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Freitag: Behörden unter Druck wegen Microsoft, kaum Erdbeben-Folgen bei Micron

Frank SchrÀer
Monster erblickt Warnmeldung auf Laptop und kratzt sich am Kopf; Freitag: IT-AufrÀumarbeiten, DRAM-Nachschub, Banner-Spyware, NAS-Codeschmuggel & Verbraucherschutz-Podcast

(Bild: Erstellt mit Bing Image Creator durch heise online)

AufrÀumen nach Microsoft-Einbruch + DRAM-Lieferkette weitgehend stabil + Werbebanner mit Spyware + NAS von D-Link anfÀllig + Podcast zum Glasfaseranschluss

Viel Arbeit haben IT-Admins ziviler US-Behörden. Es geht um Schadensbegrenzung nach dem russischen Einbruch bei Microsoft. Dieser lĂ€uft unvermindert weiter und hat sich zuletzt sogar intensiviert. Spionage ist dagegen eine SpezialiĂ€t des Malware-Dealers Intellexa. Die fĂŒr die Predator-Spyware bekannte Firma hat SpĂ€hsoftware vorgestellt, die Handys rein ĂŒber Werbebanner infiziert – ohne Klick. Derweil haben die vier Speicher-Fabriken Microns in Taiwan das Erdbeben von letzter Woche offenbar weitgehend unbeschadet ĂŒberstanden. Die DRAM-Lieferungen dĂŒrften nur minimal zurĂŒckgehen. Die Produktion wurde wohl nur kurz unterbrochen, aber ist bislang nicht wieder komplett hochgefahren – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Der Notbefehl 24-02 der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) macht den IT-Abteilungen ziviler US-Bundesbehörden Beine. Sie mĂŒssen umfangreich Daten sichten, Login- und Authentifizierungsdaten erneuern und bestimmte Software deinstallieren. Grund ist das Sicherheits-Fiasko bei Microsoft, das auch Kunden betrifft, wie eben die US-Behörden. Zwischen den Zeilen des Rundschreibens ist zu erkennen, dass die möglichen Folgewirkungen enorm sind. Bereits im Juni hat eine US-Behörde Alarm geschlagen, doch zuletzt haben die Angreifer ihre AktivitĂ€ten verzehnfacht. Die Angreifer haben eine Art GeneralschlĂŒssel fĂŒr weite Teile der Microsoft Cloud erbeutet: Nach Microsoft-Fiasko mĂŒssen US-Behörden groß aufrĂ€umen [1].

Der US-amerikanische Speicherhersteller Micron Technology geht davon aus, dass das Erdbeben in Taiwan am 3. April nur minimale Auswirkungen auf die DRAM-Lieferkette haben wird. Micron fertigt Speicher in Taiwan an vier Standorten, aber die entsprechenden Fabriken haben offenbar kaum SchĂ€den davongetragen. FĂŒr das laufende Quartal erwartet Micron, dass der DRAM-Nachschub um einen höchstens mittleren einstelligen Prozentbereich zurĂŒckgehen wird. Letzte Woche haben die dort ansĂ€ssigen Halbleiterhersteller ihre Produktion nach dem schweren Erdbeben in Taiwan kurz unterbrochen. Allerdings gaben sie kurz darauf schon Entwarnung: Micron erwartet geringe Auswirkungen auf DRAM-Nachschub nach Erdbeben in Taiwan [2].

An einer Überwachungssoftware, die Mobiltelefone wie iPhones oder Android-Smartphones rein ĂŒber Online-Werbung infizieren und ausspĂ€hen kann, arbeitet die Intellexa Alliance. Sie ist vor allem als Entwickler des mĂ€chtigen Staatstrojaners Predator bekannt. Die neue Malware heißt Aladdin und installiert sich ohne Klick des Opfers (Zero-Click-Exploits). 2022 hat Intellexa laut durchgesickerten Firmendokumenten einen Nachweis der FunktionsfĂ€higkeit vorgelegt. Zu der Zeit versuchte das Verteidigungsministerium in Israel eigentlich hĂ€nderingend, Hersteller daran zu hindern, einschlĂ€gige Spyware auf dem auslĂ€ndischen Markt zu bewerben: Spyware des Predator-Herstellers Intellexa kommt ĂŒber Online-Werbung [3].

Ausspionieren und missbrauchen lassen sich auch veraltete NAS-Systeme des Herstellers D-Link, durch eine nicht geschlossene HintertĂŒr, die nun noch mehr GerĂ€te betrifft. In einer Aktualisierung des Sicherheitshinweises finden sich neben den ursprĂŒnglich vier betroffenen GerĂ€tetypen sechzehn weitere, deren Support-Lebensende teilweise mehr als zehn Jahre zurĂŒckliegt. Die SicherheitslĂŒcke erlaubt durch ein HintertĂŒr-Konto ohne Passwort sowie ein unsicheres CGI-Skript Bösewichtern die AusfĂŒhrung beliebiger Shell-Kommandos auf einem betroffenen NAS. Und das ohne vorherige Anmeldung und auch aus der Ferne: Noch mehr D-Link-NAS fĂŒr Codeschmuggel anfĂ€llig, am besten alle abschalten [4].

In der dritten Episode des c’t-Verbraucherschutz-Podcasts "Vorsicht, Kunde!" geht es um Glasfasernetze, die erst angekĂŒndigt und dann doch nicht verlegt werden. Im Podcast besprechen wir, welche Fallstricke bei der Umstellung auf Glasfaser drohen und wann Vermieter verhindern können, dass Glasfaser bei ihnen verlegt wird. Als Grundlage dient wieder ein realer Fall, in dem einem Inhaber eines kleinen IT-Unternehmens der Glasfaseranschluss im BĂŒro vom Vermieter untersagt wird. Welche rechtlichen Möglichkeiten Mieter und Vermieter haben, wenn es um den Internetanschluss im und am Haus geht, diskutieren wir im c't-Podcast "Vorsicht, Kunde!": Vermieter verhindert Glasfaseranschluss [5].

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(fds [17])


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  1. https://www.heise.de/news/Nach-Microsoft-Hack-muessen-US-Behoerden-gross-aufraeumen-9682556.html
  2. https://www.heise.de/news/Micron-erwartet-geringe-Auswirkungen-auf-DRAM-Nachschub-nach-Erdbeben-in-Taiwan-9682570.html
  3. https://www.heise.de/news/Intellexa-Spyware-des-Predator-Herstellers-kommt-ueber-Online-Werbung-9682500.html
  4. https://www.heise.de/news/Am-besten-alle-abschalten-Noch-mehr-D-Link-NAS-fuer-Codeschmuggel-anfaellig-9682099.html
  5. https://www.heise.de/news/Vorsicht-Kunde-der-c-t-Podcast-Vermieter-verhindert-Glasfaseranschluss-9681497.html
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  7. https://www.heise.de/news/San-Francisco-Stadtbahnen-fahren-nur-dank-5-25-Zoll-Disketten-noch-jahrelang-9681679.html
  8. https://www.heise.de/news/Gezielte-Spyware-bespitzelt-iPhones-Apple-warnt-Nutzer-in-vielen-Laendern-9681532.html
  9. https://www.heise.de/news/Microsoft-stellt-ARM-Surfaces-im-Mai-vor-9681859.html
  10. https://www.heise.de/news/Details-zum-Microsoft-Leak-Ueber-eine-Million-interne-Dateien-waren-oeffentlich-9681391.html
  11. https://www.heise.de/news/Regulierer-Telekom-geht-beim-Glasfaser-Ueberbau-tendenziell-aggressiver-vor-9682317.html
  12. https://www.heise.de/blog/Wie-eine-Zeile-CSS-den-Cumulative-Layout-Shift-bei-3700-URLs-verbessert-9677415.html
  13. https://www.heise.de/news/Der-italienische-Mokka-Alfa-Romeo-Milano-kommt-als-Elektroauto-oder-Hybrid-9681615.html
  14. https://www.heise.de/tests/Flug-mit-Nervenkitzel-FPV-Drohne-DJI-Avata-2-im-Test-9680550.html
  15. https://www.heise.de/news/Mercedes-EQS-Facelift-Mehr-Reichweite-keine-800-Volt-9681756.html
  16. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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