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Larry Lessig will US-PrÀsident per Crowdfunding werden

Stefan Krempl
Lawrence

(Bild: Lessig Equal Citizens Exploratory Committee CC-BY 2.0)

"Creative Commons"-Initiator Lawrence Lessig ist in den US-PrÀsidentschaftswahlkampf eingetreten. Der Jurist will mit dem "geschmierten" Politsystem aufrÀumen und sammelt Spenden.

Larry Lessig will US-PrĂ€sident werden [1]. Der US-Jurist und Internet-Aktivist ist in das Rennen um die PrĂ€sidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei eingestiegen. Sollte er das Rennen machen, will er mit einem Referendum das politische System der USA wieder ins Lot bringen und die Stimmrechte der BĂŒrger stĂ€rken.

Lessig hat sich vor allem als Kritiker eines ĂŒberbordenden Urheberrechts [2] und als Kopf der Copyright-Alternative "Creative Commons" [3] einen Namen gemacht. Seit einigen Jahren hat er die Finanzierung des politischen Systems in den USA als Kern vielerlei Übel [4] ausgemacht. Die politische Klasse in den USA verwende bis zu 70 Prozent ihrer TĂ€tigkeit nur noch aufs Fundraising und habe so einen "sechsten Sinn" fĂŒr die Interessen von Lobbyisten entwickelt, argumentiert Lessig. Dies sei ein guter NĂ€hrboden fĂŒr Korruption.

Der Jurist will daher mithilfe des Internets im derzeitigen Wahlkampf alles anders machen und zunĂ€chst bis zum Labor Day am 5. September eine Million US-Dollar an Kleinspenden per Crowdfunding einsammeln. Mithilfe des Geldes möchte er die Demokraten ĂŒberzeugen, dass sie ihn als Kandidaten neben etablierten Gesichtern wie Ex-Außenministerin Hillary Clinton aufstellen.

Sollte er gewĂ€hlt werden, will Lessig den Kongress ausschließlich dazu bringen, einen "Citizen Equality Act [5] " zu verabschieden. Damit möchte der Ideengeber etwa mit einem Gutscheinsystem und einem gerechteren Zuschnitt von Wahlkreisen sicherstellen, dass alle Macht vom Volk ausgeht und nicht ein paar Lobbyisten. Lessig selbst will danach zurĂŒcktreten und die AmtsgeschĂ€fte seinem VizeprĂ€sidenten ĂŒberlassen. Es gehe nicht um eine Person, sondern um das amerikanische Gleichheitsprinzip, betont er

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Lessig weiß selbst, dass es sich bei seiner Initiative vor allem um eine Protestform handelt, die insbesondere NichtwĂ€hler ansprechen soll. Er habe sich aber fĂŒr den Versuch bereit erklĂ€rt, da dieser darauf aus sei, "Demokratie zu ermöglichen". Voriges Jahr hatte Lessig bereits eine eigene "Lobbygruppe" gegrĂŒndet [7], die er ebenfalls per Crowdfunding finanzieren wollte. Lessig hat sich damit in liberalen US-Kreisen einen Namen gemacht, auch wenn sein Vorhaben laut New York Times grĂ¶ĂŸtenteils nicht aufging [8]. (vbr [9])


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https://www.heise.de/-2776490

Links in diesem Artikel:
[1] https://lessigforpresident.com/
[2] https://www.heise.de/news/Lawrence-Lessig-Wir-brauchen-jetzt-ein-Copyright-fuers-Netz-1733445.html
[3] https://www.heise.de/news/WOS3-Creative-Commons-als-Geheimwaffe-der-Kuenstler-im-Copyright-Krieg-100203.html
[4] https://www.heise.de/news/Lawrence-Lessig-Die-Politik-muss-das-Internet-endlich-ernst-nehmen-1222528.html
[5] https://www.youtube.com/watch?v=R5EIKHpfNYY/
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/news/Lawrence-Lessig-gruendet-Super-Lobby-per-Crowdfunding-2181821.html
[8] http://www.nytimes.com/politics/first-draft/2015/08/10/lawrence-lessig-to-explore-a-run-for-president-as-a-democrat/
[9] mailto:vbr@heise.de