Asus steigt ins NAS-GeschÀft ein
Der Verkauf von Speicherboxen mit Netzwerkanschluss ist ein gutes GeschÀft. Immer mehr Firmen sind daher in diesem Markt vertreten. Nun zeigt die Asus-Tochter Asustor vielversprechende Erstlingswerke.
Netzwerkspeicher, Download-Station, Media-Player, Backup-Station und vieles mehr â die Anwendungsmöglichkeiten eines NAS-Systems daheim und in kleinen BĂŒros sind vielfĂ€ltig. Kein Wunder also, dass die Speicherboxen mit Netzwerkanschluss (Network Attached Storage) in den letzten Jahren immer beliebter geworden sind. Mit steigenden Verkaufszahlen interessieren sich auch immer mehr Unternehmen fĂŒr dieses Segment. Mit der 2011 gegrĂŒndeten Asus-Tochter Asustor [1] kommt nun ein weiterer Anbieter hinzu. Die Ziele des jungen Unternehmens mit renommiertem Background sind ambitioniert: Man möchte NAS-Systeme entwickeln, die von der Funktionsvielfalt her mit etablierten Anbietern mithalten können, sich auch von Laien leicht einrichten und nutzen lassen und dennoch zu einem attraktiven Preis zu haben sind.
Die erste GerĂ€teserie namens AS-60xT hat Asustor nun auf der Computex vorgestellt: Die vier NAS-Systeme mit Platz fĂŒr zwei (AS-602T, JBOD, RAID 0, 1), vier (AS-604T, JBOD, RAID 0,1, 5, 6, 10), sechs (AS-606T, JBOD, RAID 0,1, 5, 6, 10) oder acht Festplatten (AS-608T, JBOD, RAID 0,1, 5, 6, 10) arbeiten alle mit dem gleichen Controller auf Basis von Intels Dual-Core-Atom. Ihm steht 1 GByte DDR-3-Hauptspeicher zur VerfĂŒgung, der sich via SO-DIMM auf bis zu 3 GByte erweitern lĂ€Ăt. Der Controller verfĂŒgt ĂŒber zwei Gigabit-LAN-Ports, zwei eSATA-Ports zum Anschluss weiterer Festplatten, zwei USB-3-0- und vier USB-2.0-Ports. Ăber die USB-Ports lassen sich externe GerĂ€te wie etwa Drucker, Scanner, externe Festplatten, USB- und WLAN-Sticks anschlieĂen. Die GerĂ€te sind bei entsprechender Konfiguration etwa als Netzwerkdrucker oder als Laufwerksfreigabe verfĂŒgbar. Ein zweizeiliges Display an der GerĂ€tefront informiert ĂŒber den GerĂ€testatus, kann aber auch individuelle Nachrichten anzeigen.
Computex 2012: Asustor NAS (0 Bilder) [2]
Ăber den HDMI-Ausgang an der GerĂ€terĂŒckseite lĂ€sst sich die NAS-Box an ein Display oder einen Fernseher anschlieĂen. Das GerĂ€t fungiert dann als Media-Player, der sich ĂŒber entsprechende Apps via iPhone, Android-Smartphone oder Tablet steuern lĂ€sst. Die Leistung des Controllers reicht anhand unserer EindrĂŒcke am Messestand dazu aus, um Full-HD-Filme ruckelfrei wiederzugeben. Ob das unter allen UmstĂ€nden und mit allen ĂŒblichen HD-Formaten so ist, lieĂ sich aber vor Ort nicht ermitteln. Auch Bilder und Musik lassen sich via HDMI am Fernseher wiedergeben. Einen separaten Audio-Ausgang bieten die NAS-Boxen von Asustor allerdings nicht.
Die Konfigurations- und BedienoberflĂ€che der Asustor-NAS folgt dem App-Konzept und lĂ€sst sich individuell anpassen. Je nach persönlichem Geschmack erscheinen dann mehr oder weniger Optionen und Funktionen. Damit will Asustor zum einen weniger erfahrene Anwender abholen, aber auch sicherstellen, dass die NAS-Boxen beim Einsatz im BĂŒro nur die Funktionen enthalten, die dort erforderlich sind. Ăber einen eigenen "App Central" getauften Bereich lassen sich neue Funktionen aus dem Internet hinzufĂŒgen. Derzeit herrscht im Asustor-App-Center allerdings noch gĂ€hnende Leere. Auch die KompatibilitĂ€tslisten fĂŒr Festplatten, IP-Kameras und externe GerĂ€te sind noch "under construction". Hier hat Asustor noch viel Arbeit vor sich, um das Niveau etablierter Anbieter zu erreichen
Der erste Eindruck von Asustors Erstlingswerken war aber durchaus ĂŒberzeugend: Die GerĂ€te lassen sich via Netzwerk vom PC aus oder via WLAN per Smartphone oder Tablet steuern und konfigurieren. Zumindest die Basiskonfiguration des digitalen Heim-Entertainment-Hubs dĂŒrften auch absolute Laien bewĂ€ltigen. Auch die integrierte Ăberwachungssoftware ist einfach zu handhaben. Sie unterstĂŒtzt von Haus aus bis zu vier IP-Kameras, soll sich aber nach Aussage von Asustor auch auf weitere Kameras erweitern lassen. Werden komplexere Dinge wie etwa iSCSI-Support gewĂŒnscht, gestaltet sich die Konfiguration naturgemÀà etwas komplexer. Wie performant die NAS-Boxen in der Praxis sein werden, bleibt spĂ€teren Tests mit finalen GerĂ€teversionen vorbehalten.
Liefertermine und Preise konnte Asustor auf der Computex noch nicht nennen. Allen Yen, Director Sales Marketing, formulierte das Preis-Ziel aber so: "Unsere Produkte werden bei gleichem Funktionsumfang gĂŒnstiger sein als die von Qnap, aber etwas teurer als die von Synology". (gs [4])
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[4] mailto:gs@ct.de
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