IBM stellt neuen Quantenprozessor Heron vor und hat ihn schon in Betrieb
(Bild: Bartlomiej K. Wroblewski/Shutterstock.com)
Heron, System Two und Qiskit: Das IBM Quantum Summit wartet mit aktueller Roadmap und neuem Quantenprozessor und -rechner auf
Auf seinem jĂ€hrlichen Quantum Summit hat IBM seinen neuen Quantenprozessor Heron vorgestellt, der den VorgĂ€nger Eagle mit einer neuen Architektur beerbt. Heron hat 133 Qubits und soll bis zu fĂŒnfmal so leistungsfĂ€hig sein wie Eagle, wobei IBM nicht das Quantenvolumen als MaĂstab nimmt, sondern sich auf die Treue (Fidelity) von Zwei-Qubit-Gattern bezieht. Diese Treue misst, wie genau und zuverlĂ€ssig Quantengatter arbeiten und kann als MaĂ fĂŒr die QualitĂ€t der KohĂ€renz in einem erweiterten System angesehen werden â eine hohe Treue deutet darauf hin, dass die Qubits ihren Quantenzustand ĂŒber die Dauer der Quantenoperationen hinweg aufrechterhalten können.
Am Thomas-J.-Watson-Forschungszentrum in Yorktown Heights, New York, hat IBM die neuen Prozessoren schon in Betrieb genommen. Das "Quantum System Two" getaufte System (YouTube-PrĂ€sentationsvideo [1]) verwendet drei dieser neuen Chips als modulare und damit austauschbare Bausteine. Bis Ende des Jahres soll das System bis zu 5000 Operationen pro Quantenschaltkreis erlauben, durch ein Zusammenschalten mehrerer System-Two-Rechner visiert IBM bis zu einer Million Operationen an. Dabei fasst IBM unter dem Namen "Quantum System Two" ein Komplettpaket aus Quantenhardware und passender Infrastruktur, begleitenden, klassischen Servern und Middleware fĂŒr die Vereinheitlichung von Quanten- und klassischen Workflows zusammen.
Development Roadmap steht jetzt bis 2033
Neben der Technik-Vorstellung zeigte IBM auch seine erweiterten Quanten-Roadmaps [2]. Der Fahrplan fĂŒr Technologien beschreibt nun die Ziele bis in das Jahr 2033. Eine neue Innovation Roadmap geht etwas mehr ins Detail und gibt einen Ausblick auf mögliche QualitĂ€tsverbesserungen bis Anfang 2029. Im Kern beschreibt IBM hier, wie das Unternehmen mit kommenden Prozessorgenerationen durch Verbesserungen in der QualitĂ€t immer gröĂere Gate-Anzahlen erreichen möchte und bis 2029 mit der "Starling"-Generation einen wichtigen Meilenstein von 100 Millionen Gates auf 200 Qubits anvisiert.
(Bild:Â IBM)
Neue Bausteine fĂŒr Entwickler und etwas KI-Garnitur
Bisher war Quantencomputing eher eine Hardware-Angelegenheit, nach und nach möchte IBM die Technologie auch Anwendern zugĂ€nglich machen. Auf dem Quantum Summit stellte das Unternehmen dazu Qiskit Patterns vor, eine Sammlung an Tools und wiederverwendbaren Bausteinen. Sie sollen es erleichtern, Algorithmen und Software fĂŒr Qiskit zu entwickeln, IBMs Open-Source-SDK fĂŒr Quantenprogramme. Entwickler, die bereits tiefer in der Materie stecken, dĂŒrfen sich im Februar 2024 dazu auf das erste Major Release 1.0 von Qiskit freuen. Hier soll es dann unter anderem neue Funktionen fĂŒr die Erstellung dynamischer Schaltungen mit Schleifen, Verzweigungen und klassischen AusdrĂŒcken geben, ebenso Verbesserungen hinsichtlich der Speichernutzung von Schaltungen. Eine generative KI mit auf Qiskit-Code und -Beispielen trainiertem Sprachmodell soll auch enthalten sein und bei der Entwicklung unterstĂŒtzen.
(ulw [4])
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