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Japans Elektronikbranche spĂŒrt den Aufschwung

Volker Briegleb

Sony schreibt nach hohen Verlusten wieder schwarze Zahlen, Panasonic steigert seinen Gewinn deutlich, Hitachi hebt die Prognose an: Trotz des starken Yen spĂŒrt die japanische Elektronikbranche den Konjunkturaufschwung.

Sony schreibt nach hohen Verlusten wieder schwarze Zahlen, Panasonic steigert den Gewinn deutlich, Hitachi hebt seine Prognose an: Trotz des starken Yen spĂŒrt die japanische Elektronikbranche den Konjunkturaufschwung. Sonys [1] Umsatz kletterte um 6,7 Prozent auf 1,73 Billionen Yen (15,4 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Branchenriese verzeichnet nach einem Verlust von 26,3 Milliarden Yen im Vorjahr [2] einen Quartalsgewinn von 31,1 Milliarden Yen (276 Millionen Euro) und hat seine Prognose fĂŒr das noch bis Ende MĂ€rz laufende GeschĂ€ftsjahr angehoben. Sony erwartet nun fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr einen Gewinn von 70 statt bisher 60 Milliarden Yen.

Sony hat in den vergangenen Jahren unter der SchwĂ€che seiner einst glorreichen Unterhaltungselektronik-Sparte gelitten. Auch das SpielegeschĂ€ft war mit den hohen Entwicklungs- und Anlaufkosten fĂŒr die technisch anspruchsvolle Spielkonsole Playstation 3 nicht mehr der verlĂ€ssliche Geldbringer aus frĂŒheren Zeiten. Inzwischen bekamen die Japaner die Lage unter anderem mit Kostensenkungen unter Kontrolle. So konnte Sony auch den ungĂŒnstigen Yen-Wechselkurs abfedern, der unter anderem Nintendo schwer zu schaffen [3] macht.

Bei der Unterhaltungselektronik profitierte Sony von besseren VerkÀufen der LCD-Fernseher. Der nur geringe Umsatzanstieg von 1,4 Prozent geht auf das Konto des starken Yen: In lokalen WÀhrungen seien die Erlöse um 11 Prozent gewachsen. Die Sparte macht mit 885,3 Milliarden Yen etwa die HÀlfte des Sony-GeschÀfts aus. Das operative Ergebnis stieg im Jahresvergleich von 6,5 auf 16,9 Milliarden Yen.

Die Sparte "Vernetzte Produkte und Dienste", in der unter anderem das Playstation-GeschÀft zuhause ist, schaffte einen operativen Gewinn von 6,9 Milliarden Yen, nachdem sie vor einem Jahr noch ein Minus von 59 Milliarden Yen eingespielt hatte. Das KinogeschÀft blieb trotz erfolgreicher Filme wie "Salt" oder "Resident Evil: Afterlife" mit einem Minus von 4,8 Milliarden Yen in den roten Zahlen.

Sonys Konkurrent Panasonic [4] fuhr mit Flachbildfernsehern und Digitalkameras ebenfalls einen krĂ€ftigen Gewinnzuwachs ein. Der Quartalsgewinn versechsfachte sich auf 31 Milliarden Yen. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 127 Prozent auf 2,21 Billionen Yen (19,8 Milliarden Euro). Das Unternehmen erklĂ€rte das Ergebnis am Freitag mit der globalen Konjunkturerholung und fĂŒhrte die Gewinnsteigerung auch auf Sparmaßnahmen zurĂŒck.

Auch Hitachi [5] hat dank gestiegener Nachfrage seine Prognose deutlich angehoben. Der Elektronikkonzern rechne fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr (bis MĂ€rz 2011) mit einem Gewinn von rund 410 Milliarden Yen (3,66 Milliarden Euro), teilte Hitachi am Freitag mit. UrsprĂŒnglich war Hitachi von 340 Milliarden Yen ausgegangen. (vbr [6])


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https://www.heise.de/-1127937

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.sony.com
[2] https://www.heise.de/news/Sony-schreibt-rote-Zahlen-und-sieht-bessere-Zeiten-846328.html
[3] https://www.heise.de/news/Nintendo-mit-Verlust-durch-Yen-Staerke-und-Absatzrueckgang-1126708.html
[4] http://www.panasonic.com
[5] http://www.hitachi.com
[6] mailto:vbr@heise.de