Google und Apple wetteifern um die Datenschutzkrone
Nach dem PR-trĂ€chtigen Start einer Apple-Offensive zum Sichern der PrivatsphĂ€re der iPhone-Nutzer keilt Eric Schmidt, Chef des Verwaltungsrats von Google, zurĂŒck: Man sei der Konkurrenz bei der IT-Sicherheit weit voraus.
Zwischen Google und Apple ist im Lichte der NSA-AffĂ€re ein technischer und rhetorischer Wettkampf um den besten Datenschutz entbrannt. Mit einer persönlichen Botschaft von Apple-Chef Tim Cook startete [1] der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino jĂŒngst eine einschlĂ€gige Offensive, wonach sich Behörden etwa mit dem neuen Betriebssystem iOS 8 keinen einfachen Zugang mehr zu iPhones und iPads mit Passwort-Schutz verschaffen können. Gezielt unterstrich Cook dabei auch erneut, dass man im Unterschied etwa zu Google kein Geld mit Werbung ĂŒber Online-Dienste verdiene, sondern hauptsĂ€chlich mit dem GerĂ€teverkauf.
Eric Schmidt, Chef des Verwaltungsrats von Google, hat den Fehdehandschuh jetzt aufgenommen. "Wir waren schon immer der Spitzenreiter in den Bereichen Sicherheit und VerschlĂŒsselung", erklĂ€rte [2] der Vertreter des Suchmaschinengiganten aus dem benachbarten Mountain View gegenĂŒber CNNMoney. "Unsere Systeme sind weitaus sicherer und besser verschlĂŒsselt als die aller anderen", betonte Schmidt und bezog Apple ausdrĂŒcklich mit ein. Aber die restlichen IT-Hersteller holten auf, "was hervorragend ist."
Apple fahre einen anderen Ansatz als viele Konkurrenten, hatte Cook vorgelegt. Schon beim Design eines neuen Produkt lege Apple Wert darauf, möglichst wenig personenbezogene Daten zu sammeln. Cook sei "nicht korrekt" ĂŒber die Regeln Googles zum Schutz persönlicher Informationen aufgeklĂ€rt worden, giftete Schmidt nun zurĂŒck: "Ich bedauere ihn deswegen."
Google hatte jĂŒngst nach Apples iOS-AnkĂŒndigung rasch nachgelegt [3] und erklĂ€rt, die DatenverschlĂŒsselung werde mit der nĂ€chsten Version des Mobilsystems Android standardmĂ€Ăig aktiviert. Unter anderem wegen seiner ZusammenfĂŒhrung personenbezogener Informationen ĂŒber alle eigenen Dienste hinweg steht der Konzern aber in der Kritik.
BĂŒrgerrechtler und Datenschutzexperten freut der neue Wettstreit der IT-Titanen. Es sei "herzerwĂ€rmend" zu sehen, dass US-Konzerne Datenschutz und -sicherheit "als einen Unternehmensvorteil erkennen", sagte [4] die Rechtsprofessorin Catherine Crump "Ars Technica". Vor zwei Jahren wĂ€re in den USA noch kaum jemand auf diese Idee gekommen. Die Entwicklung zeige, dass sich die Idee verbreite, wonach die US-Regierung auf ihrer Jagd nach persönlichen Daten zu weit gegangen sei. Washington und US-Sicherheitsbehörden sind dagegen wĂŒtend [5]. Sie fĂŒrchten [6], im Kampf gegen Terroristen und KinderschĂ€nder ins Hintertreffen zu geraten [7]. (keh [8])
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[1] https://www.heise.de/news/Apple-Chef-Tim-Cook-startet-Datenschutz-Offensive-2395243.html
[2] http://money.cnn.com/2014/10/02/technology/security/google-apple-privacy/index.html
[3] https://www.heise.de/news/Google-Verschluesselung-wird-Standard-bei-Android-2400147.html
[4] http://arstechnica.com/apple/2014/09/apple-expands-data-encryption-under-ios-8-making-handover-to-cops-moot/
[5] https://www.heise.de/news/US-Behoerden-wuetend-ueber-Apples-und-Googles-Datenschutz-Offensive-2401621.html
[6] https://www.heise.de/news/FBI-Chef-kritisiert-Apple-und-Google-wegen-Verschluesselung-2404396.html
[7] https://www.heise.de/news/US-Justizminister-kritisiert-Verschluesselung-in-iOS-und-Android-2409542.html
[8] mailto:keh@heise.de
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