zurück zum Artikel

Bundesregierung: Breitbandausbau kommt voran

Cebit

Die Bundesregierung hĂ€lt die selbstgesteckten Ziele entgegen der Kritik aus der Branche fĂŒr erreichbar und sieht sich beim Ausbau der Versorgung mit BreitbandzugĂ€ngen auf einem guten Weg.

Die Versorgung der Verbraucher mit schnellen InternetzugĂ€ngen geht nach Angaben der Bundesregierung voran. "Die Versorgungslage verbessert sich kontinuierlich", sagte der StaatssekretĂ€r im Bundeswirtschaftsministerium [1], Bernd Pfaffenbach, am Dienstag in Hannover auf der Computermesse CeBIT [2]. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Bundesregierung die selbst gesteckten Ziele fĂŒr den Breitbandausbau [3] erreichen wird. In der Telekombranche wurde zuletzt zumindest das Ziel fĂŒr dieses Jahr, alle Haushalte in Deutschland InternetanschlĂŒsse Übertragungsraten von 1 Megabit je Sekunde zu ermöglichen, angezweifelt.

Vor gut einem Jahr hatte die Bundesregierung Ziele fĂŒr den Breitbandausbau formuliert. Danach sollen bis 2014 dreiviertel aller Haushalte Zugang zu AnschlĂŒssen mit Übertragungsraten von 50 Megabit je Sekunde erhalten. "Ich glaube, wir schaffen das, weil auch die Nachfrage entsprechend steigt", sagte Pfaffenbach. Bislang hĂ€tten 97 Prozent der Haushalte in Deutschland Zugang zu einem Internetanschluss mit einer Bandbreite von einem Megabit je Sekunde. Es sei klar, dass die letzten drei Prozent schwerer zu erreichen seien, als die ersten 50 Prozent, rĂ€umte Pfaffenbach ein und sprach sich fĂŒr technologieneutrale Lösungen aus: Es gebe keine große Begeisterung fĂŒr Breitbandverbindungen via Funklösungen. "Ich möchte EntscheidungstrĂ€ger aber ermuntern, auch solche Lösungen in Betracht zu ziehen. Denn sie liefern ja hohe QualitĂ€ten."

Der Parlamentarische StaatssekretĂ€r des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Gerd MĂŒller (CSU), sprach sich unterdessen fĂŒr einen flĂ€chendeckenden Glasfaserausbau aus. "Wir wollen das Glasfaserkabel in jedem Haushalt", sagte MĂŒller. Funk könne nur eine Zwischenlösung sein. Auch die 1,4 Millionen noch nicht versorgten Haushalte mĂŒssten am Ende aber mit InternetanschlĂŒssen via Kabel versorgt werden. SchĂ€tzungen in der Telekombranche beziffern die Kosten fĂŒr den flĂ€chendeckenden Glasfaserausbau in Deutschland mit bis zu 50 Milliarden Euro.

In der Branche setzt man deshalb auf gĂŒnstigere mobile Breitbandverbindungen, die mit heutigen FestnetzanschlĂŒssen vergleichbare Bandbreiten liefern sollen. Voraussetzung dafĂŒr sind aber neue Mobilfunkfrequenzen, die voraussichtlich im April von der Bundesnetzagentur versteigert werden. Zu dem Frequenzpaket gehört unter anderem auch die so genannte Digitale Dividende [4] – ehemalige Rundfunkfrequenzen im Bereich von 800 Megahertz, die wegen ihrer Reichweite eine wichtige Rolle bei der Breitbandversorgung in der FlĂ€che spielen sollen. In den Vergaberegeln ist festgelegt, dass die Frequenzen zunĂ€chst fĂŒr unversorgte Gebiete genutzt werden.

Bei den Mobilfunklösungen handele es sich immerhin um die modernste Technologie, sagte der Chef der Bundesnetzagentur [5] Matthias Kurth. "Wir sollten das nicht unter Wert verkaufen." Das Breitbandziel fĂŒr 2010 werde nicht nur mit einer Technologie erreicht. Pfaffenbach sprach sich dafĂŒr aus, auch kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen beim Ausbau einzubeziehen. "Sie sind die Kreativen im Markt und deshalb kommt es darauf an, dass auch sie eine Rolle spielen können." (vbr [6])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-944572

Links in diesem Artikel:

  1. http://www.bmwi.de/
  2. http://www.cebit.de
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Ausbau-Plaene-874129.html
  4. https://www.heise.de/news/Digitale-Dividende-soll-im-April-unter-den-Hammer-kommen-925459.html
  5. http://www.bundesnetzagentur.de
  6. mailto:vbr@heise.de