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Nahrung aus dem 3D-Printer im All

Ben Schwan

125.000 Dollar lĂ€sst die US-Weltraumbehörde NASA in ein Forschungsvorhaben fließen, das Raumfahrern bessere Nahrung verspricht.

3D-Drucker sind nicht nur zur Herstellung von Unverdaulichem da: Wenn ein Forschungsprojekt der NASA aufgeht, spucken die GerĂ€te bald auch Nahrung fĂŒr Astronauten aus. Dazu hat die US-Weltraumbehörde einen 125.000 Dollar teuren Entwicklungsauftrag erteilt, berichtet [1] Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Verantwortlich fĂŒr das Projekt ist Anjan Contractor, ein Forscher bei der Systems & Materials Research Corporation (SMRC).

Geplant ist, dass das System auf dem Open-Source-3D-Printer RepRap [2] aufbaut. Es soll, so hofft die NASA, Astronauten auf langen FlĂŒgen Speisen zubereiten – etwa wenn es endlich zum Mars geht. Austauschbare Kartuschen enthalten verschiedene Nahrungspulver, die direkt am Druckkopf mit Öl oder Wasser vermischt werden. Teig fĂŒr eine Pizza beispielsweise lĂ€sst sich direkt wĂ€hrend des Druckvorgangs backen, indem der Druckkopf erhitzt wird. Das System ist komplett computergesteuert. Weitere technische Einzelheiten will SMRC nicht verraten, bis der nĂ€chste Meilenstein erreicht ist. Die bisherige Medienaufmerksamkeit sei "mehr als ausreichend", um die "Ziele zu befördern", so das Unternehmen.

Wenn es nach Contractor geht, bleibt es aber nicht beim NASA-"Replikator". Er will ein GerĂ€t bauen, das der Nahrungsverschwendung auf der Erde vorbeugt, verriet [3] er schon im Mai dem Online-Magazin Quartz. Das soll jeweils nur genau die gewĂŒnschten Essensmengen herstellen und die Nahrungsaufnahme personalisieren: Jedem einzelnen Benutzer setzt das GerĂ€t eine angepasste DiĂ€t vor.

Die Idee eines Essensdruckers ist nicht neu, auch wenn sie es bislang noch nicht aus den Bastelkellern und Labors in den Mainstream geschafft hat. MIT-Forscher arbeiteten an dem Konzept bereits 2010. Ihre Idee nannte sich "Cornucopia" (zu Deutsch: FĂŒllhorn). Das von den Forschern Marcelo Coelho und Amit Zoran erdachte GerĂ€t sollte sich aus insgesamt 12 austauschbaren Containern speisen, die vorher mit den wichtigsten Zutaten befĂŒllt wurden, die sich der Nutzer auswĂ€hlen darf.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1894793

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/NASA-baut-Essensdrucker-1888912.html
[2] http://reprap.org/wiki/Main_Page
[3] http://qz.com/86685/the-audacious-plan-to-end-hunger-with-3-d-printed-food/
[4] https://www.heise.de/hintergrund/NASA-baut-Essensdrucker-1888912.html
[5] mailto:bsc@heise.de