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Googles neuer Nest Hub: Smartes Display mit Schlaftracking und Gestensteuerung

Stefan Porteck

(Bild: Google)

Googles neues Nest Hub bekommt statt einer Kamera einen Radarchip zur Bewegungserkennung und könnte ein neues GeschÀftsmodell bei Google einlÀuten. 

Google bringt ein neues Smart-Display auf den Markt. Der neue Nest Hub hat wieder ein 7-Zoll-Display und gleicht auch sonst dem bisherigen Modell, er wurde aber unter der Haube technisch deutlich aufgepeppt. So will Google dem Nest Hub einen besseren Lautsprecher mit kraftvollerem Bass verpasst haben. Ein drittes Mikrofon soll zum einen die Spracherkennung verbessern und zum anderen die rÀumliche Ortung der GerÀuschquelle ermöglichen.

Die wohl spannendste Neuerung dĂŒrfte der Soli genannte Radar-Chip [1] sein, den Google erstmals in in seinem Smartphone Pixel 4 einsetzte. Er ermöglicht im Nest Hub die Gestensteuerung – beispielsweise um die Musikwiedergabe zu pausieren oder den Wecker mit einer Handbewegung auszuschalten.

Außer der Gestensteuerung hat Google sich fĂŒr den Radar-Chip einen interessanten weiteren Anwendungsfall ausgedacht: Schlaftracking. Sofern man das Feature einschaltet, erkennt der Chip, wann man zu Bett geht, wie lange man liegt und soll anhand der Bewegungen des Körpers die Atemfrequenz, die Schlafdauer sowie die SchlafqualitĂ€t erkennen.

Außer vom Radarchip fließen auch Daten der Mikrofone und des Helligkeitssensors in die Auswertung der SchlafqualitĂ€t ein.

(Bild: Google)

Da laut Google rund 20% der smarten Displays in Schlafzimmern stehen, hat man sich fĂŒr Radar und gegen eine Kamera entschieden – anders als beim in den USA erhĂ€ltlichen Nest Home Hub Max. Der Soli-Chip zeichnet anders als eine Kamera keine sichtbaren Bilder auf, sondern detektiert nur Bewegungen, was die Gestensteuerung und die SchlafĂŒberwachung ohne Angst vor Spionen im Schlafzimmer ermöglichen soll.

Laut Google lĂ€sst sich der Nest Hub in einer wenige Tage dauernden Lernphase auf den jeweiligen Nutzer trainieren. Das GerĂ€t gibt dabei eine Anleitung fĂŒr den richtigen Aufstellungsort und die Ausrichtung auf dem Nachttisch. Anschließend soll das Schlaftracking auch dann funktionieren, wenn man nicht alleine im Bett liegt. Der Soli-Sensor soll zwischen eigenen und fremden Bewegungen unterscheiden und auch die Mikros ordnen laut Google Schnarchen und Husten der korrekten Person zu.

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Morgens prĂ€sentiert das Display eine grafische Zusammenfassung der vorangegangenen Nacht, die ĂŒber das hinausgeht, was andere Schlaftracker bieten: So zeigt der Nest Hub außer den Schlafphasen und der Schlafdauer in einer zeitlichen Auswertung auch die Atemfrequenz an und wann geschnarcht oder gehustet wurde. Zudem werden EinflĂŒsse protokolliert, die den Schlaf gestört haben könnten, wie etwa andere GerĂ€usche sowie Licht- oder Temperaturwechsel. Laut Googles eigenen Tests soll das Schlaftracking des Home Hub mit professionellem Schlafanalysen mithalten können. Auf Wunsch werden die Daten automatisch in das Fitness-Logging-Tool Google Fit ĂŒbertragen.

Der Nest Hub ist ab sofort fĂŒr 100 Euro vorbestellbar [3]. Interessant ist dabei, dass Google davon spricht, dass der Schlafsensor „bis nĂ€chstes Jahr in Form einer Vorabversion 4 angeboten“ wird und sich vorbehĂ€lt, zu einem spĂ€teren Zeitpunkt fĂŒr dessen Nutzung möglicherweise eine GebĂŒhr zu erheben. Abgesehen vom Schlaftracking ist sein ĂŒbriger Funktionsumfang unabhĂ€ngig von einem spĂ€ter möglichen Abo-Modell.

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(spo [5])


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