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Microsoft blickt skeptisch in die Zukunft

JĂŒrgen Kuri

Microsoft meldete einen Gewinnanstieg, der geringer als erwartet ausfiel, und gab zudem einen recht vorsichtigen Ausblick auf die weiteren GeschÀfte.

Etwas ĂŒberrascht dĂŒrften viele US-Beobachter am Donnerstagabend nach Redmond geschaut haben: Microsoft [1] meldete einen Gewinnanstieg, der geringer als erwartet ausfiel, und gab zudem einen recht vorsichtigen Ausblick auf die weiteren GeschĂ€fte. Der Gewinn von Microsoft stieg zwar im Jahresvergleich von 2,45 Milliarden US-Dollar auf 2,74 Milliarden US-Dollar (49 US-Cents pro Aktie), die Börsianer hatten aber mit 51 Cents pro Aktie gerechnet. Zudem enthielten die Gewinne Sondereinnahmen von 847 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf von Expedia, die durch Abschreibungen in Höhe von 806 Millionen US-Dollar aus Verlusten bei Investments nicht ganz aufgehoben wurden.

Immerhin konnte Microsoft den Umsatz um 13 Prozent auf 7,25 Milliarden US-Dollar steigern -- nach Angaben der Chefetage in Redmond vor allem wegen der sehr gut laufenden VerkĂ€ufen von Windows XP. Die Desktop Platform Division legte bei den VerkĂ€ufe von 2,05 Milliarden auf 2,29 Milliarden US-Dollar zu. Die Sparte Desktop Applications wuchs ebenfalls leicht von 2,41 auf 2,44 Milliarden US-Dollar. In der Abteilung, die bei Microsoft Consumer Software, Services and Devices heißt und die auch fĂŒr die Spielkonsole Xbox verantwortlich zeichnet, gab es ein Umsatzwachstum von 460 Millionen auf 1,07 Milliarden US-Dollar. Und angesichts eines operativen Gewinns des Gesamtkonzerns, der von 3 Milliarden auf 3,3 Milliarden US-Dollar stieg, dĂŒrften selbst die Verluste, die sich Microsoft durch Preissenkungen bei der Xbox einhandelt [2], fĂŒr das Management nicht schön, aber bezahlbar sein.

John Connors, bei Microsoft fĂŒr die Finanzen zustĂ€ndig, meinte denn auch gleich, das Betriebsergebnis habe ĂŒber den Erwartungen der Firma gelegen. Man sehe auch fĂŒr das nĂ€chste Quartal wieder anziehendes Wachstum bei den PC-VerkĂ€ufen. Die Erwartungen an die IT-Ausgaben der Unternehmen dagegen seien immer noch sehr beschrĂ€nkt, schrĂ€nkte Connors ein. Jim Allchin, Vize-PrĂ€sident bei Microsoft, freute sich jedenfalls, dass "nahezu 60 Prozent aller neuen PCs" im abgelaufenen Quartal mit Windows XP ausgeliefert wurden.

Der Finanzchef erklĂ€rte, der Umsatz werde im nĂ€chsten Quartal bei 7 bis 7,1 Milliarden US-Dollar und der Gewinn bei 2,9 bis 3 Milliarden US-Dollar liegen und damit unter den Prognosen, die bislang unter Analysten kursierten. Das Gleiche gilt fĂŒr das gesamte GeschĂ€ftsjahr: Mit der Erwartung, 31,5 bis 32,4 Milliarden US-Dollar umzusetzen und einen Gewinn von 13,3 bis 13,6 Milliarden US-Dollar einzustreichen, liegt Microsoft unter dem, was die Börse bislang prophezeite.

So richtig begeistert waren die Investoren vom Ausblick, den Microsoft anbot, nicht: Im nachbörslichen Handel fiel der Kurs des Microsofts-Papiers teilweise um ĂŒber 7 Prozent. Die Aktie lag gegen Ende des nachbörslichen Handels mit einem Minus von 2,63 Prozent bei 54,89 US-Dollar. (jk [3])


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https://www.heise.de/-61729

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[1] http://www.microsoft.com
[2] https://www.heise.de/news/Hintergrund-Microsoft-zieht-bei-der-Xbox-die-Notbremse-Update-61511.html
[3] mailto:jk@heise.de