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Raspberry Pi und Beagle Bone aufgepeppt

Mirko Dölle

Mit dem Banana Pi und dem Beagle Bone Black C gibt es zwei ĂŒberarbeitete Varianten der bekannten Mini-Computer. WĂ€hrend der Beagle Bone Black nur leicht verĂ€ndert wurde, ist der Banana Pi ein deutlich verbesserter Klon des Raspberry Pi.

Mit dem neuen Banana Pi und dem ĂŒberarbeiteten Beagle Bone Black Revision C bereichern zwei weitere Varianten die Welt der Einplatinen-Computer mit Linux. Beide sind zu ihren VorgĂ€ngern, dem Raspberry Pi repsektive dem Beagle Bone Black Revision B, abwĂ€rtskompatibel und können sie bestenfalls ohne Hardware- und Software-Anpassungen direkt ersetzen.

Der Banana Pi [1] ist ein großer Bruder des Raspberry Pi [2], dessen Ausstattung sich sehr an den Cubietruck anlehnt [3]: Als SoC (System on Chip) kommt wie beim Cubietruck ein Allwinner A20 mit zwei ARM-Cortex-A7-Kernen und einer Mali-400-GPU zum Einsatz. Dazu kommen 1 GByte RAM, ein Gigabit-Ethernet- und ein SATA-Anschluss. Onboard-Flash-Speicher wie beim Cubietruck gibt es nicht, dafĂŒr einen SD-Karten-Slot, wie man ihn vom Raspberry Pi kennt.

Das Platinen-Layout Ă€hnelt stark dem Raspberry Pi, insbesondere was die Anordnung und die Pinbelegung der AnschlĂŒsse betrifft. So gibt es weiterhin einen Composite-Video-Ausgang und zwei Steckerleisten fĂŒr den Anschluss einer Kamera und eines Displays. Auch die Belegung des Erweiterungsanschlusses (GPIO) soll gleich geblieben sein, sodass sich Erweiterungen des Raspberry Pi auch beim Banana Pi nutzen lassen sollten.

Bei Redaktionsschluss war der Banana Pi nur bei HĂ€ndlern im fernen Osten fĂŒr 59 US-Dollar zu finden. Der private Import nach Deutschland dĂŒrfte aufgrund der Einfuhrbestimmungen schwierig sein und vermutlich mit einem Besuch beim zustĂ€ndigen Hauptzollamt enden – mit der Wahl, das Paket zurĂŒckzuschicken oder vernichten zu lassen, weil den Banana Pi das CE-Zeichen fehlt.

Die Neuerungen der Revision C des Beagle Bone Black [4] sind im Vergleich zum Banana Pi nur Kleinkram: Der Onboard-Flash-Speicher wurde auf 4 GByte erhöht, weil kaum mehr 2-GByte-Chips erhĂ€ltlich sind. Außerdem will man so mehr Platz fĂŒr den Flash-Controller schaffen, um Schreibzugriffe auf möglichst viele Speicherzellen zu verteilen und somit Defekte im Flash-Speicher aufgrund vieler Schreiboperationen hinauszuzögern. Außerdem werden die Boards nun mit vorinstalliertem Debian Linux statt Angström Linux ausgeliefert. Der Preis des neuen Beagle Bone Black wird sich voraussichtlich zwischen 50 und 60 Euro bewegen.

[Update 25.04.2014, 12:00 Uhr] Die beschriebenen möglichen Importprobleme betreffen lediglich Privatpersonen, die sich einen Banana Pi direkt in China bestellen. Sie kommen daher, dass auf dem Board selbst nirgends ein CE-Zeichen zu finden ist, obwohl es ein gĂŒltiges CE-Zertifikat gibt. Damit erscheint das GerĂ€t als nicht verkehrsfĂ€hig und sei deshalb zurĂŒckzuschicken oder zu vernichten, so die Entscheidung des Zoll oder der vom Zoll angerufenen Bundesnetzagentur in Ă€hnlichen FĂ€llen. Vereinzelt wird auch ein fĂŒr die Inverkehrbringung vorgeschriebenes, aber nicht vorhandenes deutsches Handbuch bemĂ€ngelt. (mid [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2176347

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.lemaker.org/
[2] http://www.raspberrypi.org
[3] http://docs.cubieboard.org/products/start#cubietruck_cubieboard3
[4] https://www.heise.de/news/ARM-Board-BeagleBone-Black-will-Raspberry-Konkurrenz-machen-1847571.html
[5] mailto:mid@ct.de