Experten mahnen StÀrkung der Medienkompetenz an
In der Diskussion um einen modernen Datenschutz sehen Experten auch jeden Einzelnen in der Pflicht. Die StÀrkung der Medienkompetenz sehen sie dabei im Vordergrund.
Medienexperten haben auf dem Datenschutzkongress [1] in Berlin bei der Diskussion um Soziale Netzwerke eine gesellschaftliche StĂ€rkung der Medienkompetenz angemahnt. "Wir stehen vor einer gesellschaftlichen Erziehungsaufgabe", sagte Klaus Siebenhaar von der Berlin Media Professional School [2]. "Die Mediennutzung ist heute eine völlig andere als frĂŒher, weil wir im Internet auch alle zu Medienproduzenten geworden sind."
Soziale Netzwerke wie Facebook [3] hĂ€tten eine völlig neue Situation geschaffen. "Und ehrlich gesagt, sind wir damit alle völlig ĂŒberfordert." Es gehe darum zu lernen, die neuen Plattformen sinnvoll zu nutzen, sagte Siebenhaar. Das werde die Gesellschaft noch die kommenden zehn Jahre beschĂ€ftigen. Die StĂ€rkung der Medienkompetenz komme auch ins Spiel wenn es darum geht, ob und wie wir uns und unsere Daten schĂŒtzen wollen.
Auf der anderen Seite seien aber auch die Sozialen Netzwerke einem rapiden Wandel unterworfen, sagte Facebook-Sprecher Gunnar Bender. "Facebook ist auch nicht mehr das, was es vor drei Jahren einmal war." Die Mitglieder nutzten die Plattform immer mehr fĂŒr die Gestaltung ihrer persönlichen IdentitĂ€ts-Profile. Die von Facebook aggregierten Daten könne jeder Anwender fĂŒr seine individuelle zielgerichtete Kommunikation nutzen.
In Sachen Datenschutz gebe es noch eine Reihe von Problemen, die nicht allein national geregelt werden könnten, sagte Bernd Holznagel, Professor an der WestfĂ€lischen Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster [4]. Das liege zum Beispiel daran, dass die Plattformen, ob Facebook oder Google, in der Regel aus den USA kommen, die Rechtslagen in Deutschland und den USA seien allerdings völlig unterschiedlich.
Die Ausgestaltung eines europaweiten Datenschutzes sei inzwischen auf gutem Weg, sagte Cornelia Rogall-Grothe [5], StaatssekretĂ€rin im Bundesministerium des Inneren. "Wir werden dafĂŒr sorgen, dass das Gesetz nicht an Deutschland scheitert", sagte Grothe. Es gebe aber noch eine Menge Nachbesserungsbedarf. Der Datenschutz dĂŒrfe auch technischen Innovationen nicht entgegenstehen. (jss [6])
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[1] http://www.datenschutzkongress.de/
[2] http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/v/bmps/index.html
[3] http://www.facebook.de
[4] http://www.uni-muenster.de
[5] http://www.bmi.bund.de/DE/Ministerium/Beamtete-Staatssekretaere/Cornelia-Rogall-Grothe/cornelia-rogall-grothe_node.html
[6] mailto:jss@ct.de
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