Intels Haswell-GPU: Turbo-Grafik und mehr Video-Funktionen
Die integrierten Grafikkerne von Intels kommender Haswell-Prozessorgeneration sind kompatibel zu DirectX 11.1, bringen höhere 3D-Leistung und bieten mehr Video-Funktionen.
(Bild:Â Intel/c't)
Die integrierten Grafikeinheiten der kommenden Core-i-Prozessorgeneration Haswell [1] werden deutlich leistungsfĂ€higer als ihre aktuellen Ivy-Bridge-VorgĂ€nger [2], unterstĂŒtzen DirectX 11.1 [3] und bringen eine ganze Reihe neuer Videofunktionen mit. Das hat Intel [4] im Rahmen des IDF bekannt gegeben. Die Haswell-GPU wird es in drei AusfĂŒhrungen geben: GT1, GT2 und GT3. Alle Varianten sind auch fĂŒr universelle Berechnungen via OpenCL 1.2 geeignet â bisher unterstĂŒtzen die Ivy-Bridge-GPUs in Zusammenspiel mit dem Intel-SDK [5] lediglich OpenCL 1.1.
GT1 und GT2 haben laut der veröffentlichten Architekturdiagramme im Vergleich zur Ivy-Bridge-GPU ein zweites Cluster mit Shader-Rechenkernen (Execution Units/EUs). Wieviel EUs pro Cluster Intel tatsÀchlich verbauen wird, ist unklar. Noch leistungsfÀhiger soll GT3 durch den zweiten Rasterizer und vier statt zwei Shader-Cluster sein. Diese zusÀtzlichen Einheiten kann GT3 im Leerlauf abschalten, um die Leistungsaufnahme zu minimieren.
(Bild:Â Intel/c't)
Neben den Shadern verdoppelt sich auch die GröĂe des gemeinsamen Zwischenspeichers sowie die Zahl der Textureinheiten. Diese sollen bestimmte Texturformate bis zu vier Mal schneller verarbeiten als die Ivy-Bridge-GPUs namens HD 2500 beziehungsweise HD 4000.
Um die höhere Zahl von Funktionseinheiten beim GT3 schnell genug mit Daten zu versorgen, hat Intel die Leistung der meisten Fixed-Function-Einheiten im Geometrie-Teil der 3D-Pipeline verdoppelt. Diese Verbesserungen kommen auch den Varianten GT1 und GT2 zu Gute. AuĂerdem wurde der Befehlsgeber (Command Streamer) durch einen Resource Streamer ergĂ€nzt, um die Einheiten noch effizienter zu fĂŒttern und dadurch das Rendern von 3D-Szenen beschleunigen.
(Bild:Â Intel/c't)
Ăberdies fĂŒhrt Intel die Video Quality Engine (VQE) als sechsten Baustein der GPU ein. Sie ist zustĂ€ndig fĂŒr die Bildratenkonvertierung (Frame Rate Conversion) und entwackelt Videos. AMD bietet mit Steady Video [6] eine Ă€hnliche Funktion schon seit dem Jahr 2011 fĂŒr Radeon-Grafikkarten und APU-Kombiprozessoren an. DarĂŒber hinaus laufen ĂŒber VQE auch einige neue Funktionen zur Verschönerung von (HD-)Videos, etwa Korrektur von Hauttönen und Gamut Expansion.
Haswells Hardware-Video-Transcoder Quick Sync soll Videos noch schneller umwandeln. Der Hardware-Decoder MFX verarbeitet auch das Motion-JPEG-Format (MJPEG), wie es bei herkömmlichen Webcam-Sitzungen ĂŒblich ist. Zudem enkodiert MFX nun MPEG-2-Inhalte in Echtzeit und dekodiert unterschiedliche VideoqualitĂ€tsstufen eines SVC-Streams (Scalable Video Coding). Das ist fĂŒr professionelle Videokonferenzen mit einer Vielzahl von Teilnehmern mit unterschiedlichen Bandbreiten gedacht. Als Neuerung preist Intel auĂerdem die Wiedergabe von 4KĂ2K-Videomaterial an. Dies sollte schon die Ivy-Bridge-MFX-Einheit beherrschen, was in unseren Tests aber nie funktionierte.
GerĂŒchten zufolge [7] will Intel bei der GT3-GPU auch Wide-I/O-Speicher einsetzen, der die Datentransferrate drastisch erhöhen könnte. (mfi [8])
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[2] https://www.heise.de/news/IDF-Intel-stellt-naechste-Prozessorgeneration-Ivy-Bridge-vor-1342459.html
[3] https://www.heise.de/news/DirectX-11-1-unterstuetzt-3D-Stereoskopie-1344247.html
[4] http://www.intel.com
[5] http://software.intel.com/en-us/vcsource/tools/opencl-sdk
[6] https://www.heise.de/news/Nachgelegt-Videos-entwackeln-mit-Radeon-Grafikkarten-1264685.html
[7] https://www.heise.de/news/Intel-plant-angeblich-Prozessoren-mit-eingebautem-Grafikspeicher-1704848.html
[8] mailto:mfi@heise.de
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