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Dell brechen die PC-VerkÀufe weg

Andreas Wilkens

Die Lage fĂŒr den Computerhersteller spitzt sich zu. Die Nummer drei der Branche musste zu Weihnachten krĂ€ftige VerkaufsrĂŒckgĂ€nge verkraften.

Der vor der Übernahme stehende Computerbauer Dell [1] kommt auf keinen grĂŒnen Zweig. Auch im vierten GeschĂ€ftsquartal mit dem wichtigen WeihnachtsgeschĂ€ft schrumpften die PC-VerkĂ€ufe. Vor allem die Privatkunden greifen lieber zu Tablet-Rechnern oder sie begnĂŒgen sich mit ihrem Smartphone, um ins Internet zu gehen.

Von Anfang November bis Anfang Februar kam Dell auf einen Umsatz von 14,3 Milliarden Dollar oder umgerechnet 10,7 Milliarden Euro. Das waren 11 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der Konzern am spÀten Dienstag mitteilte [2]. Besonders drastisch fielen die VerkÀufe von Notebooks, nÀmlich um 25 Prozent, sowie der Desktop-Computer um 13 Prozent.

In der Folge schrumpfte der Gewinn um 31 Prozent auf unterm Strich 530 Millionen Dollar. Der Einbruch verwunderte dabei nicht: Schon seit geraumer Zeit verliert Dell an Boden und erleidet damit das gleiche Schicksal wie viele andere PC-Hersteller. Die Aktie bewegte sich nachbörslich kaum. Laut Bloomberg [3] hatte Dell mit Umsatz und Gewinn die Analystenerwartungen ĂŒbertroffen.

Dell hatte versucht, sich mit einem Ausbau des Service- und Software-GeschĂ€fts unabhĂ€ngiger von den PC-VerkĂ€ufen zu machen. Doch der Wandel geschieht nur langsam, auch wenn Dell mehrere Firmen hinzugekauft hatte. So stehen Notebooks und Desktop-PC immer noch fĂŒr knapp die HĂ€lfte des Gesamtumsatzes.

Firmenchef Michael Dell will deshalb die von ihm 1984 gegrĂŒndete Firma mit Hilfe von Investoren zurĂŒckkaufen und von der Börse nehmen. Ohne RĂŒcksicht auf andere AktionĂ€re könnte er dann den laufenden Umbau beschleunigen. Das GeschĂ€ft wĂ€re 24,4 Milliarden Dollar schwer. Allerdings lehnen mehrere GroßaktionĂ€re das Übernahmeangebot als zu niedrig ab [4] und verlangen mehr Geld.

Nach Daten der Marktforschungsfirma Gartner waren die PC-Auslieferungen von Dell im vierten Kalenderquartal um 21 Prozent auf 9,2 Millionen gefallen. Damit gehört der Hersteller zu den absoluten Verlierern der Branche. Im Schnitt waren die Auslieferungen demnach um 5 Prozent geschrumpft.

LĂ€ngst hat Dell seinen Rang als zweitgrĂ¶ĂŸter Computerhersteller der Welt an den chinesischen Rivalen Lenovo eingebĂŒĂŸt, der gegen den allgemeinen Trend bis zuletzt zulegen konnte. Auf Rang eins liegt Hewlett-Packard. Der MarktfĂŒhrer steckt ebenfalls mitten im Umbau. Er legt an diesem Donnerstag seine GeschĂ€ftszahlen vor. (mit Material der dpa) / (anw [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1806446

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.dell.com
[2] http://content.dell.com/us/en/corp/d/secure/2013-02-fy13fullq4pr.aspx
[3] http://www.bloomberg.com/news/2013-02-19/dell-sales-top-estimates-as-company-prepares-for-buyout.html
[4] https://www.heise.de/news/Aktionaersfront-gegen-Dell-Uebernahme-waechst-1802919.html
[5] mailto:anw@heise.de