Microsoft stellt Daten von Sidekick-Kunden wieder her
Knapp zwei Wochen nach einem Serverausfall bei der Unternehmenstochter Danger meldet Microsoft, die meisten, vielleicht sogar alle verlorengegangenen Daten könnten wiederhergestellt werden.
Der Softwarekonzern Microsoft meldet Erfolge bei der Wiederherstellung der Daten von Kunden des T-Mobile-Smartphone-Dienstes Sidekick, die nach einem Serverausfall bei der Unternehmenstochter Danger gelöscht wurden. Wie Roz Ho, bei Microsoft fĂŒr "Premium Mobile Experiences" zustĂ€ndige VizeprĂ€sidentin, mitteilt [1], seien die meisten, vielleicht sogar alle Daten wiederhergestellt worden. Nun sollen sie geprĂŒft und beginnend mit den Adressdaten den Kunden wieder bereitgestellt werden. Daraufhin wĂŒrden weitere persönliche Informationen wie KalendereintrĂ€ge, Notizen, Auftragslisten und Fotografien folgen.
Ein "Systemfehler" hat zum Datenverlust in der Hauptdatenbank und im Backup gefĂŒhrt, erklĂ€rt Ho. Das System sei komponentenweise wiederhergestellt worden. DafĂŒr sei viel Zeit aufgewendet worden, um die IntegritĂ€t der Daten zu gewĂ€hrleisten. Damit die Sidekick-Kunden kein zweites Mal mit einem Datenverlust konfrontiert werden, habe der Konzern die StabilitĂ€t des Dienstes verbessert und den Backup-Prozess belastbarer gemacht.
Microsoft hatte vorgestern mitgeteilt [2], dass es beim Datendienstleister Danger am 2. Oktober einen Serverausfall gegeben hat, bei dem Daten des Smartphone-Dienstes Sidekick von T-Mobile USA verlorengingen. Am vergangenen Wochenende haben T-Mobile USA und Microsoft/Danger die Kunden darĂŒber informiert [3]. SpĂ€ter wurde den Betroffenen eine EntschĂ€digung in Form eines Gutscheins im Wert von 100 US-Dollar angeboten [4]. Der Redmonder Konzern geht nun davon aus, dass nur eine Minderheit der Sidekick-Nutzer betroffen ist. T-Mobile hat in den USA insgesamt gut eine Million der Smartphones verkauft.
Unter ihnen ist die Tochter der US-Amerikanerin Maureen Thompson, die nun einen Antrag auf Zulassung einer Sammelklage gegen T-Mobile USA und Microsoft gestellt hat, berichtet [5] das Weblog der Tageszeitung Seattle Post-Intelligencer. Die Tochter habe als Sidekick-Kundin alle ihre Verabredungen, GeschĂ€ftskontakte und Liedtexte bei Danger speichern lassen. In der Klageschrift heiĂt es unter anderem, Microsoft und T-Mobile USA hĂ€tten fahrlĂ€ssig gehandelt, indem sie nicht ausreichend in eine sichere Technik investiert hĂ€tten. DafĂŒr und fĂŒr irrefĂŒhrende Werbung in diesem Zusammenhang fordert die KlĂ€gerin Schadenersatz. Laut US-Medienberichten ist noch eine weitere Klage eingereicht worden.
Unterdessen versucht Microsoft, sich von seinem eigenen, Anfang des vorigen Jahres ĂŒbernommenen [6] Datendienstleister zu distanzieren. Wie die Los Angeles Times berichtet [7], erlĂ€uterte Microsoft-Sprecherin Tonya Klause in einer E-Mail, dass die Danger-Plattform eigenstĂ€ndig sei. Sie habe nichts mit Microsofts Cloud-Diensten oder Windows Live zu tun. Hier existierten von Kundendaten mehrere Kopien auf mehreren GerĂ€ten. So stĂŒnden diese selbst dann weiter zur VerfĂŒgung, wenn einer oder mehrere Server ausfallen.
(anw [8])
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- https://www.heise.de/news/Microsoft-Tochter-und-T-Mobile-USA-informieren-Sidekick-Kunden-ueber-Datenverlust-821251.html
- https://www.heise.de/news/Sidekick-Kunden-bekommen-100-US-Dollar-Schadenersatz-fuer-Datenverlust-823208.html
- http://blog.seattlepi.com/microsoft/archives/182114.asp?from=blog_last3
- https://www.heise.de/news/Microsoft-kauft-Danger-178497.html
- http://latimesblogs.latimes.com/technology/2009/10/following-sidekick-troubles-microsoft-points-finger-at-danger-its-own-subsidiary.html
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