Dresden bangt um ArbeitsplÀtze bei Globalfoundries
(Bild: Globalfoundries)
Freitagnachmittag will Globalfoundries-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Rutger Wijburg ĂŒber geplante Entlassungen in der Chip-Fabrik berichten. GerĂŒchten zufolge sind mehr als ein Drittel der ArbeitsplĂ€tze gefĂ€hrdet.
Die Belegschaft der Chipfabrik von Globalfoundries wurde am gestrigen Donnerstag ĂŒber SparplĂ€ne der Firma informiert, hat die SĂ€chsische Zeitung erfahren [1]: 3700 ArbeitsplĂ€tze hat Globalfoundries in Dresden und bis zu 1300 könnten nach kursierenden GerĂŒchten gefĂ€hrdet sein. Schon im Sommer wurde bekanntgegeben, dass die etwa 170 Leiharbeiter nur bis zum Jahresende beschĂ€ftigt werden. Firmensprecher Jens Drews wollte zu diesem Zeitpunkt Entlassungen in dieser GröĂenordnung aber nicht bestĂ€tigen. Einzelheiten dĂŒrfte es aber bei den fĂŒr Freitagnachmittag vorgesehenen AnkĂŒndigungen des GeschĂ€ftsfĂŒhrers von Globalfoundries Dresden, Rutger Wijburg geben.
Nachfrage geht zurĂŒck
Der gröĂte Arbeitgeber in Dresden kĂ€mpft mit sinkender Nachfrage der gesamten Branche, hofft aber in einigen Jahren wieder auf verstĂ€rkte AuftrĂ€ge aus der Autoindustrie und aus dem Boom-Bereich Internet of Things. Wie es um die Zukunft der Werke in Dresden bestellt ist, wurde insbesondere nach der Ăbernahme der IBM-Chipwerke [2] immer wieder in Frage gestellt. Wijburg hat allerdings bekundet, dass die Werke noch in zwanzig Jahren in Dresden bestehen werden. Aktuell bereitet man sich auf 22 nm (Fully Depleted SOI, 22FDX-Prozess) [3] vor, 2017 soll damit begonnen werden. ZuschĂŒsse soll es auch von der Bundesregierung geben, deren Förderprogramm fĂŒr die Chip-Industrie insgesamt 400 Millionen Euro bis 2020 betrĂ€gt.
Der Globalfoundries-Mutterkonzern hat fĂŒr die Werke in den USA gleich zwei 14-nm-Prozesse, den von Samsung lizenzierten und den von IBM eingekauften. FĂŒr 10 bis 7 nm arbeitet Globalfoundries derzeit aber an einer eigenen Lösung, unabhĂ€ngig von Samsung. Dem Vernehmen nach hat China inzwischen groĂes Interesse, bei Globalfoundries einzusteigen. Aktuell gehört Globalfoundries zu einhundert Prozent dem Emirat Abu Dhabi. Dresdens gröĂter Arbeitgeber ist also arabisch â dass ausgerechnet Dresden ein Schwerpunkt anti-islamischer Hetze ist, dĂŒrfte dem Standort Dresden [4] wohl weniger zutrĂ€glich sein. (as [5])
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- https://www.heise.de/news/Globalfoundries-fertigt-FD-SOI-Chips-in-Dresden-2748905.html
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