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Google: Klage zum Schutz vor gefÀlschten KI-Anzeigen

Andreas Knobloch
Google-Logo an der Konzernzentrale in Mountain View

(Bild: Skorzewiak/Shutterstock.com)

Um gefĂ€lschte Werbung fĂŒr seinen KI-Chatbot Bard zu stoppen, reicht Google Klage ein. Die Beklagten aber sind unbekannt.

Der US-Konzern Google hat am Montag eine Klage zum Schutz von KI-Nutzerinnen und -Nutzern und kleinen Unternehmen eingereicht. BetrĂŒger sollen Menschen dazu verleitet haben, auf gefĂ€lschte Anzeigen fĂŒr Googles Chatbot Bard zu klicken und dann deren Anmeldedaten fĂŒr soziale Medien gestohlen haben.

Die am Montag beim Bundesbezirksgericht der Vereinigten Staaten fĂŒr den nördlichen Bezirk von Kalifornien in San Jose eingereichte Klage richtet sich gegen ungenannte Personen in Vietnam, deren IdentitĂ€t nicht bekannt ist. Diese sollen offiziell aussehende Anzeigen fĂŒr den KI-Chatbot Bard geschaltet haben, die ĂŒber Konten und Seiten mit gefĂ€lschten Namen wie Google AI, AIGoogle.Plus, AIGoogle Bard FB und AIGoogleBard arbeiten, schreibt die US-Tageszeitung Wall Street Journal [1].

Die Klage mit dem Aktenzeichen 5:23-cv-05823 strebt an, den Betrug zu unterbinden und Schadenersatz zu erhalten. Google möchte, dass die BetrĂŒger daran gehindert werden, gefĂ€lschte Profile einzurichten. Zudem möchte Google die Möglichkeit haben, die gefĂ€lschten Seiten bei den US-Domain-Registrierstellen zu deaktivieren, und verklagt die BetrĂŒger wegen Markenverletzung und Vertragsbruch.

Der Betrug ist laut der Klage in Anzeigen und BeitrĂ€gen auf Facebook aufgetaucht. Sobald die Nutzerinnen und Nutzer auf das Angebot zum Herunterladen von Bard klicken, werden ihre GerĂ€te mit Malware infiziert, die ihre Social-Media-Anmeldedaten an die BetrĂŒger sendet. Diese nutzen dann die Informationen, um die Social-Media-Konten ihrer Opfer zu ĂŒbernehmen und weitere mit Malware verknĂŒpfte Werbung zu verbreiten, heißt es in der Klage. Die betrĂŒgerischen Anzeigen sollen Facebook-Nutzerinnen und -nutzer verwirren, weil Google selbst auf Facebook fĂŒr sein Bard-Produkt geworben hat, so die Klageschrift [2]. Laut Google gehören zu den potentiellen Opfern "oft" kleine Unternehmen mit Facebook-GeschĂ€fts- oder Werbekonten.

In der Klage von Google heißt es, dass das Unternehmen "die wahren Namen und KapazitĂ€ten" der Angeklagten nicht kennt und sie "unter fiktiven Namen" verklagt, die Google "Ă€ndern" wird, falls und sobald die echten Namen bekannt werden.

Die Klage zielt zudem darauf ab, mehr Informationen darĂŒber zu erhalten, wie das Betrugsschema funktioniert. Auch ist die genaue Zahl der Betrugsopfer nicht bekannt. Seit April habe man etwa 300 AntrĂ€ge auf Entfernung der Anzeigen gestellt haben, schreibt Halimah DeLaine Prado, die Rechtsberaterin von Google, in einem Blog-Post [3]. Laut Wall Street Journal haben Facebook und andere Unternehmen im Allgemeinen auf diese AntrĂ€ge reagiert.

Die Klage sei Teil von Googles "laufender rechtlichen Strategie zum Schutz von Verbrauchern und kleinen Unternehmen und zur Schaffung notwendiger rechtlicher PrĂ€zedenzfĂ€lle in neuen Innovationsbereichen", so DeLaine Prado weiter. Wenn Googles Vorgehen gegen die BetrĂŒger erfolgreich ist, könnte dies ein Beispiel fĂŒr andere große Technologieunternehmen sein, die in Zukunft gegen Ă€hnliche KI-BetrĂŒgereien vorgehen werden, um die Nutzerinnen und Nutzer zu schĂŒtzen.

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(akn [5])


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.wsj.com/tech/google-sues-to-block-ai-ads-preying-on-small-businesses-5e9c01d5
  2. https://fingfx.thomsonreuters.com/gfx/legaldocs/jnpwwongbpw/GOOGLE%20BARD%20LAWSUIT%20complaint.pdf
  3. https://blog.google/outreach-initiatives/public-policy/taking-legal-action-to-protect-users-of-ai-and-small-businesses/
  4. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  5. mailto:akn@heise.de