Daten von Millionen zurĂŒckgesetzten Android-Smartphones wiederherstellbar
(Bild: dpa, Andrea Warnecke)
Wer sein Android-Smartphone verkauft hat, muss befĂŒrchten, dass trotz gelöschten GerĂ€tespeichers noch private Daten wie etwa Nachrichten und Log-in-Daten im Speicher schlummern, die unter UmstĂ€nden wiederhergestellt werden können.
Die Werks-Reset-Funktion von rund 500 Millionen Android-GerÀten soll nicht verlÀsslich arbeiten. Einer Studie von Forschern der Cambridge University zufolge [1] lassen sich gelöschte Daten in vielen FÀllen rekonstruieren. Bei rund 630 Millionen Android-GerÀten gehen sie zudem davon aus, dass Daten von SD-Karten im Zuge des Werks-Reset nicht vollstÀndig gelöscht werden.
Im Zuge ihrer Untersuchung haben die Sicherheitsforscher unter anderem Log-in-Daten, Text-Nachrichten, E-Mails und Fotos wiederhergestellt. Eigenen Angaben zufolge haben sie das auch bei einigen GerĂ€ten geschafft, bei denen Nutzer die VollverschlĂŒsselung von Android aktiviert hatten. DafĂŒr mussten sie aber mehr Zeit und MĂŒhe investieren; schlieĂlich schĂŒtzt hier ein Passwort den SchlĂŒssel zum Dekodieren der Daten.
Android bis Version 4.3 in jedem Fall betroffen
FĂŒr die Studie haben die Sicherheitsforscher 21 gebrauchte Android-Smartphones mit Version 2.3.x bis 4.3 des Betriebssystems von fĂŒnf verschiedenen Herstellern getestet. Wie sich Android-Smartphones ab Version 4.4 beim ZurĂŒcksetzen verhalten, haben die Sicherheitsforscher nicht getestet. Sie gehen aber davon aus, dass auch viele neuere GerĂ€te die Daten der Anwender nicht zuverlĂ€ssig löschen.
(Bild:Â Studie: Security Analysis of Android Factory Resets [2] )
WĂ€hrend der Tests haben den Forschern zufolge alle Smartphones mit Ă€lteren Android-Systemen nach einem Werks-Reset Datenreste hinterlassen. Bei 80 Prozent der Versuche konnten sie zudem den HauptschlĂŒssel extrahieren und hatten so etwa Zugriff auf Gmail und den Google-Kalender. Auch Log-in-Daten von Facebook und Co. sollen sich auslesen lassen.
Appell an die Hersteller
DafĂŒr, dass der Werks-Reset nicht verlĂ€sslich funktioniert, fĂŒhren die Sicherheitsforscher mehrere GrĂŒnde an. Unter anderem beschuldigen sie die Smartphone-Hersteller, die Software-Treiber fĂŒr das ZurĂŒcksetzen der GerĂ€te nicht korrekt implementiert zu haben.
Wer aus Angst um seine Daten nun eine spezielle App zum Löschen des GerÀtespeichers nutzen möchte, muss aufpassen, denn oft arbeiten auch diese nicht verlÀsslich. In einer weiteren Studie zeigen die Sicherheitsforscher nÀmlich auf [3], dass zehn der erfolgreichsten Apps aus diesem Bereich die persönlichen Daten ebensowenig zuverlÀssig entfernen. (des [4])
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