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Computer spielen im Schulunterricht oftmals keine Rolle

Johannes Haupt

Die Nutzung digitaler Medien im Bildungswesen ist nach wie vor nicht alltĂ€glich. Lehrer fĂŒhlen sich unzureichend ausgebildet und bemĂ€ngeln die technische Ausstattung an Schulen, ergab eine Studie im Auftrag des Bitkom.

In weiterfĂŒhrenden deutschen Schulen werden digitale Medien nur sporadisch eingesetzt. Das ergab eine reprĂ€sentative Befragung [1] (PDF-Datei) von 500 LehrkrĂ€ften, die das Institut Aris [2] im Auftrag des IT-Branchenverbandes Bitkom durchfĂŒhrte. Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer forderte [3] bei der Vorstellung der Studie am Montag eine bessere technische Ausstattung der Schulen, mehr Fortbildungsangebote fĂŒr Lehrer sowie ein Gesamtkonzept zur Einbindung digitaler Medien in den Unterricht.

Der Befragung zufolge unterrichten gegenwÀrtig nur 23 Prozent der Lehrer mehrmals wöchentlich mit Hilfe von digitalen Medien, wÀhrend 40 Prozent der LehrkrÀfte gar nicht oder nur selten (weniger als einmal pro Woche) den Computer im Unterricht einsetzen.

An Gymnasien wird nahezu doppelt so hĂ€ufig regelmĂ€ĂŸig mit Computern gelernt wie in Haupt- und Gesamtschulen (31 Prozent zu 17 beziehungsweise 16 Prozent). Lehrer nutzen Computer besonders hĂ€ufig dazu, um ihre SchĂŒler im Internet recherchieren zu lassen (88 Prozent) und um Lernergebnisse zu prĂ€sentieren (83 Prozent). In SprachfĂ€chern wird zudem viel mit Vokabel- und Rechtschreibtrainern gearbeitet (78 Prozent).

Die ĂŒberwiegende Zahl der befragten Lehrer fĂŒhlt sich nicht ausreichend fĂŒr den Einsatz digitaler Medien im Unterricht ausgebildet. 90 Prozent der befragten LehrkrĂ€fte forderten einen Ausbau der Qualifizierungsangebote fĂŒr Lehrer. Knapp die HĂ€lfte gab an, innerhalb der letzten drei Jahre an mindestens einer Schulung teilgenommen zu haben.

JĂŒngere LehrkrĂ€fte ließen sich deutlich hĂ€ufiger weiterbilden als Lehrer ĂŒber 50 Jahren, von denen 69 Prozent in den letzten drei Jahren keine Weiterbildung zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht besuchte. Gleichzeitig Ă€ußerten sich 38 Prozent der Lehrer in dieser Altersgruppe unzufrieden mit den technischen Voraussetzungen an ihrer Schule, wĂ€hrend lediglich 25 Prozent der befragten Lehrer unter 40 Jahren die Voraussetzungen als schlecht oder sehr schlecht beurteilte.

Die noch uneinheitliche und hĂ€ufig nur sporadische Nutzung digitaler Medien im Unterricht steht in Diskrepanz zur Lebenswirklichkeit von Jugendlichen außerhalb der Schule. 98 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren sind im Internet [4] unterwegs, ĂŒber 60 Prozent mindestens einmal am Tag. (jh [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1240170

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.bitkom.org/60376.aspx?url=BITKOM_Praesentation_Lehrerumfrage_IT_in_Schulen_09_05_2011_final.pdf&mode=0&b=Presse
[2] http://www.arisumfrageforschung.de/
[3] http://www.bitkom.org/de/presse/8477_67887.aspx
[4] https://www.heise.de/news/Deutschlands-Jugend-ist-online-1177203.html
[5] mailto:jh@heise.de