NSA-Chef: Spionage hat weltweit 50 TerroranschlÀge verhindert
In einer Anhörung im US-ReprÀsentantenhaus haben die Direktoren der NSA die beiden aufgedeckten Spionageprogramme verteidigt. Dank ihnen seien mehrere TerroranschlÀge verhindert worden, mindestens zehn davon in den USA.
Dank der NSA-Spionage konnten in mehr als 20 Staaten mehr als 50 potenzielle TerroranschlĂ€ge verhindert werden. Das hat NSA-Chef Keith Alexander in einer Anhörung [1] im US-ReprĂ€sentantenhaus erklĂ€rt. Mindestens zehn davon hĂ€tten eine Gefahr fĂŒr die USA selbst bedeutet. Die Ăberwachungsprogramme der NSA seien bei der Verteidigung gegen diese Gefahren entscheidend gewesen. EnthĂŒllt [2] hatte diese Programme der Whistleblower Edward Snowden, der sich derzeit in Hongkong aufhĂ€lt.
In der Anhörung nannte der stellvertretende FBI-Chef Sean Joyce Details zu FĂ€llen, in denen die NSA-Programme geholfen hĂ€tten, AnschlĂ€ge zu verhindern. So sei ein Mann festgenommen worden, der gestanden habe, einen Anschlag auf die New Yorker U-Bahn geplant zu haben. Er sei dank einer E-Mail an einen Kontakt in Pakistan aufgespĂŒrt worden. Buzzfeed hatte jedoch schon vor einigen Tagen darauf hingewiesen [3], dass der britische Scotland Yard diesen Erfolg als den eigenen ausgegeben hat [4]. Ein anderes Ergebnis der NSA-Spionage sei die Festnahme eines Mannes, der unter anderem an der Vorbereitung eines Bombenanschlags auf die New Yorker Börse mitgearbeitet haben soll. In seinem Prozess ging es dann jedoch nur um GeldĂŒberweisungen an Al-Quaida, wie die New York Times berichtet hatte [5].
Zur Sammlung der Telefondaten [6] von US-BĂŒrgern durch die NSA erklĂ€rte deren stellvertretender Direktor John Inglis, die Anzahl der Abfragen an diese Datenbank wĂŒrden an das zustĂ€ndige Gericht gemeldet, der Prozess fĂŒr die Suche sei immer gerichtlich abgesegnet. Im Jahr 2012 seien etwa 300 Telefonnummern fĂŒr eine solche Suche freigegeben worden. Mehrmals verwies er dabei darauf, dass Telefonnummern in der Datenbank nicht mit Personen verbunden seien. NSA-Chef Alexander versicherte auĂerdem, dass die NSA mit groĂer Sorgfalt bĂŒrgerliche Freiheiten und nationale Sicherheit abwĂ€ge: "Ich bin viel lieber hier, um ĂŒber diesen Punkt zu diskutieren, als zu erklĂ€ren versuchen, warum wir einen weiteren 11. September nicht verhindern konnten."
Unterdessen hat Google offiziell gefordert, exakte Zahlen zu den Anfragen von US-Geheimdiensten veröffentlichen zu dĂŒrfen. Dazu richtete [7] es sich laut dpa an den Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC), der solche Anfragen genehmigen muss. Bis vor wenigen Tagen waren diese Anfragen nach dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) so geheim, dass Unternehmen wie Google nicht einmal deren Existenz bestĂ€tigen durften. Zwar ist es nun erlaubt, die Gesamtzahlen zu nennen [8], Google will jedoch genauere Daten veröffentlichen, um den Sorgen von Google-Nutzern zu begegnen.
[Update 20.6.13 - 10:40 Uhr] Sean Joyce ist stellvertretender Direktor des FBI, nicht wie ursprĂŒnglich im Artikel stand dessen Chef. (mho [9])
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[1] http://www.c-spanvideo.org/event/220343
[2] https://www.heise.de/news/PRISM-Whistleblower-bekennt-sich-1885409.html
[3] http://www.buzzfeed.com/bensmith/public-documents-contradict-claim-email-spying-foiled-terror
[4] http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/northamerica/usa/6529436/British-spies-help-prevent-al-Qaeda-inspired-attack-on-New-York-subway.html
[5] http://www.nytimes.com/2010/05/20/us/20terror.html?_r=0
[6] https://www.heise.de/news/Bericht-NSA-sammelt-Telefondaten-von-Millionen-US-Buergern-1883586.html
[7] http://docs.dpaq.de/4137-foreign_intelligence_surveillance_court_-_motion_for_declaratory_judgment.pdf
[8] https://www.heise.de/news/Facebook-und-Microsoft-informieren-ein-wenig-ueber-NSA-Anfragen-1889165.html
[9] mailto:mho@heise.de
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