IBM will mit Verse E-Mail neu erfinden
(Bild: Volker Weber)
A New Way To Work, eine neue Art zu arbeiten, das ist IBMs Slogan fĂŒr Verse. Das ist ein hoher Anspruch, dem Verse in seiner ersten Form noch nicht gerecht wird.
IBM Verse [1] soll die tÀgliche Mailflut besser verarbeiten, Wichtiges von Unwichtigem trennen. Watson soll als persönlicher Assistent helfen, einfache Routinefragen zu beantworten. Das ist ein hoher Anspruch, dem Verse in seiner ersten Form noch nicht gerecht wird.
Technisch ist Verse eine neue Version von iNotes, dem Webmail-Frontend von IBM Domino. Aktuell wird es nur in der IBM SmartCloud angeboten und ersetzt dort das Produkt SmartCloud Notes, fĂŒr 5 US-Dollar pro Monat und Mitarbeiter. Der Admin kann fĂŒr jeden Mitarbeiter festlegen, ob er im Web das Ă€ltere iNotes oder das neuere Verse sieht. Der Postkorb ist auch ĂŒber den Notes Desktop erreichbar sowie alle anderen angebotenen Protokolle, etwa ĂŒber Exchange ActiveSync. Verse ist auĂerdem in SmartCloud Connections S1 [2] fĂŒr 10 US-Dollar pro Monat und Mitarbeiter enthalten.
Aktuell ist der gröĂte technische Fortschritt, dass Verse im Hintergrund Apache Solr [3] als Suchmaschine nutzt. Der Nutzer sieht am oberen Rand von Verse gespeicherte Suchanfragen, mit der sich Teilmengen des Posteingangs filtern lassen. So zeigt eine Anfrage etwa alle AnhĂ€nge, eine andere alle Mails, auf deren Beantwortung man wartet. Verse fĂŒhrt hier ein neues Konzept ein: Der Absender kann dem EmpfĂ€nger mitteilen, bis wann er eine Antwort erwartet und findet diese Mails dann mit der Suche "Waiting for". Eingehende Mails wiederum lassen sich in "Needs Action" einsortieren. So werden aus Mails Aufgaben, die nach FĂ€lligkeit sortiert werden können.
Die Idee dahinter ist eine schnelle Mail-Triage. Sofort antworten, löschen oder "Needs Action". Diese aufwĂ€ndigeren Mails gehen so nicht einfach verloren. Mitarbeiter groĂer Unternehmen werden vor allem die Integration in die Profile von IBM Connections schĂ€tzen. So lĂ€sst sich erkennen, wer die Adressaten einer Mail sind und in welchen Abteilungen sie arbeiten.
IBMVerse.com (0 Bilder) [4]
Wer Verse nicht gleich kaufen will, kann es kostenlos mit einer E-Mail-Adresse nach dem Muster vorname.nachname@ibmverse.com nutzen [6]. Die wĂ€hrend der Betaphase geltenden technischen EinschrĂ€nkungen will IBM lockern. Bislang lieĂen sich lediglich 25 Mails pro Tag verschicken und insgesamt 500 MB Mails speichern. Privatnutzer können Verse bislang wenig abgewinnen. Es gibt keinen Import von bestehenden Accounts etwa bei Gmail oder Outlook.com, Kalender lassen sich gar nicht importieren, Kontakte nur als CSV-Datei ohne Bilder. So bleiben die Kreise am oberen Rand von Verse zunĂ€chst leer.
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Aktuell lÀuft Verse nur in den aktuellen Versionen von Chrome und Firefox. Internet Explorer und Safari, die Standardbrowser von Windows und OS X, werden abgewiesen. Watson und Analytics sind noch nicht integriert, eine Version zur Installation im eigenen Unternehmen gibt es noch nicht. All das will IBM in der zweiten JahreshÀlfte liefern. So wie der IBM-Kenner den Erscheinungstermin von Verse "erstes Quartal" korrekt als 31. MÀrz interpretiert hat, wird er "zweite JahreshÀlfte" als Silvester lesen. (vowe [8])
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[2] http://www.ibm.com/cloud-computing/social/us/en/planspricing/
[3] http://lucene.apache.org/solr/
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[5] https://www.heise.de/bilderstrecke/1459148.html?back=2591499;back=2591499
[6] http://ibmverse.com/login
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[8] mailto:vowe@vowe.net
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