Polizei von Tokio startet erste Drohnen-Abwehr-Einheit
Eine Phantom 1 von DJI.
(Bild: DJI)
In Tokio gibt es die erste Polizeieinheit, die sich mit der Abwehr von Drohnen befasst. Mehrere Dutzend Polizisten wurden fĂŒr AbwehreinsĂ€tze ausgebildet. Haben sie zu Boden keinen Erfolg, können sie eine Drohne mit Fangnetz einsetzen.
Die Tokioter Polizei hat ihre erste Polizeieinheit zur Drohnenabwehr vorgestellt. Wie Japan Today berichtet [1], sollen die Polizisten noch in diesem Monat ihre Arbeit aufnehmen.
Die Polizei könne auf diese Weise die neuen Gesetze fĂŒr unbemannten Flugobjekte umsetzen. Sie waren am vergangenen Donnerstag in Kraft getreten.
Abfangdrohne mit Fangnetz
Die Einheit zur Drohnenabwehr bestehe aus mehreren Dutzend Polizisten. Falls eine Drohne in einer der neu ausgewiesenen "No-Fly"-Zonen auftauchen sollte, sollen die Polizisten zunÀchst nach dem Piloten fahnden und diesen um eine Landung der Drohne bitten.
Sollte der Pilot nicht gefunden werden oder dieser nicht kooperieren, verfĂŒgt die Einheit ĂŒber Abfangdrohnen, die sowohl mit einer Kamera als auch mit einem Netz ausgestattet sind. Die Netze sollen circa zwei bis drei Meter lang sein. Die widerrechtlich fliegende Drohne soll dann mit der Abfangdrohne zum Landen gezwungen werden.
(Bild:Â Metropolitan Police Department Security Bureau, The Asahi Shimbun [2] )
Die neuen Gesetze fĂŒr unbemannte Flugobjekte wurden beschlossen, nachdem es im April einen Zwischenfall mit einer kleinen Drohne auf dem BĂŒrodach des Premierministers Shinzo Abe gab. Die Drohne wies Spuren von RadioaktivitĂ€t auf. Laut der Japan Times sind die neuen Gesetze so strikt [3], dass Hobbypiloten in Tokio gar keine Drohnen mehr starten lassen dĂŒrfen.
So sind alle Drohnen mit einem Gewicht von ĂŒber 200 Gramm in "stark bewohnten Gebieten" verboten. Drohnen dĂŒrfen auch nur mit einem Abstand von 30 Metern zu Menschen, Autos und GebĂ€uden geflogen werden. Möchte ein Hobbypilot seine Drohne trotzdem im Stadtgebiet von Tokio nutzen, kann er eine Anfrage an die zustĂ€ndige Behörde stellen. Diese muss aber zehn Werktage vor dem geplanten Flugtag gestellt worden sein. Wer gegen die neuen Gesetze verstöĂt, kann mit einem BuĂgeld von 500.000 Yen (circa 3750 Euro) bestraft werden.
Weitere Meldungen zu weltweiten Drohnen-MaĂnahmen:
Drohnen: ein weltweites Problem
Das Thema Drohnenabwehr wird nicht nur in Japan als drĂ€ngend empfunden. Seit eine Drohne widerrechtlich im Garten des WeiĂen Hauses landetete, beschĂ€ftigt sich auch die USA mit der Drohnenabwehr. Drohnen könnten nicht nur fĂŒr AnschlĂ€ge gegen Politiker genutzt werden, sie werden auch jetzt schon als Drogenkuriere fĂŒr GefĂ€ngnisinsassen genutzt. Gemeldete FĂ€lle gibt es aus den USA, aber auch aus Deutschland. Die US-Behörde fĂŒr GefĂ€ngnisverwaltung sucht deshalb seit November Abwehrsysteme, die heranfliegende Drohnen orten, identifizieren, klassifizieren und neutralisieren können.
Da es in vielen LĂ€ndern noch keine verlĂ€sslichen Regeln fĂŒr die Nutzung von privaten Drohne gibt, helfen sich die Hobbypiloten mitunter selbst. Um unliebsame ZwischenfĂ€lle mit Behörden zu vermeiden, sammelt eine private Initiative Daten zu No-Fly-Zonen, die auch schon von drei Drohnen-Herstellern ĂŒbernommen werden. (kbe [7])
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https://www.heise.de/-3043013
Links in diesem Artikel:
- http://www.japantoday.com/category/crime/view/tokyo-police-to-launch-drone-squad
- http://ajw.asahi.com/article/behind_news/social_affairs/AJ201512110064
- http://www.japantimes.co.jp/news/2015/12/09/national/japan-ground-hobbyist-drones-urban-areas-impose-sweeping-restrictions-elsewhere/#.Vm5qw98sY8q
- https://www.heise.de/news/Drogendrohnen-in-Hamburg-und-Bremen-abgestuerzt-2528572.html
- https://www.heise.de/news/USA-Drohnenabwehr-fuer-Gefaengnisse-2906395.html
- https://www.heise.de/news/NoFlyZone-Jedem-seine-private-Drohnen-Flugverbotszone-2558113.html
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