Cyberwar: USA legen iranische Computer lahm
Das Bild zeigt einen US-Soldaten wĂ€hrend einer Ăbung der Cyber Mission Force des US Cyber Command im Jahr 2017.
(Bild: Dennis Herring/US Cyber Command)
Die USA haben ein iranisches MilitÀrsystem gehackt und stillgelegt. Das berichten US-Medien. Der Iran wiederum setze bei seinen IT-Angriffen auf TÀuschung.
Die USA haben am Donnerstag einen elektronischen Angriff auf militĂ€rische IT-Systeme des Iran durchgefĂŒhrt. Das berichten US-Medien unter Berufung auf ehemalige US-Spione. Hintergrund ist der Abschuss einer US-Drohne durch iranisches MilitĂ€r und ein vorausgegangener Angriff auf vier Ăltanker im persischen Golf.
US-PrĂ€sident Donald Trump hatte zunĂ€chst befohlen, den Drohnenverlust durch einen klassischen MilitĂ€rschlag auf iranische Radar- und Geschosseinrichtungen zu vergelten. Die US-MilitĂ€rs gingen zum Angriff ĂŒber, doch kurz vor der geplanten Gewalteinwirkung zog Trump die Genehmigung zurĂŒck [1]. Das hatte die New York Times bereits am Donnerstag gemeldet [2].
Am Wochenende ist nun bekanntgeworden, dass Trump stattdessen einen Hackangriff befohlen hat. Laut Washington Post [3] ist es dem US Cyber Command [4] gelungen, iranische Computer auĂer Betrieb zu setzen, mit denen Raketen und Marschflugkörper gesteuert werden. Dieser Angriff sei von langer Hand vorbereitet gewesen und dem PrĂ€sidenten bereits nachdem dem Iran zugeschriebenen Angriff auf die Ăltanker vorgeschlagen worden.
Soziale Netzwerke sind gefundenes Fressen fĂŒr Angreifer
Parallel berichten US-Medien ĂŒber Online-AufklĂ€rung und Hacking seitens des Iran. Seit Jahren wĂŒrden iranische Agenten erfolgreich auslĂ€ndische Flugdrohnen und wohl auch Schiffe hacken. Dazu komme eine groĂe Social-Hacking-Kampagne: Angebliche attraktive Frauen wĂŒrden online "einsame Seeleute" der US-Kriegsmarine suchen, mit ihnen Kontakt aufnehmen und eine Art Beziehung vorgaukeln. Ziel sei, Informationen ĂŒber Standorte und Fahrtrouten amerikanischer Kriegsschiffe zu erhalten. Die Kampagne versuche es bei MilitĂ€rs aller Dienstgrade bis hinauf zur Leitung der Kriegsmarine.
Seit Jahren rĂŒsten dutzende Staaten fĂŒr den Cyberkrieg. Die USA fĂŒrchten um ihre Vormachtstellung und wollen ihre Cyberkrieger auch direkt an der Front [5] einsetzen.
Laut der US-Heimatsicherheit haben iranische Spearphishing-Angriffe auf US-Beamte und Unternehmen in den letzten Wochen erheblich zugenommen. Ziel sei, Malware in die Netze der Zielorganisationen einzubringen, um sie spĂ€ter sabotieren zu können. Bei Spear-Phishing werden insbesondere menschliche SchwĂ€chen ausgenutzt: Unter einem Vorwand locken die Angreifer von Zielpersonen Zugangsdaten heraus oder veranlassen sie dazu, eine mit Malware bestĂŒckte Datei zu öffnen.
Um ihre Nachrichten legitim erscheinen zu lassen und damit eine hohe Erfolgsquote zu erzielen, nutzen Angreifer regelmĂ€Ăig Informationen aus sozialen Netzwerken. Dort lĂ€sst sich verhĂ€ltnismĂ€Ăig viel ĂŒber Zielpersonen und -organisation in Erfahrung bringen.
Update 27. Juni 1:46 Uhr: Zahl der betroffenen Ăltanker korrigiert. (ds [6])
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[1] https://www.heise.de/tp/article/Trump-zog-Genehmigung-fuer-Attacke-auf-den-Iran-wieder-zurueck-4453029.html
[2] https://www.nytimes.com/2019/06/20/world/middleeast/iran-us-drone.html?
[3] https://www.washingtonpost.com/world/national-security/with-trumps-approval-pentagon-launched-cyber-strikes-against-iran/
[4] https://www.heise.de/tp/article/US-Cyberkommando-steigt-in-der-Pentagon-Hierarchie-nach-oben-3808035.html
[5] https://www.heise.de/news/USA-Cybersoldaten-sollen-an-die-Front-3917924.html
[6] mailto:ds@heise.de
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