Google Chromecast: Noch eine Streaming-Architektur
Google hat einen kleinen HDMI-Stick vorgestellt, mit dem beliebige Fernseher und Monitore sich von Android- und iOS-GerÀten per Funk steuern lassen. Dahinter steckt kein AirPlay- oder Miracast-Clone, sondern eine neue Streaming-Architektur.
(Bild:Â Google)
Google hat auf dem heutigen PressefrĂŒhstĂŒck [1] die neue Streaming-Architektur Google Cast [2] vorgestellt, mit der Internet-Inhalte per WLAN von Android- und iOS-GerĂ€ten an entsprechende EmpfĂ€nger weitergeleitet werden können. Als EmpfĂ€nger gab es den kleinen HDMI-Stick Chromecast zu sehen, der beliebige Fernseher und Monitore in Streaming-EmpfĂ€nger verwandelt und der nur 35 US-Dollar kostet. Derzeit ist der Stick nur in den USA lieferbar, zu einem Deutschlandstart gibt es noch keine Informationen.
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Von der Architektur her Ă€hnelt Google Cast [3] am ehesten DLNA, weniger Apple AirPlay und Miracast/WiDi: Der Stick rendert die gestreamten Daten selbst und bekommt vom Handy vereinfacht gesagt nur eine URL geliefert. Google hat demonstriert, wie YouTube-Videos, Internetseiten und Filme per Netflix und aus Googles Play Store auf dem Fernseher landen; unterstĂŒtzt werden die Videoformate H.264 und VP8 sowie wichtige Audio-, Container- und DRM-Formate [4]. Vom Handy aus lĂ€sst sich die Wiedergabe anhalten und die LautstĂ€rke kontrollieren; davon abgesehen ist es nicht mit dem Casten beschĂ€ftigt, sondern man kann wĂ€hrend des Abspielens andere Apps nutzen.
Doch eines geht somit nicht: Man kann keine Daten direkt vom Handy aufs TV schicken, also keine Fotos, keine Musik, keine Ausgaben von Apps. Darin unterscheidet sich Google Cast von Miracast und AirPlay, die quasi die Display-Ausgabe des Handys auf den Fernseher spiegeln. Per AirPlay und Miracast lĂ€uft jede App ohne Anpassung der Entwickler auf dem groĂen Display: Spiele, News-Anwendungen, NAS-Streamer, alles.
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Bei Google Cast geht alles nur ĂŒber den Umweg Web: Fotos kann man anzeigen, wenn man sie auf Google+ geladen hat, Musik kann man streamen, wenn sie bei Google Music liegt. Spiele gehen gar nicht, auĂer vielleicht in der Zukunft mit Cloud-Gaming [5], bei der das Spiel auf einer Grafikkarte beim Anbieter [6] lĂ€uft und fertig gerendert zum Chromecast gestreamt wird â das Handy ist dabei dann nur der Controller ohne Grafikaufgaben.
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Google hat eine API veröffentlicht, mit der iOS- und Android-Entwickler ihre App Cast-fĂ€hig [7] machen können, und auch auf dem Stick kann Software laufen. Somit ist es zumindest denkbar, dass das (gegenĂŒber DLNA weggelassene) Streaming von lokalen Servern im LAN nachbaubar ist; vielleicht kann man sogar das Handy als Streaming-Server nutzbar machen. Ob es auch gelingt, gröĂere Daten wie Fotos ĂŒber die Message-Schnittstelle zu schicken, ist derzeit unklar; fĂŒr ein echtes Mirroring dĂŒrfte sie aber zu langsam sein.
Auf dem Chromecast-Stick [8] lÀuft Chrome OS, das man aber nach derzeitigem Kenntnisstand nur als Cast-EmpfÀnger nutzen kann, nicht etwa durch Ankoppeln von Tastatur und Maus als eigenstÀndigen Chrome-OS-Rechner. Es handelt sich also nicht um eine Alternative zu den HDMI-Sticks mit Android [9]. Ob der Stick zusÀtzlich einfach als Miracast-EmpfÀnger dient, oder ob so eine Variante angedacht ist, ist ebenfalls unbekannt. Der Stick wiegt 34 Gramm und funkt im 11n-WLAN, aber nicht im 5-GHz-Band. Er benötigt eine Stromversorgung per Micro-USB. (jow [10])
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[1] https://www.heise.de/news/Android-4-3-bringt-eingeschraenkte-Profile-und-Bluetooth-4-0-1923324.html
[2] http://googleblog.blogspot.de/2013/07/from-tvs-to-tablets-everything-you-love.html
[3] https://developers.google.com/cast/design_consider
[4] https://developers.google.com/cast/supported_media_types
[5] https://www.heise.de/news/Cloud-Gaming-per-TV-US-Provider-wollen-Spielkonsolen-das-Wasser-abgraben-1716824.html
[6] https://www.heise.de/news/GDC-AMDs-Grafikkarten-Serie-fuer-Cloud-Spiele-1830731.html
[7] http://developers.google.com/cast/developing_a_sender
[8] https://play.google.com/store/devices/details?id=chromecast
[9] http://www.heise.de/artikel-archiv/ct/2013/05/096_Smarte-Stoeckchen
[10] mailto:jow@ct.de
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