Organspende: Online-Register startet am 18. März, erstmal ohne Gewebespende

Das Organspende-Register geht im März online. Weil die Gewebespende erst später angebunden wird, sollten Bürger ihre Daten weiterhin auch analog hinterlegen.

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Organspende ja oder nein

Die Anmeldung im digitalen Organspende-Register ist freiwillig.

(Bild: heise online / mack)

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Für das viel diskutierte Organspende-Register (OGR) soll es ab dem 18. März auch eine digitale Version geben. Dort sollen Bürger ihre Entscheidung darüber hinterlegen können, was nach ihrem Tod mit ihren Organen passieren darf. Das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) will jährlich die Zahl der im Organspende-Register erfassten Erklärungen veröffentlichen.

Dabei sollen Angaben im digitalen Organspenderegister jedoch nicht zur Pflicht werden, wie manche Politiker fordern. Der Organspendeausweis und Alternativen wie eine Patientenverfügung oder eine mündliche Information an die Angehörigen sind laut BfArM ebenfalls weiterhin gültig.

Im ersten Schritt sollen Bürgerinnen und Bürger eine "Erklärung zur Organ- und Gewebespende im Register mithilfe eines Ausweisdokuments mit eID-Funktion" hinterlegen können, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums. Sichere Authentifizierungsverfahren sollen zudem gewährleisten, "dass nur die erklärende Person selbst" und entsprechend berechtigtes Krankenhauspersonal Zugriff auf die Erklärung erhält, sagt BfArM-Präsident Karl Broich.

Die Organe entnehmenden Krankenhäuser sollen bis Juli 2024 bereit sein, im Online-Register hinterlegte Erklärungen abzurufen. Ab Juli bis Ende September 2024 soll es für Spender möglich sein, die Authentifizierung mit der GesundheitsID der Krankenkassen vorzunehmen, also über die App für die elektronische Patientenakte oder die für die GesundheitsID. Dazu müssen Versicherte sich bei ihren Krankenkassen authentifizieren.

"Das Organspende-Register genügt höchsten Anforderungen an die Datensicherheit. Die gespeicherten Erklärungen selbst sowie alle personenbezogenen Daten sind vor Manipulation oder unberechtigtem Zugriff geschützt. Die Daten des Organspende-Registers werden sicher auf einem Server in Deutschland gespeichert", sagt Broich.

"Mit dem Organspende-Register steht in Deutschland erstmals die Möglichkeit, zur Verfügung, online Erklärungen zur Organ- und Gewebespendebereitschaft zu dokumentieren", kündigt Gesundheitsminister Karl Lauterbach an. Doch die Anbindung der behördlich zugelassenen Gewebeeinrichtungen an das Organspenderegister ist erst ab Januar 2025 geplant. Bis dahin empfiehlt das BMG, die "persönliche Entscheidung zur Organ- und Gewebespende zusätzlich schriftlich", etwa in dem aus Papier oder Plastik bestehenden Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung zu dokumentieren oder den Angehörigen mitzuteilen.

Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) freut sich über den schrittweisen Start des Organspenderegisters und den damit verbundenen Anschluss an die Telematikinfrastruktur, das Gesundheitsnetz. "Nun haben auch wir als Gewebeeinrichtungen die Chance, uns entsprechend (technisch) auf die verpflichtenden OGR-Abfragen für die Gewebespende ab Januar 2025 vorzubereiten", heißt es von DGFG-Chef Martin Börgel. Wer nicht angeschlossen ist, kann nämlich keine Anfragen tätigen. Im vergangenen Jahr "realisierte die DGFG 3.475 Gewebespenden und vermittelte 7.503 Gewebetransplantate", wie aus einer aktuellen Pressemitteilung hervorgeht.

Update

Aktuelle Stellungnahme der DGFG ergänzt.

(mack)