zurück zum Artikel

Birkenstock beendet Zusammenarbeit mit Amazon

Birkenstock beendet Zusammenarbeit mit Amazon

(Bild: Birkenstock)

Der Schuhhersteller will die direkte Belieferung von Amazon in Europa zum 1. Januar 2018 einstellen. Verbunden mit der AnkĂŒndigung ist die Kritik, der Online-HĂ€ndler gehe nicht konsequent gegen Markenrechtsverletzungen vor.

Deutschlands grĂ¶ĂŸter Schuhhersteller Birkenstock hat seinen Vertrag mit dem Online-HĂ€ndler Amazon gekĂŒndigt und wird die direkte Belieferung von Amazon in Europa zum 1. Januar 2018 komplett einstellen. Dies berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf ein Schreiben, das die GeschĂ€ftsfĂŒhrer Oliver Reichert und Markus Bensberg an ihre gut 3500 Mitarbeiter gerichtet haben.

Aus dem Schreiben geht weiterhin hervor, dass Amazon nach Ansicht des Schuhherstellers nicht energisch genug gegen ProduktfĂ€lschungen oder den Missbrauch des Birkenstock-Logos vorgeht. Das "Angebot von ProduktfĂ€lschungen" bei Amazon widerspreche einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, so Bensberg und Reichert. Der weltweit grĂ¶ĂŸte Online-HĂ€ndler sei nicht im erforderlichen Maße an einer vertrauensvollen Beziehung und dem Schutz der Kunden vor IrrefĂŒhrung und TĂ€uschung interessiert.

Bereits im Sommer 2016 hatte Birkenstock den Vertrieb auf den US-Seiten von Amazon eingestellt. Nun werde zum 1. Januar die Belieferung auch in Europa komplett beendet. Offiziell wollte sich das Unternehmen aus Neustadt/Wiedt nicht Ă€ußern. Amazon lehnte in der "Bild am Sonntag" konkrete ErklĂ€rungen zu Kundenbeziehungen ab, betonte aber, man toleriere ProduktfĂ€lschung grundsĂ€tzlich nicht.

Die Fußbettsandalen des Unternehmens aus dem rheinland-pfĂ€lzischen Neustadt/Wied waren lange als "Ökolatschen" verschrien, erfreuen sich mittlerweile aber international großer Beliebtheit – auch bei Hollywoodstars wie Julia Roberts und Julianne Moore. Die Zusammenarbeit von Birkenstock mit anderen Online-HĂ€ndlern ist von dem Schritt nicht betroffen. Den weitaus grĂ¶ĂŸten Teil seiner GeschĂ€fte macht der Schuhhersteller nach SchĂ€tzungen aus Branchenkreisen nach wie vor im stationĂ€ren Handel, also in LĂ€den
oder KaufhÀusern und nicht im Netz. (nij [1])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3914867

Links in diesem Artikel:
[1] mailto:nij@ct.de