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Kindesmissbrauch: Innenminister fordern Vorratsdatenspeicherung

Stefan Krempl
Vorratsdatenspeicherung

(Bild: asharkyu/Shutterstock.com)

Die Innenministerkonferenz fordert einen neuen Anlauf, Nutzerspuren anlasslos zu protokollieren. User sollen identifizierbar sein.

Die Innenminister und -senatoren der LĂ€nder und des Bundes wollen die Vorratsdatenspeicherung wiederbeleben. Laut der AbschlusserklĂ€rung der Innenministerkonferenz am heutigen Freitag in Erfurt soll vor allem im Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch und ihrer Darstellungen die Ermittlungsarbeit rund um die "Identifizierbarkeit im Internet" forciert und die Regeln "zur Mindestspeicherverpflichtung einschließlich der internationalen Zusammenarbeit" strikt vollzogen werden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) meint, gegen Kindesmissbrauch mĂŒsse nicht nur das Strafrecht verschĂ€rft werden, es mĂŒsse auch die hierzulande derzeit nicht anwendbare Vorratsdatenspeicherung [1] angewendet werden, "um TĂ€ter identifizieren, verfolgen und weitere schreckliche Taten verhindern zu können". "Wir können nicht hĂ€rtere Strafen fordern und dann nicht alle Mittel bereitstellen, um diese TĂ€ter zu ermitteln und so Kinder vor großem Leid bewahren", ergĂ€nzte der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), im Namen aller unionsgefĂŒhrten Innenminister. Er könne sich aber vorstellen, "dass die Vorratsdatenspeicherung zunĂ€chst auf den Bereich Kinderpornografie beschrĂ€nkt wird". Das breite anlasslose Protokollieren von Nutzerspuren ist laut dem EuropĂ€ischen Gerichtshof nicht mit dem EU-Recht vereinbar [2].

Wir seien an einem Punkt angekommen, an dem alles Nötige und Mögliche getan werden mĂŒsse, um Kindesmissbrauch aufzuklĂ€ren, meinte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey in der ZDF-Sendung 'Maybrit Illner' [3]. Wenn die Vorratsdatenspeicherung dazu gehöre, "dann mĂŒssen wir uns das ansehen, und dann mĂŒssen wir das auch machen".

Vertreter der Opposition und von BĂŒrgerrechtsorganisationen wie Digitalcourage warnten dagegen vor den PlĂ€nen. Der aktuelle Fall MĂŒnster bestĂ€tige weder Nutzen noch VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit des Instruments [4]. An diesem verzweifelt festzuhalten, verhindere eine echte Lösung des Problems.

Auch eine mögliche Identifikationspflicht in großen sozialen Netzwerken oder auf Spieleplattformen war Thema auf der Konferenz, nachdem eine Initiative dazu im Bundesrat zunĂ€chst nicht weit gekommen war [5]. Caffier betonte dazu: "Es geht ausdrĂŒcklich nicht um einen Zwang zu Klarnamen auf Plattformen. Pseudonyme sind weiter möglich, aber der richtige Name muss bei der Registrierung angegeben werden." Sein Amtskollege aus Niedersachsen, Boris Pistorius (SPD), ergĂ€nzte: Jemand, der unter Pseudonym im Internet unterwegs sei, "sollte zukĂŒnftig beim jeweiligen Anbieter seine IdentitĂ€t hinterlegen mĂŒssen", um die Strafverfolgung zu erleichtern.

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(anw [7])


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https://www.heise.de/-4789723

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  1. https://www.heise.de/news/Bundesnetzagentur-setzt-Vorratsdatenspeicherung-aus-3757527.html
  2. https://www.heise.de/news/EuGH-Regeln-zur-Vorratsdatenspeicherung-verstossen-gegen-EU-Recht-2165604.html
  3. https://www.zdf.de/nachrichten/politik/maybrit-illner-kindesmissbrauch-giffey-reul-100.html
  4. https://digitalcourage.de/blog/2020/vorratsdatenspeicherung-neues-manoever-der-union
  5. https://www.heise.de/news/Gesetz-gegen-Hass-Bundesrat-warnt-vor-Justizueberlastung-wegen-Meldepflicht-4692514.html
  6. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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