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Intershop verdoppelt Verlust

Angesichts der von Verlusten geprÀgten Entwicklung des einstigen New-Economy-Vorzeigeunternehmens und E-Business-Spezialisten wÀchst die Kritik einzelner AktionÀre an Vorstand und Aufsichtsrat.

Die wirtschaftlichen Probleme des einstigen New-Economy-Vorzeigeunternehmens [1] Intershop haben sich im vergangenen Jahr verschĂ€rft. Der Nettoverlust des Spezialisten fĂŒr E-Business-Software verdoppelte sich auf 6,8 Millionen Euro. Das fĂŒhrte dazu, dass sich die frei verfĂŒgbaren finanziellen Mittel der Gesellschaft per Ende 2006 auf 3,6 Millionen Euro halbierten. Der Umsatz stieg von 17,8 auf 19,8 Millionen Euro, teilte die Intershop AG [2] mit.

Nach Bekanntgabe der Zahlen verlor die Aktie [3] an der Börse zeitweise mehr als zehn Prozent an Wert, erholte sich dann auf 1,75 Euro, ging aber am Nachmittag wieder auf Abstiegskurs. Intershop galt in den 1990er-Jahren mit seiner Software als einer der Pioniere im Internet-GeschĂ€ft. Das Unternehmen mit derzeit etwa 250 Mitarbeitern schreibt jedoch seit Jahren rote Zahlen. Vorstandschef JĂŒrgen Schöttler begrĂŒndete den hohen Verlust 2006 unter anderem mit Anlaufkosten fĂŒr das neue Komplett-ServicegeschĂ€ft zur Abwicklung des Online-Handels fĂŒr MittelstĂ€ndler sowie Investitionen in den Vertrieb. Damit habe das Unternehmen Vorleistungen erbracht, die sich in diesem Jahr in höheren UmsĂ€tzen und einer Ertragswende auszahlen sollen. "Wir mĂŒssen aus diesem Loch raus. Das geht nicht ohne Investitionen", sagte Schöttler der dpa. Auch eine Mitte 2006 ĂŒbernommene Gesellschaft fĂŒr Online-Marketing soll fĂŒr mehr Umsatz sorgen.

Angesichts der Entwicklung im vergangenen Jahr wĂ€chst die Kritik einzelner AktionĂ€re an Vorstand und Aufsichtsrat. Eine Gruppe von Anteilseignern, die knapp sieben Prozent am Grundkapital der Gesellschaft hĂ€lt, hatte kĂŒrzlich erreicht, dass die Hauptversammlung vom Sommer auf den 9. Mai vorgezogen wird [4]. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Neuwahl des Aufsichtsrats. Bereits im vergangen Jahr war beim AktionĂ€rstreffen dem Kontrollgremium die Entlastung versagt worden. Der Vertrag von Vorstandschef Schöttler, der die Leitung des angeschlagenen Unternehmens 2003 von Intershop-GrĂŒnder Stephan Schambach ĂŒbernommen hatte, lĂ€uft bis Ende MĂ€rz 2007. "Es gibt GesprĂ€che mit dem Aufsichtsrat", sagte Schöttler. Ob es zu einer VertragsverlĂ€ngerung kommt, ließ er offen. (dpa) / (jk [5])


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https://www.heise.de/-146783

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Hintergrund-Brueche-in-der-deutschen-Erfolgsgeschichte-Intershop-27743.html
[2] http://www.intershop.de
[3] http://deutsche-boerse.com/dbag/dispatch/de/isg/gdb_navigation/home?module=InOverview_Equi&wp=DE000A0EPUH1&foldertype=_Equi&wplist=DE000A0EPUH1&active=overview&wpbpl=
[4] https://www.heise.de/news/Intershop-zieht-Hauptversammlung-auf-Druck-der-Aktionaere-vor-143306.html
[5] mailto:jk@heise.de