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Homeoffice kommt langsam voran

Torsten Kleinz
Arbeiten im Homeoffice

Auf der Couch in der eigenen Wohnung sitzen und arbeiten - in den meisten Unternehmen bleibt Homeoffice noch immer die Ausnahme.

(Bild: dpa, Nicolas Armer)

Homeoffice wird immer populÀrer. Bei einem Viertel der Betriebe und einem Zehntel der Angestellten ist es bereits angekommen. Die Mehrheit lehnt es jedoch ab.

Eine Auswertung zeigt: Immer mehr Angestellte können auch im Homeoffice arbeiten. Meist bleiben die Angestellten dem BĂŒro aber nur ein paar Stunden fern. Die Forderung der SPD nach einem gesetzlichen Anspruch auf Home-Office-ArbeitsplĂ€tze [1] hat die Debatte um die Diskussion um neue Arbeitsformen angeheizt. Eine Auswertung des Instituts fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt: Ein Viertel der Betriebe ermöglichen ihren Angestellten inzwischen auch außerhalb ihres BĂŒros zu arbeiten. Ein Zehntel der Angestellten arbeitet zumindest zeitweise zu Hause.

Die Möglichkeit zum Homeoffice steigt mit der GrĂ¶ĂŸe des Betriebs. ZĂ€hlt man nur die Firmen ab 50 Mitarbeitern, können mehr als 22 Prozent der Angestellten auch zu Hause Arbeiten. Im Vergleich zu einer Auswertung von 2013 stellten die Autoren nur ein mĂ€ĂŸiges Plus von drei Prozentpunkten fest.

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In der Untersuchung bezieht sich die Forschungseinrichtung der Bundesagentur fĂŒr Arbeit [3] auf Zahlen aus dem Jahr 2017. FĂŒr das IAB Betriebspanel werden Personalverantwortliche und Angestellte von insgesamt 16.000 Betrieben regelmĂ€ĂŸig befragt.

Ein echtes Homeoffice ist demnach noch die Ausnahme. 63 Prozent der Befragten, die zumindest ab und zu von zu Hause arbeiten, bleibt dem BĂŒro allenfalls fĂŒr einige Stunden fern. Deshalb ist das Homeoffice auch noch nicht als wesentlicher Faktor zur Kostenersparnis in den Betrieben eingezogen. Einen BĂŒroplatz können die Betriebe meist nicht einsparen.

Stattdessen geht es eher darum, den Mitarbeitern eine angenehmere ArbeitsatmosphĂ€re zu verschaffen, wie Dr. Phillipp Grunau im GesprĂ€ch mit heise online erlĂ€utert: "Das mitarbeiterorientierte Personalmanagement gewinnt immer mehr an Bedeutung." So versuchen viele Firmen mit der Möglichkeit zum Homeoffice attraktiv fĂŒr qualifizierte FachkrĂ€fte zu sein.

Insgesamt betrachtet bleibt die Arbeit von zu Hause aber eine Nische. So können viele Arbeitsschritte in der Produktion oder in einem GeschĂ€ft nicht aus der Ferne durchgefĂŒhrt werden. Folgerichtig können nur zwei Prozent der Angestellten im Produktionsbereich zumindest zeitweise auf das Homeoffice zurĂŒckgreifen, aber acht Prozent der FĂŒhrungskrĂ€fte.

"Im Bereich IT und naturwissenschaftliche Dienstleistungen ist die Homeoffice-Quote ĂŒberdurchschnittlich", erlĂ€utert Grunau. Die Höchstwerte gibt es bei Vertrieb und Marketing. Hier arbeiten die Angestellten im Schnitt acht Stunden pro Woche von zu Hause aus. Die Homeoffice-Quote von FĂŒhrungskrĂ€ften in Vertrieb und Marketing betrĂ€gt sogar 59 Prozent, wĂ€hrend die einfachen Angestellten auf gerade einmal 32 Prozent kommen.

Aber nicht jeder will auch zu Hause arbeiten. Zwei Drittel der Befragten Arbeitnehmer lehnt die Arbeit von zu Hause generell ab. "Man sollte Leute, die kein Homeoffice wollen, nicht dazu zwingen", warnt Grunau im GesprĂ€ch mit heise online. Im Gegenzug reagieren Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten wollen, sehr negativ darauf, wenn ihnen die Möglichkeit ohne ausreichende GrĂŒnde verweigert wird.

Eine der Sorgen der skeptischen Arbeitnehmer: Die Trennung von Freizeit und Beruf könnte verschwimmen. Eine andere: Der Austausch mit den Kollegen könnte leiden. Wichtiger Punkt ist aber auch ein kultureller Faktor: So ist die Anwesenheitskultur in deutschen Betrieben noch fest verankert. So berichten acht Prozent der Homeoffice-Nutzer, dass Vorgesetzte ihnen unterstellen, zu Hause zu wenig zu arbeiten. (kamu [4])


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https://www.heise.de/-4450563

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/SPD-will-Recht-auf-Homeoffice-4301385.html
[2] https://jobs.heise.de?wt_mc=intern.newsticker.dossier.jobs
[3] https://www.iab.de/194/section.aspx/Publikation/k190604j02
[4] mailto:kamu@heise.de