zusĂ€tzliche Eingriffe bereit. Theoretisch können Entwickler mit ARC Welder jedoch universelle Apps fĂŒr alle Plattformen bereitstellen.

Die Android-Apps laufen sowohl im Fenster als auch im Vollbild; Chrome kann auch mehrere Programme gleichzeitig anzeigen. Viele Smartphone-typische Hardware-Komponenten fehlen hingegen, etwa der Beschleunigungssensor. Auch aus diesem Grund werden in der Praxis nicht alle Apps einwandfrei laufen. (asp [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2595924

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Chrome-OS-fuehrt-Android-Apps-aus-2390664.html
[2] https://www.heise.de/news/Android-Apps-laufen-im-Chrome-Browser-2411092.html
[3] https://developer.chrome.com/apps/getstarted_arc
[4] http://goo.gl/gAn0Xh
[5] mailto:asp@heise.de