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KlÀger beruft sich vor Gericht erfolgreich auf Creative-Commons-Lizenz

Andreas Wilkens

Der Podcaster Adam Curry hatte auf Flickr Fotos veröffentlicht, die nach seiner und nach Ansicht eines Amsterdamer Gerichts spÀter von einer Zeitschrift zu Unrecht abgedruckt wurden.

Der Podcaster Adam Curry konnte sich vor einem Amsterdamer Gericht gegen die niederlĂ€ndische Zeitschrift Weekend [1] unter Berufung auf eine Creative-Commons-(CC-)Lizenz durchsetzen. Curry hatte auf der Plattform Flickr [2] Fotos seiner Familie unter einer CC-Lizenz veröffentlicht, von denen die Zeitschrift spĂ€ter vier fĂŒr einen Abdruck verwendete. Laut der Creative-Commons-Website [3] hatten die Zeitschriftenmacher den Hinweis auf Flickr, die Fotos seien "öffentlich", missverstanden, den Link auf die Lizenzbedingungen nicht beachtet und daher nicht gewusst, dass Curry zum Abdruck seine Einwilligung hĂ€tte geben mĂŒssen.

Curry war nach eigenen Angaben [4] auch wegen GefĂ€hrdung seiner 15-jĂ€hrigen Tochter vor Gericht gezogen, da Weekend ihren Namen sowie ihre Schule und den Schulweg verraten habe. Diese VorwĂŒrfe habe das Gericht zurĂŒckgewiesen. Die Zeitschrift mĂŒsse je Foto 1000 Euro zahlen, wenn sie diese noch einmal abdrucke, schreibt Curry. Laut Creative Commons ist dies das erste bekannt gewordene Gerichtsverfahren, in dem die 2002 initiierte [5] Lizenzierungsplattform zur Sprache gekommen sei.

Creative Commons geht auf eine Initiative von Lawrence Lessig [6], Ureheberrechtsexperte und Vordenker fĂŒr einen neuen Umgang mit geistigem Eigentum, sowie weiterer Wissenschaftler zurĂŒck. Durch sie soll die freie Nutzung geistigen Eigentums gefördert und ihre ÜberfĂŒhrung in den Bereich der GemeingĂŒter (Allmende [7]) vereinfacht werden.

Die CC-Lizenzen wurden inzwischen in 26 LĂ€nderversionen umgesetzt, an Varianten fĂŒr ein weiteres Dutzend LĂ€nder wird derzeit gearbeitet und mit 17 weiteren LĂ€ndern wĂŒrden GesprĂ€che gefĂŒhrt. Seit kurzem arbeitet auch eine Gruppe in China an der Anpassung an das eigene Recht. ZusĂ€tzlich zu den Lizenzen stellt Creative Commons auch verschiedene Hilfsmittel zur VerfĂŒgung, die das Veröffentlichen von CC-lizenziertem Material erleichtern. Yahoo und Google erlauben seit vergangenem Jahr eine gezielte Suche nach derartigen Inhalten. (anw [8])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-111036

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.weekend-online.nl/
[2] https://www.heise.de/news/Yahoo-kauft-Foto-Plattform-Flickr-146299.html
[3] http://creativecommons.org/press-releases/entry/5822
[4] http://curry.podshow.com/?p=49
[5] https://www.heise.de/news/US-Akademiker-gruenden-Lizenzierungsplattform-fuer-geistiges-Eigentum-54883.html
[6] http://www.lessig.org/
[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Allmende
[8] mailto:anw@heise.de