Infineon wird zerschlagen
Der Aufsichtsrat stimmte heute fĂŒr eine Abspaltung der Speicherchip-Sparte bis Mitte 2006. Das neue Unternehmen soll dann an die Börse gebracht werden.
Europas gröĂter Chipkonzern Infineon [1] wird zerschlagen. Der Aufsichtsrat stimmte heute fĂŒr eine Abspaltung der Speicherchip-Sparte bis Mitte 2006. Das neue Unternehmen solle dann an die Börse gebracht werden, teilt Infineon mit [2]. Damit trennt sich der Halbleiterkonzern von etwa 40 Prozent seines Umsatzes. Das GeschĂ€ft mit DRAM-Speicherchips gilt als risikoreich und sehr schwankungsanfĂ€llig. Daher will der gebeutelte und zuletzt verlustreiche Infineon-Konzern durch die Aufspaltung in ruhigeres Fahrwasser kommen.
Der kĂŒnftig deutlich kleinere Infineon-Konzern wird sich nach der Abspaltung auf Logik-Produkte zum Beispiel fĂŒr die Autoindustrie und die Telekommunikationsbranche konzentrieren. "Beabsichtigt ist, die Erlöse aus einem möglichen Börsengang des Speicherbereichs in den gezielten Ausbau des LogikgeschĂ€fts zu investieren", hieĂ es. Konzern-Chef Wolfgang Ziebart betonte aber, auch der Speicherbereich gewinne durch die neue SelbststĂ€ndigkeit an Handlungsspielraum.
Auch der neue Speicherchip-Konzern soll seinen operativen Sitz in Deutschland haben. Dresden bleibt das Technologie-Entwicklungszentrum des Unternehmens. Chef wird Kin Wah Loh, der die Speichersparte bei Infineon bereits heute fĂŒhrt.
In der Vergangenheit war auch bei Infineon auf Synergien bei der Produktion von Speicher- und Logikchips verwiesen worden. Die technologischen Prozesse und die GeschÀftsmodelle hÀtten sich aber auseinander entwickelt, erklÀrte Ziebart. Durch die Abspaltung entstehe nun ein Speicher-Konzern von Weltrang. "Die rechtliche SelbststÀndigkeit, aber auch der direkte Zugang zum Kapitalmarkt werden die FlexibilitÀt im Hinblick auf strategische Kooperationsmöglichkeiten erhöhen sowie die Finanzierungsmöglichkeiten erweitern."
An der Börse legte der Infineon-Aktienkurs nach der AnkĂŒndigung um zwischenzeitlich 1,7 Prozent auf rund 8,30 Euro zu. "Die geplante Ausgliederung ist eine positive Nachricht", meinte Merck-Finck-Analyst Theo Kitz. Am besten wĂ€re nach seiner EinschĂ€tzung zunĂ€chst eine strategische Partnerschaft und erst spĂ€ter ein Börsengang der Sparte. (dpa) / (anw [3])
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