GDC: Crysis 2 bringt 3D-Stereo ohne Performance-Verlust
Nur 1,5 Prozent an 3D-Leistung soll der 3D-Stereo-Modus in Crysis 2 kosten. Ob das Spiel zum Marktstart am 25. MĂ€rz 2011 einen DirectX-11-Modus bietet, ist ungewiss.
(Bild:Â Crytek)
Die Fortsetzung des First-Person-Shooters Crysis, der selbst noch knapp drei Jahre nach seiner Veröffentlichung moderne Rechner zum Schwitzen bringt, soll am 25. MĂ€rz 2011 erscheinen und 3D-Stereoskopie ĂŒber ein neuartiges Verfahren unterstĂŒtzen. Dies kĂŒndigte der Frankfurter Entwickler Crytek [1] auf der Game Developers Conference [2] (GDC) in Köln an und zeigte auch erste EindrĂŒcke eines Crysis-2-Mehrspielergefechts. Crytek versetzt den Spieler in Crysis 2 nicht mehr in einen Dschungel wie noch die beiden VorgĂ€nger (Far Cry, Crysis), sondern lĂ€sst die Gefechte nun in New York austragen. AuĂerdem lĂ€uft die Cryengine 3 nun nicht nur auf PCs, sondern auch auf den Konsolen XBox 360 und PS3.
(Bild:Â c't)
Auf der GDC demonstrierte Crytek-Mitarbeiter Sean Tracy auĂerdem die FĂ€higkeiten des Sandbox-3-Editors. In Windeseile verĂ€nderte er via Deferred Lighting implementierte Lichteffekte und schaltete 3D-Stereoskopie per Mausklick dynamisch zu. Der Editor lief dabei auf einem System mit einem Core i7-920, 6 GByte Speicher und einer GeForce GTX 260 im DirectX-9-Modus. Auf Nachfrage erklĂ€rte Tracy, dass die im Editor gezeigte Grafik die maximale QualitĂ€tsstufe zeigte.
Auf die Frage, welche DirectX-11-Funktionen Crysis 2 unterstĂŒtzen werde, hielt er sich bedeckt. Tracy wollte nicht einmal ausschlieĂen, dass bei der PC-Version ein DirectX-11-Modus erst nach dem Verkaufsstart nachgeliefert werde. Selbst in den auf der Fachmesse ausgeteilten BroschĂŒren zur Cryengine 3 ist DirectX 11 nirgends erwĂ€hnt.
Besonders interessant ist die Implementierung des stereoskopischen 3D-Modus (S-3D) in Crysis 2. Dieser soll laut Crytek durchschnittlich nur 1,5 Prozent Leistung kosten. Bei herkömmlichen 3D-Stereo-Verfahren, die zwei leicht versetzte Einzelbilder berechnen, bricht die Performance oft entsprechend um die HĂ€lfte ein. Bei anspruchsvollen Spielen mĂŒsste man dann die Auflösung, Detailstufe und Effektrate reduzieren, um noch ein flĂŒssiges Spielerlebnis zu erreichen.
Dies sei laut Nicolas Schulz keine Option fĂŒr Crytek gewesen. So soll Crysis 2 auf modernen Konsolen mit rund 30 Bildern/s laufen, Spielraum fĂŒrs Dual-Picture-Rendering gibt es hierbei also nicht. Cryteks 3D-Stereoansatz baut zwar auf der Frustum-Shift-Methode auf, rendert eine 3D-Szene jedoch nicht zweimal, sondern erzeugt nach einem Rendervorgang durch die Projektion von bereits berechneten Pixeln zwei synthetische Bilder fĂŒr das linke und rechte Auge aus Backbuffer-Daten und Tiefeninformationen. SchlieĂlich wird der Backbuffer noch mit einem bilinearen Filter abgetastet. Der Backbuffer ist ein Teil des Grafikspeichers, in dem Bilder berechnet werden, bevor sie in den Frontbuffer kopiert und schlieĂlich auf dem Bildschirm ausgegeben werden.
Bei der PS3 funktioniert die Ausgabe der fĂŒr beide Augen berechneten Bilder ĂŒber HDMI 1.4, bei der XBox 360 ĂŒber Frame-kompatible Formate (side by side, line interlaced). Dies fĂŒhre aber derzeit noch dazu, dass das nicht dafĂŒr angepasste XBox-Dashboard fehlerhaft dargestellt wird. Hier sei es an Microsoft, eine Lösung zu bieten.
Crytek nennt die S-3D-Technik Screen Space Re-Projection Stereo (SSRS), sie ist in der fĂŒr Spielefirmen ab nĂ€chster Woche erhĂ€ltlichen Version 3.2 der Cryengine integriert â und steht damit auch automatisch bei möglichen Lizenztiteln zur VerfĂŒgung. Im Rahmen der GDC hob Crytek auch hervor, dass sich die Cryengine nicht nur fĂŒr First-Person-Shooter, sondern beispielsweise auch fĂŒr Renn- und Echtzeitstrategiespiele eignet. Laut Crytek setzen 150 UniversitĂ€ten die Cryengine 3 zur Lehre ein, diese nicht-kommerzielle Nutzung ist kostenlos. Kommerzielle Spiele, die die Cryengine 3 auĂer Crysis 2 nutzen werden, sind etwa Forged by Chaos oder Nexuiz. (mfi [3])
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