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Greenpeace demonstriert bei Apple Irland

Jeremias Radke

Greenpeace-Mitglieder protestierten auf dem Dach der Niederlassung in Cork, um auf die umweltschĂ€dliche Stromversorgung der Rechenzentren aufmerksam zu machen. Apple weist die Kritik zurĂŒck.

Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace machten gestern um 8 Uhr MEZ europaweit mit Aktionen [1] unter dem Titel "Clean our Cloud" auf MissstĂ€nde [2] bei der Energieversorgung von Rechenzentren aufmerksam. Außer in der TĂŒrkei und in Luxemburg protestierten die Aktivisten auch auf dem GelĂ€nde der Apple-Niederlassung im irischen Cork. Greenpeace-Mitglieder erkletterten das HauptgebĂ€ude, um den Protestspruch anzubringen und verteilten FlugblĂ€tter an Apple-Angestellte. Die Aktion wurde nach einer Stunde von den Umweltrechtlern freiwillig beendet.

Kumi Naido, GeschaftsfĂŒhrer von Greenpeace International, sagte [3] gegenĂŒber der irischen Zeitung Irish Examiner: "Die Ironie hier in Cork ist, dass die Apple-Zentrale mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt wird."

Greenpeace-Aktivisten protestieren auf dem GelÀnde der europÀischen Apple-Zentrale

(Bild: greenpeace.org)

Greenpeace wirft Apple, Amazon und Microsoft, Betreiber einiger der grĂ¶ĂŸten Rechenzentren weltweit, vor, nicht ausreichend [4] auf Strom aus regenerativen Energiequellen zu setzen.

Apple nehme demnach einen Spitzenplatz unter den UmweltsĂŒndern ein. 55 Prozent der benötigten Energie fĂŒr den Dienst iCloud stamme aus Kohlekraftwerken, 28 Prozent sei Atomstrom. WĂ€ren Rechenzentren ein Land, hĂ€tten sie weltweit den fĂŒnfhöchsten Strombedarf, der sich bis 2020 noch verdreifachen soll. Einige Rechenzentren sind wegen ihrer GrĂ¶ĂŸe vom Weltraum mit bloßem Auge erkennbar und verbrauchen so viel Strom wie 180.000 Haushalte, heißt es in der Studie.

Apple hingegen wirft Greenpeace falsche Berechnungen vor, da das von der Organisation untersuchte Rechenzentrum in North Carolina nur ein FĂŒnftel der propagierten 100 Megawatt benötige und im Endausbau bis zu 60 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen decken soll. Dazu baue man vor Ort eigens einen Solarpark und eine Brennstoffzellen-Anlage, sagt Apple, die beide die grĂ¶ĂŸten Installationen ihrer Art in den USA werden sollten.

ErgĂ€nzend zu den Aktionen und der veröffentlichten Studie fordert Greenpeace auf seiner Homepage umweltbewusste Cloud-Nutzer auf, eine vorformulierte [5] Protest-E-Mail an die GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Apple, Microsoft und Amazon zu schicken. "Wenn Menschen auf der ganzen Welt Musik oder Fotos in der Cloud teilen, dann wollen sie sicher sein, dass die Cloud mit sauberer Energie versorgt wird“, so Greenpeace-Mann Naido. (jra [6])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1542862

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.greenpeace.org/international/en/news/Blogs/makingwaves/we-took-it-direct-to-their-offices/blog/40022/
[2] https://www.heise.de/news/Greenpeace-kritisiert-dreckigen-Strom-bei-Cloud-Anbietern-1541246.html
[3] http://www.irishexaminer.com/breakingnews/ireland/apple-rejects-greenpeace-claims-after-cork-protest-547997.html
[4] https://www.heise.de/news/Greenpeace-kritisiert-dreckigen-Strom-bei-Cloud-Anbietern-1541246.html
[5] https://service.greenpeace.de/themen/klima/mitmach_aktionen/aktion/protest_e_mail/oekostrom_fuers_internet/
[6] mailto:jra@heise.de