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Datenbank der UniversitÀt von Kalifornien gehackt

Florian Rötzer

Weil seit ĂŒber einem Jahr Hacker Zugriff auf persönliche Daten hatten, musste die UniversitĂ€t 800.000 mögliche Betroffene warnen.

Die University of California/Los Angeles (UCLA [1]) hat heute fast 800.000 ehemalige und gegenwĂ€rtige Studenten, Lehrer und BeschĂ€ftige warnen [2] mĂŒssen, nachdem entdeckt worden war, dass ein „ausgeklĂŒgelter Computerhacker“ in eine Datenbank eingedrungen ist und dort Zugang zu persönlichen Informationen wie Namen, Adressen oder Sozialversicherungsnummern hatte.

Direktor Norman Abrams versuchte zu beruhigen, dass bislang kein Missbrauch der Daten bekannt geworden sei. Informationen ĂŒber Kreditkarten oder Bankkonten seien nicht gefĂ€hrdet gewesen. Jim Davies, verantwortlich fĂŒr die Informationstechnologien der UniversitĂ€t, meinte, dass trotz der Wachsamkeit ein „ausgeklĂŒgelter Hacker“ eine „kleine SicherheitslĂŒcke in Hunderten von Anwendungen“ entdeckt und ausgebeutet habe, mit der sich dann alle Sicherheitsvorkehrungen umgehen ließen. Genauere Angaben wurden bislang nicht ĂŒber das betroffene System und die SicherheitslĂŒcke gemacht.

Entdeckt worden war der Einbruch in die Datenbank aber schon am 21. November. Man habe dann sofort das fĂŒr die Computersicherheit zustĂ€ndige Team eingeschaltet und das FBI benachrichtigt. Die Briefe und E-Mails wurden jedoch erst heute versendet. Angeblich habe der Hacker nur nach bestimmten Sozialversicherungsnummern gesucht. Der Zugang zu der Datenbank stand allerdings bereits seit Oktober 2005 offen, mussten die Verantwortlichen bekennen. Ganz sicher scheint man sich aber nicht zu sein, dass lediglich einige Sozialversicherungsnummern ausgespĂ€ht wurden. Die UniversitĂ€t hat eine eigene Seite [3] ins Netz gestellt, um ĂŒber den Vorfall des IdentitĂ€tsdiebstahls zu informieren und die möglicherweise Betroffenen zu bitten, ihre Kreditkartenkonten sicherheitshalber zu ĂŒberprĂŒfen.

Der Hack fĂŒgt sich mit seinen Dimensionen von ĂŒber 800.000 möglichen Betroffenen in eine Reihe von VorfĂ€llen der letzten Zeit ein, bei denen Unternehmen, Finanzdienstleister, Bildungseinrichtungen oder Behörden Objekte von IdentitĂ€tsdiebstahl in großem Umfang wurden. Das Privacy Rights Clearinghouse hat eben eine aktualisierte Liste [4] mit bekannten FĂ€llen der letzten Zeit veröffentlicht. Danach sind seit Februar 2005, als der ChoicePoint die Daten von ĂŒber 100.000 Personen abhanden [5] kamen, persönliche Daten von ĂŒber 98 Millionen Menschen aufgrund von SicherheitslĂŒcken durch IdentitĂ€tsdiebstahl gefĂ€hrdet gewesen - den UCLA-Hack noch nicht eingerechnet. (fr [6])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-126272

Links in diesem Artikel:

  1. http://www.identityalert.ucla.edu/
  2. http://newsroom.ucla.edu/page.asp?RelNum=7571
  3. http://www.identityalert.ucla.edu/
  4. http://www.privacyrights.org/ar/ChronDataBreaches.htm
  5. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19532/1.html
  6. mailto:fr@heise.de