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Google stellt Website zur Rettung bedrohter Sprachen vor

Martin Holland

Mit einer Website will Google vom Aussterben bedrohte Sprachen dokumentieren und damit bei deren Rettung helfen. Die Verantwortung fĂŒr die Seite will der Konzern aber bald in andere HĂ€nde legen.

Der US-Suchmaschinenriese Google hat eine Website vorgestellt, die helfen soll, vom Aussterben bedrohte Sprachen zu bewahren. Einzelheiten des Projekts erlĂ€uterten zwei Manager des Projekts in einem Beitrag [1] auf dem offiziellen Blog von Google. Auf der Seite Endangered Languages [2] werden demnach mehr als 3000 Sprachen dokumentiert, die unmittelbar vor dem Aussterben stehen. Das ist ungefĂ€hr die HĂ€lfte aller auf der Erde gesprochenen Sprachen. Auf dem Portal sollen laut Google Audiobeispiele gesammelt und Sprecher miteinander vernetzt werden. Außerdem soll sie das Erlernen einer dieser Sprachen erleichtern.

Auf einer Weltkarte wird gezeigt, wo wieviele bedrohte Sprachen gesprochen werden.

Auf dem Portal, das in sieben Sprachen vorliegt, erhĂ€lt jede der dokumentierten Sprachen eine eigene Seite. Hier finden sich dann verschiedene Informationen, beispielsweise ĂŒber die Anzahl der Muttersprachler, das Verbreitungsgebiet oder die Dialektsituation. Weiterhin können Beispiele, wie Aufnahmen von Sprechern bei Youtube oder andere Ressourcen wie wissenschaftliche Artikel verlinkt werden. Zum Schluss fĂŒhrt ein Verweis zur entsprechenden Seite bei Google Groups, wo sich ĂŒber die Sprache ausgetauscht werden kann.

FĂŒr das Projekt wird laut den Verantwortlichen auf die Forschungen zum Catalogue of Endangered Languages (ELCat) zurĂŒckgegriffen, der von Wissenschaftlern an der UniversitĂ€t von Hawaii und der UniversitĂ€t von Ostmichigan erstellt wird. Diese Arbeit habe gerade erst begonnen und werde nun öffentlich gemacht, um RĂŒckmeldungen zu erhalten. Auch deswegen erfolge ĂŒber die Seite der Aufruf zu einer gemeinsamen Anstrengung, um bei der Bewahrung der Sprachen zu helfen.

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Hinter der Entwicklung der Seite steht Google, doch das Unternehmen erklĂ€rt, die Verantwortung in ein paar Monaten abgeben zu wollen. Danach sollen das First Peoples' Cultural Council (FPCC [4]) und das Institute for Language Information and Technology [5] der UniversitĂ€t von Ostmichigan (USA) zustĂ€ndig sein. Das FPCC, das sich der Wiederbelebung der Kultur der Ureinwohner von British Columbia (Kanada) widmet, soll dann beratend tĂ€tig sein. Daneben ist geplant, dass das Institute for Language Information and Technology, das unter Linguisten weltweit fĂŒr die LINGUIST List [6] bekannt ist, die technische Leitung ĂŒbernimmt. (mho [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1623310

Links in diesem Artikel:
[1] http://googleblog.blogspot.com/2012/06/endangered-languages-project-supporting.html
[2] http://www.endangeredlanguages.com
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] http://www.fpcc.ca/
[5] http://linguistlist.org/ilit/
[6] http://linguistlist.org/
[7] mailto:mho@heise.de