Freie 3D-Software Blender in Version 3.4: hĂŒbsche Lichteffekte
So sieht der Splashscreen der Blender-Version 3.4 aus.
Blender 3.4 bringt eine ĂŒberarbeitete OberflĂ€che, besseres Rendering und vereinfachten Im- und Export.
Ab sofort steht Blender 3.4 fĂŒr Windows, macOS und Linux kostenlos zum Download bereit. Die neue Version bringt unter anderem eine ĂŒberarbeitete OberflĂ€che, die hilft mit komplexen Szenen aufzurĂ€umen. Wenn sich in der 3D-Ansicht mehrere Objekte ĂŒberlagern, kann man sie mit Alt auswĂ€hlen. Dabei erscheint ein Dropdown-MenĂŒ, das alle Objekte unter dem Mauscursor nach ihrer Entfernung vom Betrachter auflistet. Beim Bearbeiten von Textobjekten platziert Blender den Cursor und den Hintergrund so, dass der Text besser lesbar ist als zuvor.
Einfache Kaustiken mit Cycles
Die Entwickler haben die Intel Pathguiding Library in Cycles integriert, eine auf Pathtracing basierende Renderengine. Die Bibliothek von Intel beschleunigt die Berechnung einfacher Kaustiken. Dabei handelt es sich um die Muster, die entstehen, wenn Licht durch transparente Materialien fÀllt, beispielsweise wenn man auf den Boden eines Swimming-Pools oder den Meeresgrund blickt.
Allerdings lassen sich damit noch nicht alle Kaustiken beschleunigen. Komplexe Intrareflexionen bleiben auĂen vor. Zudem ist Pathguiding derzeit nur fĂŒr die CPU verfĂŒgbar. KĂŒnftig soll es auch auf die Architekturen von Grafikkarten portiert werden.
Klone individualisieren mit der Attribute-Node
Die Attribute Node kann jetzt Daten von Instanzen auslesen, die mittels Geometry Nodes erzeugt wurden. Wer solche Instanzen nutzt, spart Speicher und Rechenleistung, denn sie lassen sich auch mit unterschiedlichen Attributen und damit unterschiedlicher Darstellung mehrfach aufrufen.
Die Attribute kann Cycles jetzt auch aus dem View Layer, der Scene oder der World holen. Dadurch kann man Shader beim Rendering szenenĂŒbergreifend anpassen. Beim Baking, das die Beleuchtung eines 3D-Modells in einer Bitmap speichert, speichert Cycles die Attribute auf Wunsch aus Richtung der Kamera. Das ist immer dann nĂŒtzlich, wenn sich die Kamera nicht oder nur minimal bewegt. In einem solchen Fall verspricht Baking eine höhere QualitĂ€t der entstehenden Texturen.
Geometry-Nodes
Geometry-Nodes erzeugen geometrische Formen prozedural, also mit mathematischen Regeln. Ein neues Evaluationssystem soll bei Node-Trees mit vielen kleinen Operationen und bei Node-Gruppen schneller arbeiten.
Die neue Node âDistribute Points in Volumeâ erzeugt Punkte in Volumenobjekten. Diese können entweder gleichmĂ€Ăig auf einem 3D-Gitter oder zufĂ€llig angelegt werden. Die neue âSample UV Surfaceâ-Node liest Attribute mit dem UV-Koordinatensystem auf 3D-OberflĂ€chen aus. Ebenfalls neu ist die Node âFace Set Boundariesâ mit der die Grenzen zusammenhĂ€ngender FlĂ€chen gefunden werden können. Zahlreiche weitere Nodes wurden angepasst und optimiert.
Die Viewer-Node zeigt bei Geometry-Nodes das Ergebnis jetzt auch im Viewport an. Bisher stellte sie die Ausgabe lediglich auf abstrakte Art im Spreadheet-Editor dar; jetzt lÀsst sich das konkrete Ergebnis in der 3D-Ansicht darstellen, womit die Node Àhnlich arbeitet wie die Viewer-Node im Compositor.
ZĂ€hler in der Node-Ansicht
Im Node-Fenster erscheint jetzt die Anzahl der Nutzer einer Nodegruppe in deren Kopfzeile. Im Node-Editor wiederum wird angezeigt, wie viele Datenblöcke erzeugt beziehungsweise bearbeitet werden. So sieht man sofort, wie viele Objekte die Node nutzen.
Wenn man eine Nodegruppe als Asset gespeichert hat, erscheint sie jetzt im Add-MenĂŒ im Node-Editor. Die Anzeige der Verbindungen zwischen Nodes, den sogenannten Noodles, harmoniert jetzt besser mit dem Aussehen des Node-Editors.
Import und Export
Blender 3.4 exportiert Videos mit AV1-Codec. Aus importierten WebM-Videos, die dynamisch ihre Auflösung Ă€ndern, kann das Programm jetzt Einzelbilder extrahieren. Vorschaubilder von WebP-Bildern erzeugt es ein wenig schneller und benötigt dafĂŒr weniger Arbeitsspeicher als zuvor.
Beim Im- und Export des Dateiformats glTF 2.0 kann Blender jetzt frei definierte Attribute exportieren. Das Format beschreibt 3D-Modelle und Szenen. FĂŒr das OBJ-Format unterstĂŒtzt Blender 3.4 âPBR-Extensionsâ, die Parameter der Principled-BSDF-Node steuern. Der OBJ-Importfilter unterstĂŒtzt jetzt einen globalen Skalierungsfaktor. Beim Laden von OBJ-Dateien verwechselt er zuweilen Millimeter und Meter. Der Skalierungsfaktor gleicht diesen Fehler aus.
Neu unterstĂŒtzte Hardware
Blender 3.4 nutzt Hardwarebeschleunigung mit den Grafikkarten der AMD Radeon RX 7000-Serie mit RDNA3-Architektur und mit Intel GPUs, die Apple Metal nutzen. Mit Eevee kann man unter Linux jetzt headless also ohne grafische Anzeige rendern. Das ist vor allem fĂŒr Renderfarmen wichtig.
Siehe auch:
- Blender: [1] Download schnell und sicher von heise.de
(akr [3])
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