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Cyber-Attacken und Wahlmanipulation: USA verhÀngen Sanktionen gegen Russland Update

Oliver BĂŒnte

(Bild: Normana Karia/Shutterstock.com)

Die USA verhÀngen wegen potenziell russischer SolarWinds-Angriffe und Wahlbeeinflussungsversuche Sanktionen gegen Russland.

Die US-Regierung plant nach Medienberichten noch am Donnerstag die Einleitung von Sanktionen gegen Russland. Nach Angaben von verschiedenen US-Medien, darunter Reuters, richten sich die Sanktionen gegen mehr als 30 russische Einrichtungen. Außerdem sollen 10 Personen aus den USA ausgewiesen werden. Als Grund fĂŒr diese Maßnahmen werden die Cyber-Angriffe von 2020 mit SolarWinds-Software auf staatliche und private Computernetzwerke der USA genannt, die russischen Ursprungs sein sollen. Ebenso wird dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin vorgeworfen, mit Desinformationskampagnen die Wiederwahl Donald Trumps zum US-PrĂ€sidenten gegen Joe Biden unterstĂŒtzt zu haben.

[Update 15.4.2021 15:15]:

Mittlerweile hat die US-Regierung die Sanktionen gegen Russland bestĂ€tigt [1]. Das Weiße Haus erklĂ€rt in dem Statement: "Today the United States is formally naming the Russian Foreign Intelligence Service (SVR), also known as APT 29, Cozy Bear, and The Dukes, as the perpetrator of the broad-scope cyber espionage campaign that exploited the SolarWinds Orion platform and other information technology infrastructures. The U.S. Intelligence Community has high confidence in its assessment of attribution to the SVR." Gleichzeitig betont die Biden-Regierung die Bedeutung eines "offenen, interoperablen, sicheren und zuverlĂ€ssigen Internet". Die russischen Aktionen liefen diesen Zielen, die von vielen VerbĂŒndeten und Partnern geteilt wĂŒrden, diametral zuwider. Die USA verstĂ€rkten nun ihre BemĂŒhungen fĂŒr ein verantwortungsbewusstes Handeln von Staaten im Cyberspace und fĂŒr die Schaffung eines entsprechenden Rahmens fĂŒr die Staaten. Zudem wolle man das Engagement fĂŒr kollektive Sicherheit im Cyberspace ausbauen.

Das Finanzministerium hat laut der prĂ€sidentiellen Order [2] sechs russische Technologiefirmen benannt, die mit dem russischen Geheimdienst bei dessen Cyberprogramm zusammenarbeiten. Zudem wurden gegen 32 Unternehmen und Einzelpersonen Sanktionen verhĂ€ngt, die die US-PrĂ€sidentschaftswahlen 2020 beeinflussen wollten und andere Desinformations- und Einmischungsaktionen unternahmen. Acht weitere Personen wurden auf die Sanktionsliste gesetzt, weil sie mit der Besetzung und UnterdrĂŒckung durch Russland auf der Krim in Verbindung stĂŒnden. Zehn Mitarbeiter der russichen Botschaft werden ausgewiesen; sie werden als Vertreter der russischen Geheimdienste bezeichnet.

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Es ist anzunehmen, dass die nicht nĂ€her genannten russischen Einrichtungen auf einer Schwarzen Liste landen, mit denen US-Unternehmen keine GeschĂ€fte mehr machen dĂŒrfen, Ă€hnlich, wie es bei der Entity-List des US-Handelsministeriums mit chinesischen Unternehmen der Fall ist.

Die mögliche Ausweisung der Personen könnte sich auf russische Diplomaten beziehen, Ă€hnlich wie es die US-Regierung von Barack Obama nach den Wahlbeeinflussungsversuchen 2016 getan hat, heißt es in der New York Times [3].

Die wirtschaftlichen Sanktionen könnten allerdings noch weitreichender ausfallen, schreibt die BBC [4]. Demnach soll US-PrĂ€sident Joe Biden voraussichtlich einen DurchfĂŒhrungserlass (Executive Order) herausbringen, der ab Juni 2021 US-Finanzinstitute daran hindern soll, auf Rubel lautende Anleihen zu kaufen. Dies wurde in der prĂ€sidentiellen Order mittlerweile ebenfalls festgelegt.

Die geplanten Sanktionen als Reaktion auf den Cyber-Angriff mit SolarWinds und den Manipulationsversuchen der US-PrĂ€sidentenwahl 2020 durch Russland finden in einer angespannten Situation zwischen den USA und Russland statt. So hatte US-PrĂ€sident Biden den russischen PrĂ€sidenten im MĂ€rz als "Killer" bezeichnet. Er warf Putin vor, politischen Gegnern Mordkommandos auf den Hals zu hetzen, um seine Macht im Land zu sichern. Russland hatte als Reaktion darauf vorĂŒbergehend Botschafter aus den USA abgezogen.

Weiterhin stehen seit Mitte 2020 VorwĂŒrfe im Raum, dass der russische MilitĂ€rgeheimdienst GRU Taliban-KĂ€mpfern in Afghanistan KopfgeldprĂ€mien fĂŒr erfolgreiche AnschlĂ€ge auf das US-MilitĂ€r angeboten hat. Russland bestreitet die VorwĂŒrfe.

Hinzu kommt die derzeit kritische Lage in der Ukraine und auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Russland hat erneut russische Truppen an der Grenze zur Ukraine aufmarschieren lassen. Die USA und sĂ€mtliche NATO-Staaten sehen darin eine Bedrohung. In einem Telefonat zwischen Biden und Putin am Dienstag erörterten die PrĂ€sidenten die angespannte Lage. Biden betonte, dass die USA ihre nationalen Interessen wahren und "fest" handeln wĂŒrden. Biden schlug ein Treffen mit Putin in einem Drittland vor, um die Lage zu deeskalieren und gegebenenfalls Punkte in der Zusammenarbeit zu finden.

Trotz einer offenbar angestrebten Deeskalationsphase werden nun die VorwĂŒrfe gegen Russland wegen Cyber-Angriffen mit SolarWinds und Beeinflussungsversuche der US-PrĂ€sidentschaftswahl 2020 als GrĂŒnde fĂŒr mögliche Sanktionen herangezogen.

2020 hatten Cyber-Angreifer mehrere Ministerien und Behörden sowie private Unternehmen in den USA angegriffen [5] und dabei die Software der Firma SolarWinds genutzt. Die Mitte Dezember 2020 bekannt gewordenen Angriffe sollen nach Informationen von US-Geheimdiensten und -Sicherheitsbehörden auf das Konto von Russland gehen, was Russland dementierte. Microsoft-Chef Brad Smith hatte im Februar den Angriff mit SolarWinds als den grĂ¶ĂŸten und fortschrittlichsten Software-Angriff der Welt bezeichnet [6]. Nach internen Untersuchungen Microsofts seien mehr als 1000 Entwickler an den Cyber-Angriffen beteiligt gewesen.

Zudem habe Russland nach Informationen von US-Geheimdiensten 2020 die US-PrĂ€sidentschaftswahl zugunsten des damaligen Amtsinhabers Donald Trump zu beeinflussen gesucht. Dabei soll mit Desinformationskampagnen versucht worden sein, den jetzigen PrĂ€sidenten Biden zu schaden, um dessen Wahl zu verhindern und zusĂ€tzlich das Vertrauen in das US-Wahlsystem zu mindern und die Spaltung der US-Gesellschaft voranzutreiben. Bereits bei den US-PrĂ€sidentschaftswahlen 2015 waren Russland Wahlmanipulationsversuche vorgeworfen worden [7], um die demokratische Kandidatin Hillary Clinton zu verhindern und stattdessen den Republikaner Trump ins Weiße Haus zu bringen.

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(olb [9])


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  1. https://www.whitehouse.gov/briefing-room/statements-releases/2021/04/15/fact-sheet-imposing-costs-for-harmful-foreign-activities-by-the-russian-government/
  2. https://www.whitehouse.gov/briefing-room/presidential-actions/2021/04/15/executive-order-on-blocking-property-with-respect-to-specified-harmful-foreign-activities-of-the-government-of-the-russian-federation/
  3. https://www.nytimes.com/2021/04/14/us/politics/biden-russia-sanctions.html
  4. https://www.bbc.com/news/technology-56755484
  5. https://www.heise.de/news/Cyberangriffe-gegen-US-Ministerien-Moskau-unter-Verdacht-4988355.html
  6. https://www.heise.de/news/Microsoft-SolarWinds-Angreifer-hat-mehr-als-1-000-Cyberkrieger-5055827.html
  7. https://www.heise.de/news/CIA-FBI-und-NSA-Putin-liess-US-Wahl-durch-Hacker-beeinflussen-3590722.html
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