DVD-Hersteller reagiert auf Anschuldigungen der MPEG-Patentinhaber [Update]
Der DVD-Hersteller und -VervielfÀltiger Optical Disc Service (ODS) wehrt sich gegen die Anschuldigungen der MPEG LA, wonach ODS durch die Herstellung und VervielfÀltigung von DVDs 15 Patente verletze.
Der DVD-Hersteller und -VervielfĂ€ltiger Optical Disc Service (ODS [1]) reagiert auf die die Anschuldigungen der MPEG LA [2]. 10 Unternehmen und die Columbia-UniversitĂ€t beschuldigen ODS in einer Klage, durch die Herstellung und VervielfĂ€ltigung von DVDs 15 ihrer Patente zu verletzen. Die MPEG Licensing Administration (MPEG LA), unter anderem zentrales Lizenz-Vergabeorgan fĂŒr MPEG-2, MPEG-4 (Visual und Systems), DVB-T und kĂŒnftig auch DVB-H, verwaltet die Lizenzen im Namen der Patentinhaber.
Statt Lizenzen fĂŒr die angefĂŒhrten Patente zu vergeben, wolle die MPEG LA die Firma jedoch zwingen, eine Sammellizenz fĂŒr ĂŒber 700 Patente zu akzeptieren, heiĂt es nun bei ODS. Der Hersteller hat zudem nach eigenen Aussagen die AnwĂ€lte der KlĂ€ger kontaktiert und will prĂŒfen, ob er tatsĂ€chlich die genannten 15 Patente verletze. Immerhin sei ODS bereits Lizenznehmer der beiden anderen Lizenz-Pools 4C [3] (Philips Electronics, Sony Corporation, Pioneer Corporation, LG Electronics) fĂŒr DVD-Player und Disc-Video/-ROM sowie 6C [4] (Toshiba, Hitachi, Matsushita, Mitsubishi, JVC, Time Warner, IBM) fĂŒr diverse weitere DVD-Produkte.
Ob das GeschĂ€ftsgebaren von MPEG LA, 4C und 6C gemÀà der kartellrechtlichen Bestimmungen innerhalb der EU ĂŒberhaupt zulĂ€ssig ist, prĂŒft derzeit angeblich die EuropĂ€ische Kommission aufgrund einer Beschwerde der International Optical Disc Replicators Association (iODRA [5]).
UnabhĂ€ngig von den VorgĂ€ngen protestiert ODS gegen die ĂŒberhöhten LizenzgebĂŒhren. So sei der GroĂhandelspreis fĂŒr DVD-Medien seit ihrer EinfĂŒhrung 1997 um rund 80 Prozent (von 2,65 US-Dollar auf 0,51 US-Dollar) gefallen, wĂ€hrend die Lizenzabgaben lediglich von 0,168 US-Dollar auf 0,1155 US-Dollar um 30 Prozent sanken. Effektiv entspreche dies einem relativen Anstieg der LizenzgebĂŒhren von 6 auf 23 Prozent. "Die Steigerung von [effektiv] 366 Prozent ist beispiellos im gesamten Industrieumfeld", erklĂ€rte Wilhelm F. Mittrich, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Optical Disc Service GmbH.
Laut ODS haben andere DVD-Hersteller wie etwa Sonopress/Bertelsmann ihre VertrÀge mit der MPEG LA beendet. Andere (angeblich Cinram, Hersteller der DVDs von Warner Home Video) sollen die Zahlungen eingestellt haben, bis die rechtliche Situation geklÀrt ist. Eine BestÀtigung dieser Angaben etwa seitens Sonopress steht noch aus.
[Update]:
Inzwischen hat Sonopress auf die Anfrage von heise online geantwortet, teilte jedoch nur mit, dass man sich in GesprÀchen mit der MPEG LA befinde und daher die Aussage von ODS derzeit nicht kommentieren möchte.
(vza [6])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-120358
Links in diesem Artikel:
- http://www.opticaldiscservice.com/
- https://www.heise.de/news/MPEG-Patentinhaber-gehen-verstaerkt-gegen-Lizenzsuender-vor-119918.html
- http://www.licensing.philips.com/licensees/conditions/dvd/
- http://www.dvd6cla.com/
- http://www.iodra.com
- mailto:vza@heise.de
Copyright © 2005 Heise Medien